Österreichische Literatur und Kultur der Zwischenkriegszeit
Austrian literature and culture between WW 1 and WW 2
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (15%); Medien- und Kommunikationswissenschaften (15%); Sprach- und Literaturwissenschaften (70%)
Keywords
-
Literatur und Kulturwissenschaft,
Rezeptionsbeziehungen,
Intermedialität,
Zwischenkriegszeit,
Kanonfragen transdisziplinär
Obwohl zahlreiche Aspekte und Facetten der österreichischen Literatur und Kultur der Zwischenkriegszeit (1918 bis 1934) durch Einzelstudien bereits hinreichend erschlossen scheinen, nicht wenige Autoren im >Kanon< prominent situiert sind (z.B. Broch, Kraus, Musil, Roth oder St. Zweig) oder durch Neuauflagen und Wiederentdeckungen wieder ins Gespräch kamen bzw. kommen (Perutz, Hartwig, Müller z.B.), ist das Gesamtbild der Epoche im Vergleich zur >Literatur der Weimarer Republik< nach wie vor merkwürdig diffus und unscharf geblieben. Insbesondere sind dabei in repräsentativen` Darstellungen die z.T. intensiven Beziehungen zwischen den literarischen Zentren Berlin-Wien-Prag, die Rezeption der europäischen Avantgarde sowie die produktive Rezeption und Integration neuer Medien und transliterarischer künstlerischer Ausdrucksformen (Musik, Malerei z.B.) zugunsten einer Fortschreibung von Kontinuitäten der Fin de Siècle-Moderne und einer habsburgmythischen Perspektivierung vernachlässigt worden. Das vorliegende Projekt zielt daher auf eine neue Positionierung des AutorInnen- und Textfeldes im kulturwissenschaftlichen Sinn, d.h. auf eine stärkere Akzentuierung von Texten im Kontext historisch- soziologischer Prozesse sowie in dialogischer Konfrontation mit anderen wichtigen kulturellen Phänomenen und technischen Herausforderungen der Zeit. Ausgehend von einem wiederholt formulierten Desiderat nach einem Manifeste`-Band (programmatische ästhetische, theoretische, literatursoziologische Texte, Kontroversen etc.) werden folgende Forschungsbereiche im Mittelpunkt stehen und sollen über Recherchen, Tagungen, workshops und Publikationen erschlossen werden: Eine weitgehend systematische Aufarbeitung der dynamischen Beziehungen zwischen massenkulturellen Phänomenen, literarischen Eliten, innovativen wie traditionellen Textformen und medial-künstlerischen Inszenierungen; die kritische Revision des Textund AutorInnenkanons unter Einbeziehung des zeitgenössischen (Literatur)Verlagswesens; transliterarische Beziehungen von Wien ausgehend bzw. mit Wien verknüpft, v.a. hinsichtlich der Rezeption der europäischen Avantgarden, sowie Aspekte der jüdisch-jiddischen Literatur und Literaturdiskussion im Wien der 20er Jahre, die neben eigenen Zeitschriften auf ein vitales Angebot im Bereich des Theaters durch Gastspiele zurückgreifen konnte und eine rege Debatte bzw. Reflexion (z.B. bei Beer-Hoffmann, Schnitzler) auslöste und interessante Prosa (z.B. A. M. Fuchs) hervorgebracht hat.
Obwohl zahlreiche Aspekte und Facetten der österreichischen Literatur und Kultur der Zwischenkriegszeit (1918 bis 1934) durch Einzelstudien bereits hinreichend erschlossen scheinen, nicht wenige Autoren im >Kanon< prominent situiert sind (z.B. Broch, Kraus, Musil, Roth oder St. Zweig) oder durch Neuauflagen und Wiederentdeckungen wieder ins Gespräch kamen bzw. kommen (Perutz, Hartwig, Müller z.B.), ist das Gesamtbild der Epoche im Vergleich zur >Literatur der Weimarer Republik< nach wie vor merkwürdig diffus und unscharf geblieben. Insbesondere sind dabei in `repräsentativen` Darstellungen die z.T. intensiven Beziehungen zwischen den literarischen Zentren Berlin-Wien-Prag, die Rezeption der europäischen Avantgarde sowie die produktive Rezeption und Integration neuer Medien und transliterarischer künstlerischer Ausdrucksformen (Musik, Malerei z.B.) zugunsten einer Fortschreibung von Kontinuitäten der Fin de Siècle-Moderne und einer habsburgmythischen Perspektivierung vernachlässigt worden. Das vorliegende Projekt zielt daher auf eine neue Positionierung des AutorInnen- und Textfeldes im kulturwissenschaftlichen Sinn, d.h. auf eine stärkere Akzentuierung von Texten im Kontext historisch- soziologischer Prozesse sowie in dialogischer Konfrontation mit anderen wichtigen kulturellen Phänomenen und technischen Herausforderungen der Zeit. Ausgehend von einem wiederholt formulierten Desiderat nach einem `Manifeste`-Band (programmatische ästhetische, theoretische, literatursoziologische Texte, Kontroversen etc.) werden folgende Forschungsbereiche im Mittelpunkt stehen und sollen über Recherchen, Tagungen, workshops und Publikationen erschlossen werden: Eine weitgehend systematische Aufarbeitung der dynamischen Beziehungen zwischen massenkulturellen Phänomenen, literarischen Eliten, innovativen wie traditionellen Textformen und medial-künstlerischen Inszenierungen; die kritische Revision des Textund AutorInnenkanons unter Einbeziehung des zeitgenössischen (Literatur)Verlagswesens; transliterarische Beziehungen von Wien ausgehend bzw. mit Wien verknüpft, v.a. hinsichtlich der Rezeption der europäischen Avantgarden, sowie Aspekte der jüdisch-jiddischen Literatur und Literaturdiskussion im Wien der 20er Jahre, die neben eigenen Zeitschriften auf ein vitales Angebot im Bereich des Theaters durch Gastspiele zurückgreifen konnte und eine rege Debatte bzw. Reflexion (z.B. bei Beer-Hoffmann, Schnitzler) auslöste und interessante Prosa (z.B. A. M. Fuchs) hervorgebracht hat.
- Universität Salzburg - 15%
- Universität Klagenfurt - 85%
- Karl Müller, Universität Salzburg , assoziierte:r Forschungspartner:in