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Menschliches Cochleanervenmodell

Human cochlear nerve model

Frank Rattay (ORCID: 0000-0002-2819-8827)
  • Grant-DOI 10.55776/P21848
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 19.08.2009
  • Projektende 18.11.2013
  • Bewilligungssumme 241.290 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Biologie (20%); Informatik (30%); Klinische Medizin (30%); Medizintechnik (20%)

Keywords

    Human Cochlea, Morphometry, Neuron Cluster, Computer Simulation, Spiral Ganglion, Cochlear Implant

Abstract Endbericht

Projektziel ist die Erfassung neuer detaillierter anatomischer und morphometrischer Daten des afferenten Teils des menschlichen Cochlearnervs (Spiralganglion), um mit einem daraus entwickelten Computermodel das Übertragungsverhalten (input-output) des akustisch wie auch des elektrisch stimulierten Ohres zu analysieren. Zusätzlich werden die Bahnen der Spiralganglienzellen untersucht. Die erzielten Ergebnisse sind von besonderem Interesse für die Cochlearimplantatsforschung, etwa zur besseren Spracherkennung bei Störgeräuschen. Die neuronalen Elemente für die Signalübertragung von der Cochlea zum Gehirn unterscheiden sich wesentlich zwischen Menschen und Säugetierspezies. Dies führt zu noch unbewiesenen Hypothesen über funktionelle Konsequenzen. Die Signalverarbeitung für Cochlearimplantate basiert gegenwärtig hauptsächlich auf Messungen von Aktionspotenzialen im Katzenohr, sodass wegen fehlendem Wissen über die neuronalen Elemente der menschlichen Cochlarnerven sogar die neuesten Strategien der Signalverarbeitung für Cochlearimplantatträger de facto für die Katze anstatt für den Menschen entwickelt wurden. Die Einzigartigkeit der menschlichen Spiralganglienzellen besteht in der Somaregion, typischer Weise mit wenig Isolierung durch Myelinschichten und durch Clusterbildung mehrerer Zellkörper. Um das Wissen über die relevante Ultrastruktur wesentlich zu erweitern, sollen die menschlichen Eigenheiten mit Hilfe von vorhandenem Equipment und Material (Menschen und Primaten) spezifiziert werden. Der Vergleich mit Primaten soll auch Aufschluss über die Entwicklung der speziellen humanen Morphologie geben. Als Alternative zu Ableitungen aus einzelnen Nervenfasern, die für den Menschen nicht verfügbar sind, wird ein allgemeines biophysikalisches Model der Cochlearneuronen inklusive Clustereigenschaften entwickelt, um die funktionellen Konsequenzen der menschlichen Sonderstellung zu erforschen. Damit wird der Einfluss relevanter elektrischer und geometrischer Parameter analysiert. Mit diesem neuen Model soll untersucht werden wie die drei (i-iii) Hauptprinzipien der Codierung im Hörnerv des Menschen mit der spezifischen menschlichen Anatomie und Morphometrie zusammenhängen und welche Konsequenzen für Cochlear-implantatträger zu erwarten sind bzgl. (i) tonotopischer Organisation: Verschiebung der Frequenzzuordnung von distalen Faserenden, die dem Cortischen Organ entspringen (fast 2 Windungen) zur Somaregion im Rosenthalkanal (1 Windungen) (ii) temporaler Feinstruktur des neuronalen Codes: a) für kurze Interspikeintervalle in den distalen Axonen gibt es einen möglichen Verlust von Signalen in der Somaregion und b) im Fall von elektrischer Stimulation: eine konfuse bimodale Verteilung von Verzögerungszeiten als Konsequenz von verschiedenen Regionen der Spikeentstehung (iii) Spontanaktivität: das ist ein Verstärkungsmechanismus für akustische Signale an der Hörschwelle woraus eine Mischung von Spikes mit und ohne temporaler Information über das akustische Eingangssignal resultiert; Cluster mit einigen eingeschlossenen Zellkörpern könnten als Filterelemente dienen und damit die erste Stufe der neuronalen Informationsübertragung bedeuten.

Projektziel war die Erfassung neuer detaillierter anatomischer und morphometrischer Daten des afferenten Teils des menschlichen Hörnervs (Spiralganglion), um mit einem daraus entwickelten Computermodel das Übertragungsverhalten (input-output) des akustisch wie auch des elektrisch stimulierten Ohres zu analysieren. Zusätzlich wurden die Bahnen der Spiralganglienzellen untersucht. Die erzielten Ergebnisse sind von besonderem Interesse für die Cochleaimplantatforschung, etwa zur besseren Spracherkennung bei Störgeräuschen.Die neuronalen Elemente für die Signalübertragung von der Cochlea zum Gehirn unterscheiden sich wesentlich zwischen Menschen und Säugetierspezies was zu überraschenden funktionellen Konsequenzen führt. Die Signalverarbeitung für Cochleaimplantate basiert gegenwärtig hauptsächlich auf Messungen von Aktionspotenzialen im Katzenohr, sodass wegen fehlendem Wissen über die neuronalen Elemente der menschlichen Hörnervs sogar die neuesten Strategien der Signalverarbeitung für Cochleaimplantatträger de facto für die Katze anstatt für den Menschen entwickelt wurden.Die Einzigartigkeit der menschlichen Spiralganglienzellen besteht in der Zellkörperregion, typischer Weise mit wenig Isolierung durch Myelinschichten und durch Clusterbildung mehrerer Zellkörper. Es wurde gezeigt, dass die Zellkörper kleiner sind als ursprünglich angenommen, dass beim Menschen die Nervenfasern vor dem Zellkörper genau halb so dick sind wie im zentralen Bereich und dass die Clusterbildung sehr häufig vorkommt. Alle drei Beobachtungen sind konträr zu den Verhältnissen bei Katzen. Ferner wurde ein spiralförmiger Verlauf der Nervenfasern im Tieftonbereich festgestellt, der für weit in die Cochlea eindringende Implantate die Verletzung der Frequenzzuordnung bedeutet, weil jede dieser Fasern zu mehreren frequenzspezifischen Elektroden kurze Abstände hat. Bei der Analyse der Signalübertragung des Hörnervens von den Rezeptorzellen (innere Haarzellen) zum Stammhirn wurde folgendes für den Humanfall festgestellt. Das synaptische Anregungssignal ist ca. 15mal stärker als notwendig. Diese scheinbare Energieverschwendung bringt eine Beschleunigung der Signalübertragung und damit der Wahrnehmung von einer halben Millisekunde. Die durchmesserabhängige Weiterleitungsgeschwindigkeit in den Fasern deckt sich mit denen peripherer Nerven, liefert aber einen Wert der zu einer neuen Interpretation der so genannten auditory brainstem response (ABR) führt. ABR ist eine Messtechnik, die zur Interpretation von Fehlern in der Signalweiterleitung klinisch eingesetzt wird. Hier gibt es in der Fachliteratur widersprüchliche Interpretationen darüber welche neuronalen Elemente die Generatoren der 7 gemessenen Wellen sind. Wir fanden, dass der erste Maximalwert im ABR Signal dann entsteht wenn das Nervensignal den Zellkörper passiert.Die geometrische Form der Strukturen in der Cochlea wurde durch Mikro-CT datenmäßig erfasst und mit einem Finite Elemente Programm ausgewertet, um damit ein Analysewerkzeug für die elektrische Anregung mit Cochlea Implantaten zur Verfügung zu stellen.

Forschungsstätte(n)
  • Technische Universität Wien - 46%
  • Medizinische Universität Innsbruck - 54%
Nationale Projektbeteiligte
  • Anneliese Schrott-Fischer, Medizinische Universität Innsbruck , assoziierte:r Forschungspartner:in
Internationale Projektbeteiligte
  • Helge Rask-Andersen, Uppsala University Hospital - Schweden
  • Tania Hanekom, University of Pretoria - Südafrika

Research Output

  • 644 Zitationen
  • 20 Publikationen
Publikationen
  • 2020
    Titel Finite element analysis and three-dimensional reconstruction of tonotopically aligned human auditory fiber pathways: A computational environment for modeling electrical stimulation by a cochlear implant based on micro-CT
    DOI 10.1016/j.heares.2020.108001
    Typ Journal Article
    Autor Potrusil T
    Journal Hearing Research
    Seiten 108001
  • 2017
    Titel Molecular composition and distribution of gap junctions in the sensory epithelium of the human cochlea—a super-resolution structured illumination microscopy (SR-SIM) study
    DOI 10.1080/03009734.2017.1322645
    Typ Journal Article
    Autor Liu W
    Journal Upsala Journal of Medical Sciences
    Seiten 1-11
    Link Publikation
  • 2017
    Titel Role of BDNF and neurotrophic receptors in human inner ear development
    DOI 10.1007/s00441-017-2686-9
    Typ Journal Article
    Autor Johnson Chacko L
    Journal Cell and Tissue Research
    Seiten 347-363
    Link Publikation
  • 2016
    Titel Neurosensory Differentiation and Innervation Patterning in the Human Fetal Vestibular End Organs between the Gestational Weeks 8–12
    DOI 10.3389/fnana.2016.00111
    Typ Journal Article
    Autor Chacko L
    Journal Frontiers in Neuroanatomy
    Seiten 111
    Link Publikation
  • 2015
    Titel Nanoparticle mediated drug delivery of rolipram to tyrosine kinase B positive cells in the inner ear with targeting peptides and agonistic antibodies
    DOI 10.3389/fnagi.2015.00071
    Typ Journal Article
    Autor Glueckert R
    Journal Frontiers in Aging Neuroscience
    Seiten 71
    Link Publikation
  • 2014
    Titel Development of the innervation of the human inner ear
    DOI 10.1002/dneu.22242
    Typ Journal Article
    Autor Pechriggl E
    Journal Developmental Neurobiology
    Seiten 683-702
    Link Publikation
  • 2011
    Titel Neurotrophic Receptors as Potential Therapy Targets in Postnatal Development, in Adult, and in Hearing Loss-Affected Inner Ear
    DOI 10.1097/mao.0b013e31821f7cc1
    Typ Journal Article
    Autor Bitsche M
    Journal Otology & Neurotology
    Seiten 761-773
  • 2011
    Titel Current-Distance Relations for Microelectrode Stimulation of Pyramidal Cells
    DOI 10.1111/j.1525-1594.2011.01224.x
    Typ Journal Article
    Autor Wenger C
    Journal Artificial Organs
    Seiten 263-266
  • 2011
    Titel Lateral superior olive function in congenital deafness
    DOI 10.1016/j.heares.2011.01.012
    Typ Journal Article
    Autor Couchman K
    Journal Hearing Research
    Seiten 163-175
    Link Publikation
  • 2013
    Titel Nanomedicine strategies for drug delivery to the ear
    DOI 10.2217/nnm.13.104
    Typ Journal Article
    Autor Pritz C
    Journal Nanomedicine (London, England)
    Seiten 1155-1172
  • 2010
    Titel Enhancement of vowel encoding for cochlear implants by adding a high frequency signal: a modelling study.
    Typ Conference Proceeding Abstract
    Autor Paredes L
    Konferenz Proceedings 10th Vienna international workshop on functional electrical stimulation
  • 2010
    Titel Which elements of the mammalian central nervous system are excited by low current stimulation with microelectrodes?
    DOI 10.1016/j.neuroscience.2010.07.032
    Typ Journal Article
    Autor Rattay F
    Journal Neuroscience
    Seiten 399-407
    Link Publikation
  • 2014
    Titel Peak I of the human auditory brainstem response results from the somatic regions of type I spiral ganglion cells: Evidence from computer modeling
    DOI 10.1016/j.heares.2014.07.001
    Typ Journal Article
    Autor Rattay F
    Journal Hearing Research
    Seiten 67-79
    Link Publikation
  • 2013
    Titel Research in Electrical Stimulation Fundamentals
    DOI 10.1111/aor.12258
    Typ Journal Article
    Autor Rattay F
    Journal Artificial Organs
    Seiten 1023-1026
    Link Publikation
  • 2013
    Titel Impact of Morphometry, Myelinization and Synaptic Current Strength on Spike Conduction in Human and Cat Spiral Ganglion Neurons
    DOI 10.1371/journal.pone.0079256
    Typ Journal Article
    Autor Rattay F
    Journal PLoS ONE
    Link Publikation
  • 2012
    Titel Morphometric classification and spatial organization of spiral ganglion neurons in the human cochlea: Consequences for single fiber response to electrical stimulation
    DOI 10.1016/j.neuroscience.2012.03.033
    Typ Journal Article
    Autor Potrusil T
    Journal Neuroscience
    Seiten 120-135
    Link Publikation
  • 2012
    Titel Sheep as a Large Animal Model for Middle and Inner Ear Implantable Hearing Devices
    DOI 10.1097/mao.0b013e318248ee3a
    Typ Journal Article
    Autor Schnabl J
    Journal Otology & Neurotology
    Seiten 481-489
  • 2012
    Titel Strength–duration relationship for intra- versus extracellular stimulation with microelectrodes
    DOI 10.1016/j.neuroscience.2012.04.004
    Typ Journal Article
    Autor Rattay F
    Journal Neuroscience
    Seiten 1-13
    Link Publikation
  • 2012
    Titel Human Cochlea: Anatomical Characteristics and their Relevance for Cochlear Implantation
    DOI 10.1002/ar.22599
    Typ Journal Article
    Autor Rask-Andersen H
    Journal The Anatomical Record: Advances in Integrative Anatomy and Evolutionary Biology
    Seiten 1791-1811
  • 2011
    Titel Improving Hearing Performance Using Natural Auditory Coding Strategies
    DOI 10.1007/978-3-642-11934-7_12
    Typ Book Chapter
    Autor Rattay F
    Verlag Springer Nature
    Seiten 249-261

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