Hugo van der Goes und die niederländische Zeichnung II
Hugo van Goes and the Netherlandish Drawings II
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (5%); Kunstwissenschaften (95%)
Keywords
-
Hugo van der Goes,
Netherlands,
Drawings,
Iconography,
Design For Painted Glass Roundels,
Silver-Stained Glass Roundels
Dieses Projekt soll das im März 2006 begonnene Projekt "Hugo van der Goes und die niederländische Zeichnung unter besonderer Berücksichtigung der Vorlagen für Glasmalerei" fortsetzen. Die ursprünglich veranschlagte Zeit von zwei Jahren für die Bearbeitung der 120 Zeichnungen, die derzeit der Goes-Gruppe zugeordnet sind, war nicht ausreichend. Neue Erkenntnisse und Entdeckungen öffneten die Augen für bisher wenig beachtete Details und machten daher neuerliche und weitergehendere Untersuchungen der Originale notwendig. Viele dieser Erkenntnisse verdanken wir neuen technischen Möglichkeiten oder rezenten Restaurierungen, die Rückseiten von Zeichnungen zugänglich oder Wasserzeichen sichtbar machten. Genauere und zum Teil mikroskopische Untersuchungen der Originale führten selbst bei gut bekannten und längst publizierten Zeichnungen zu neuen Entdeckungen. So konnte ich etwa an Hugo van der Goes` eigenhändiger Hell-Dunkel-Zeichnung Jakob und Rachel in Oxford das Originalformat rekonstruieren, indem ich Papierflicken, die aus abgeschnittenen Teilen des Blattes stammen, anhand von Falten- und Tintenspuren digital an ihren ursprünglichen Platz versetzte. Dieses bekannteste Blatt der Goes-Gruppe war demnach um mindestens sieben Zentimeter höher als heute. An einer anderen bemerkenswerten Zeichnung der Gruppe, dem Evangelisten Lukas in Rotterdam, ließen sich in den wichtigsten Linien bislang unbemerkte Griffel- bzw. Übertragungsspuren feststellen. Aus ihnen wird deutlich, dass die Zeichnung einem Kupferstich von Anton Wierix als unmittelbare Vorlage diente. Auch die Albertina-Zeichnung nach Van der Goes` sog. Großer Kreuzabnahme weist solche Übertragungsspuren auf, die eine unmittelbare Verwendung in der Werkstatt der Wierix- Familie belegen. Auf Grund solcher Zusammenhänge mussten - und müssen - weit mehr Zeichnungen vor Ort untersucht werden, als dies zu Beginn des Projektes abzuschätzen war. Dazu kamen unerwartete, neue Fragestellungen, die sich aus dem zunehmende Informationsaustausch mit Glasmalerei-Projekten in Belgien und Deutschland ergaben. Einige meiner Forschungsergebnisse werde ich auf einer Tagung zum Thema Scheibenriss in der Kunsthalle Karlsruhe im September 2008 präsentieren. Das Gesamtergebnis des Projektes sollen in enger Zusammenarbeit mit Prof. Fritz Koreny in einem Band seines Projektes Corpus der deutschen und niederländischen Zeichnungen 1350-1500 publiziert werden.
Dieses Projekt soll das im März 2006 begonnene Projekt "Hugo van der Goes und die niederländische Zeichnung unter besonderer Berücksichtigung der Vorlagen für Glasmalerei" fortsetzen. Die ursprünglich veranschlagte Zeit von zwei Jahren für die Bearbeitung der 120 Zeichnungen, die derzeit der Goes-Gruppe zugeordnet sind, war nicht ausreichend. Neue Erkenntnisse und Entdeckungen öffneten die Augen für bisher wenig beachtete Details und machten daher neuerliche und weitergehendere Untersuchungen der Originale notwendig. Viele dieser Erkenntnisse verdanken wir neuen technischen Möglichkeiten oder rezenten Restaurierungen, die Rückseiten von Zeichnungen zugänglich oder Wasserzeichen sichtbar machten. Genauere und zum Teil mikroskopische Untersuchungen der Originale führten selbst bei gut bekannten und längst publizierten Zeichnungen zu neuen Entdeckungen. So konnte ich etwa an Hugo van der Goes` eigenhändiger Hell-Dunkel-Zeichnung Jakob und Rachel in Oxford das Originalformat rekonstruieren, indem ich Papierflicken, die aus abgeschnittenen Teilen des Blattes stammen, anhand von Falten- und Tintenspuren digital an ihren ursprünglichen Platz versetzte. Dieses bekannteste Blatt der Goes-Gruppe war demnach um mindestens sieben Zentimeter höher als heute. An einer anderen bemerkenswerten Zeichnung der Gruppe, dem Evangelisten Lukas in Rotterdam, ließen sich in den wichtigsten Linien bislang unbemerkte Griffel- bzw. Übertragungsspuren feststellen. Aus ihnen wird deutlich, dass die Zeichnung einem Kupferstich von Anton Wierix als unmittelbare Vorlage diente. Auch die Albertina-Zeichnung nach Van der Goes` sog. Großer Kreuzabnahme weist solche Übertragungsspuren auf, die eine unmittelbare Verwendung in der Werkstatt der Wierix- Familie belegen. Auf Grund solcher Zusammenhänge mussten - und müssen - weit mehr Zeichnungen vor Ort untersucht werden, als dies zu Beginn des Projektes abzuschätzen war. Dazu kamen unerwartete, neue Fragestellungen, die sich aus dem zunehmende Informationsaustausch mit Glasmalerei-Projekten in Belgien und Deutschland ergaben. Einige meiner Forschungsergebnisse werde ich auf einer Tagung zum Thema Scheibenriss in der Kunsthalle Karlsruhe im September 2008 präsentieren. Das Gesamtergebnis des Projektes sollen in enger Zusammenarbeit mit Prof. Fritz Koreny in einem Band seines Projektes Corpus der deutschen und niederländischen Zeichnungen 1350-1500 publiziert werden.
- Universität Wien - 100%
- Joost M. A. Caen, Universiteit Antwerpen - Belgien
- Eva Thommes-Fitz, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften - Deutschland
- Oliver Hahn, Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung - Deutschland
- Thomas Ketelsen, Staatliche Kunstsammlung Dresden - Deutschland