Wörterbuch altenglischer Pflanzennamen
Dictionary of Old English Plant Names
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (34%); Sprach- und Literaturwissenschaften (66%)
Keywords
-
Plant-Names,
Old English,
Anglo-Saxon,
Historical Linguistics,
Botanical Vocabulary
Die Forschung der vergangenen drei Jahrzehnte hat entgegen früheren Einschätzungen klar gezeigt, dass die angelsächsische Heilkunde keinesfalls rückständig war, sondern der zeitgenössischen frühmittelalterlichen kontinental-europäischen Medizin weit voraus war. Als Spezifikum der angelsächsischen medizinisch-botanischen Literatur ist jedoch festzuhalten, dass im Gegensatz zur primär lateinischen Literatur des Kontinents mehrere umfangreiche Texte in der Volkssprache, also in altenglischer Sprache vorliegen. Dazu zählen die bereits 1864-66 in der monumentalen Ausgabe von Oswald Cockayne edierten Texte Altenglisches Herbarium Apuleii, Laeceboc, Lacnunga, Peri Didaxeon. Darüber hinaus wird das große Interesse am medizinisch-botanischen Schrifttum durch die ungewöhnlich große Zahl von über 6000 lateinisch-altenglischen Pflanzenglossen bewiesen. Offensichtlich als Folge der früher negativen Einstellung, war der botanische Wortschatz des Altenglischen bis in die 70er-Jahre des 20.Jahrhunderts der am wenigsten erforschte Teilbereich des englischen Wortschatzes. Dies änderte sich durch die von 1975-1979 in drei Bänden erschienene Studie Der botanische Wortschatz des Altenglischen von Peter Bierbaumer, in der der relevante Wortschatz der oben genannten Texte und Glossen vollständig erfasst und interpretiert wurde. Darüber hinaus erfolgte in den letzten Jahren eine grundsätzliche Änderung der Situation als unter anderem durch die Studien des Münchener Anglisten Hans Sauer und durch den von Carole Biggam an der Universität Glasgow gegründeten Anglo-Saxon Plant-Name Survey neues Interesse an der Erforschung des altenglischen botanischen Wortschatzes bekundet wurde. Im Rahmen des fwf-Projektes "Digital and Printed Dictionary of Old English Plant-Names" wurde bereits bestehendes Material digitalisiert, die Arbeiten zum Thema von 1980 bis heute gesammelt und diesen Daten angefügt. Gleichzeitig wurde eine datenbankgestützte Webplattform geschaffen, mit der die Informationen verwaltet und mit einem völlig neuartigem Konzept für Online-Wörterbüchern der Wissenschaft zur Verfügung gestellt wird. Durch die Zusammenarbeit mit Hans Sauer und seiner Assistentin Ulrike Krischke konnte mit der etymologischen und morphologischen Analyse der altenglischen Pflanzennamen eine weiterer Schwerpunkt festgelegt werden. Mit diesem Folgeprojekt sollen alle offenen Arbeiten aus dem oben besprochenen Projekt abgeschlossen werden und eine Reihe neuer Aspekte, die durch die intensive Arbeit mit dem Datenmaterial aber auch durch konstruktive Hinweise von FachkollegInnen aufgeworfen wurden, eingearbeitet werden. Diese beinhalten nicht nur eine Funktionserweiterung der Webplattform und die Überprüfung der eingegebenen Daten auf Konsistenz, sondern auch eine Ausweitung der inhaltlichen Schwerpunkte (z.B.: Daten zur/für Ortsnamenforschung, erweiterte Referenzen). Diese Arbeiten werden weiterhin in Zusammenarbeit mit unseren Münchner KollgeInnen durchgeführt.
Die Forschung der vergangenen drei Jahrzehnte hat entgegen früheren Einschätzungen klar gezeigt, dass die angelsächsische Heilkunde keinesfalls rückständig war, sondern der zeitgenössischen frühmittelalterlichen kontinental-europäischen Medizin weit voraus war. Als Spezifikum der angelsächsischen medizinisch-botanischen Literatur ist jedoch festzuhalten, dass im Gegensatz zur primär lateinischen Literatur des Kontinents mehrere umfangreiche Texte in der Volkssprache, also in altenglischer Sprache vorliegen. Dazu zählen die bereits 1864-66 in der monumentalen Ausgabe von Oswald Cockayne edierten Texte Altenglisches Herbarium Apuleii, Laeceboc, Lacnunga, Peri Didaxeon. Darüber hinaus wird das große Interesse am medizinisch-botanischen Schrifttum durch die ungewöhnlich große Zahl von über 6000 lateinisch-altenglischen Pflanzenglossen bewiesen. Offensichtlich als Folge der früher negativen Einstellung, war der botanische Wortschatz des Altenglischen bis in die 70er-Jahre des 20.Jahrhunderts der am wenigsten erforschte Teilbereich des englischen Wortschatzes. Dies änderte sich durch die von 1975-1979 in drei Bänden erschienene Studie Der botanische Wortschatz des Altenglischen von Peter Bierbaumer, in der der relevante Wortschatz der oben genannten Texte und Glossen vollständig erfasst und interpretiert wurde. Darüber hinaus erfolgte in den letzten Jahren eine grundsätzliche Änderung der Situation als unter anderem durch die Studien des Münchener Anglisten Hans Sauer und durch den von Carole Biggam an der Universität Glasgow gegründeten Anglo-Saxon Plant-Name Survey neues Interesse an der Erforschung des altenglischen botanischen Wortschatzes bekundet wurde. Im Rahmen des fwf-Projektes "Digital and Printed Dictionary of Old English Plant-Names" wurde bereits bestehendes Material digitalisiert, die Arbeiten zum Thema von 1980 bis heute gesammelt und diesen Daten angefügt. Gleichzeitig wurde eine datenbankgestützte Webplattform geschaffen, mit der die Informationen verwaltet und mit einem völlig neuartigem Konzept für Online-Wörterbüchern der Wissenschaft zur Verfügung gestellt wird. Durch die Zusammenarbeit mit Hans Sauer und seiner Assistentin Ulrike Krischke konnte mit der etymologischen und morphologischen Analyse der altenglischen Pflanzennamen eine weiterer Schwerpunkt festgelegt werden. Mit diesem Folgeprojekt sollen alle offenen Arbeiten aus dem oben besprochenen Projekt abgeschlossen werden und eine Reihe neuer Aspekte, die durch die intensive Arbeit mit dem Datenmaterial aber auch durch konstruktive Hinweise von FachkollegInnen aufgeworfen wurden, eingearbeitet werden. Diese beinhalten nicht nur eine Funktionserweiterung der Webplattform und die Überprüfung der eingegebenen Daten auf Konsistenz, sondern auch eine Ausweitung der inhaltlichen Schwerpunkte (z.B.: Daten zur/für Ortsnamenforschung, erweiterte Referenzen). Diese Arbeiten werden weiterhin in Zusammenarbeit mit unseren Münchner KollgeInnen durchgeführt.
- Universität Graz - 100%
- Hans Sauer, Ludwig Maximilians-Universität München - Deutschland