Glycosidasen aus O. oeni: Klonierung und Charakterisierung
Glycosidases from O. oeni: cloning and characterization
Wissenschaftsdisziplinen
Andere Technische Wissenschaften (20%); Biologie (50%); Industrielle Biotechnologie (30%)
Keywords
-
Glycosylated aroma precursors,
Glycosidase purification,
Cloning,
Enzyme characterization
Neben der alkoholischen und malolactischen Fermentation (MLF), die beide essentiell für die Weinherstellung sind, ereignet sich eine große Vielzahl weiterer Veränderungen bis aus Most Wein in seinem ersten Reifezustand geworden ist. Während die Verminderung des Säuregrades die wesentliche sensorische Veränderung durch die malolactische Fermentation darstellt, wird die Bedeutung weiterer damit verbundener Veränderungen, wie z.B. des Aromaprofils, der Wahrnehmung mit dem Gaumen sowie der Farbe zunehmend als wichtig erkannt, wenngleich die Vorgänge insgesamt derzeit noch zu wenig verstanden werden. Während der Weinherstellung werden zahlreiche Verbindungen, die unseren visuellen, Geruchs-, Geschmacks- und Tastsinn ansprechen entweder freigesetzt, synthetisiert, abgebaut oder modifiziert. Aromastoffe stellen mit ca. 1 g/L nur einen Bruchteil der Weininhaltsstoffe dar, ihre Bedeutung ist aber viel größer als aufgrund ihrer Menge zu erwarten wäre. Das "Wein- Bukett" entstammt zwei Quellen, den Traubenstöcken und den Böden sowie den Fermentationen. Deshalb versucht der Weinmacher entweder soviel wie möglich der in der Traube vorhandenen Aromastoffe zu extrahieren (durch Variation der Maischzeit und Temperatur) oder/und die glycosidisch gebundenen Terpene sensorisch wahrnehmbar zu machen durch enzymatische Freisetzung, z.B. während der MLF oder direkte Zugabe geeigneter Glycosidasen. Da viele dieser Prozesse enzymkatalysiert ablaufen ist ein besseres Verständnis der Auswirkungen von Enzymen auf das Aromaspektrum und die Sensorik von Weinen nicht zuletzt von großem praktischen Interesse. In der Vergangenheit sind lediglich in silico Untersuchungen an den Glucosidasen von Milchsäurebakterien aus Wein durchgeführt werden. Innerhalb dieses Projekts sollen verschiedene Glycosidasen aus Wein Milchsäurebakterien kloniert und charakterisiert werden. Es ist beabsichtigt die erste Zellsammlung von Milchsäurebakterien aus Österreichischen Trauben, Traubenmost und Weinen anzulegen. Nach der Isolierung und Identifizierung der Stämme soll ein biochemisches Screening nach aktiven Stämmen durchgeführt werden. Danach werden die Glycosidasen der aussichtsreichsten Stämme kloniert, wobei folgende 3 Strategien vorgesehen sind: (1) Nutzung der kürzlich publizierten putativen Glycosidase-Sequenzen für die Synthese von geeigneten PCR- Primern, (2) Anlegung von DNA-Bibliotheken der ausgewählten aktiven Stämme, und (3) Sequenzierung der gereingten nativen Glycosidasen zwecks Herstellung von geeigneten Oligonucleotiden für das Klonieren der spezifischen Glycosidasen. Anschließend daran sollen mit verschiedenen klonierten Enzymen detaillierte biochemische Charakterisierungen durchgeführt werden. Damit sollen die gegenwärtig bestehenden lückenhaften Kenntnisse über die molekularen und physikalisch-chemischen Parameter, welche die Glycosidase- Reaktionen unter den harschen Bedingungen der Weinbereitung (pH 3.5, 14% Ethanol, hohe Zuckerkonzentration, einfluß von Gluconolacton) bestimmen, geschlossen werden. Das vorgesehene Projekt soll von zwei Dissertanten zusammen mit MSc./BSc.-Studenten innerhalb von 3 Jahren durchgeführt werden.
Neben der alkoholischen und malolactischen Fermentation (MLF), die beide essentiell für die Weinherstellung sind, ereignet sich eine große Vielzahl weiterer Veränderungen bis aus Most Wein in seinem ersten Reifezustand geworden ist. Während die Verminderung des Säuregrades die wesentliche sensorische Veränderung durch die malolactische Fermentation darstellt, wird die Bedeutung weiterer damit verbundener Veränderungen, wie z.B. des Aromaprofils, der Wahrnehmung mit dem Gaumen sowie der Farbe zunehmend als wichtig erkannt, wenngleich die Vorgänge insgesamt derzeit noch zu wenig verstanden werden. Während der Weinherstellung werden zahlreiche Verbindungen, die unseren visuellen, Geruchs-, Geschmacks- und Tastsinn ansprechen entweder freigesetzt, synthetisiert, abgebaut oder modifiziert. Aromastoffe stellen mit ca. 1 g/L nur einen Bruchteil der Weininhaltsstoffe dar, ihre Bedeutung ist aber viel größer als aufgrund ihrer Menge zu erwarten wäre. Das "Wein- Bukett" entstammt zwei Quellen, den Traubenstöcken und den Böden sowie den Fermentationen. Deshalb versucht der Weinmacher entweder soviel wie möglich der in der Traube vorhandenen Aromastoffe zu extrahieren (durch Variation der Maischzeit und Temperatur) oder/und die glycosidisch gebundenen Terpene sensorisch wahrnehmbar zu machen durch enzymatische Freisetzung, z.B. während der MLF oder direkte Zugabe geeigneter Glycosidasen. Da viele dieser Prozesse enzymkatalysiert ablaufen ist ein besseres Verständnis der Auswirkungen von Enzymen auf das Aromaspektrum und die Sensorik von Weinen nicht zuletzt von großem praktischen Interesse. In der Vergangenheit sind lediglich in silico Untersuchungen an den Glucosidasen von Milchsäurebakterien aus Wein durchgeführt werden. Innerhalb dieses Projekts sollen verschiedene Glycosidasen aus Wein Milchsäurebakterien kloniert und charakterisiert werden. Es ist beabsichtigt die erste Zellsammlung von Milchsäurebakterien aus Österreichischen Trauben, Traubenmost und Weinen anzulegen. Nach der Isolierung und Identifizierung der Stämme soll ein biochemisches Screening nach aktiven Stämmen durchgeführt werden. Danach werden die Glycosidasen der aussichtsreichsten Stämme kloniert, wobei folgende 3 Strategien vorgesehen sind: (1) Nutzung der kürzlich publizierten putativen Glycosidase-Sequenzen für die Synthese von geeigneten PCR-Primern, (2) Anlegung von DNA-Bibliotheken der ausgewählten aktiven Stämme, und (3) Sequenzierung der gereingten nativen Glycosidasen zwecks Herstellung von geeigneten Oligonucleotiden für das Klonieren der spezifischen Glycosidasen. Anschließend daran sollen mit verschiedenen klonierten Enzymen detaillierte biochemische Charakterisierungen durchgeführt werden. Damit sollen die gegenwärtig bestehenden lückenhaften Kenntnisse über die molekularen und physikalisch-chemischen Parameter, welche die Glycosidase-Reaktionen unter den harschen Bedingungen der Weinbereitung (pH 3.5, 14% Ethanol, hohe Zuckerkonzentration, einfluß von Gluconolacton) bestimmen, geschlossen werden. Das vorgesehene Projekt soll von zwei Dissertanten zusammen mit MSc./BSc.- Studenten innerhalb von 3 Jahren durchgeführt werden.
- Reinhard Eder, Wein & Obst Klosterneuburg RTD , assoziierte:r Forschungspartner:in
- Vladimir Jiranek, University of Adelaide - Australien
- Sergi Maicas I Prieto, Departamento de Informática de Sistemas y Computadores - Spanien
Research Output
- 320 Zitationen
- 10 Publikationen
-
2013
Titel Evaluation of the food grade expression systems NICE and pSIP for the production of 2,5-diketo-D-gluconic acid reductase from Corynebacterium glutamicum DOI 10.1186/2191-0855-3-7 Typ Journal Article Autor Kaswurm V Journal AMB Express Seiten 7 Link Publikation -
2012
Titel Heterologous expression of Oenococcus oeni malolactic enzyme in Lactobacillus plantarum for improved malolactic fermentation DOI 10.1186/2191-0855-2-19 Typ Journal Article Autor Schümann C Journal AMB Express Seiten 19 Link Publikation -
2012
Titel Release of wine monoterpenes from natural precursors by glycosidases from Oenococcus oeni DOI 10.1016/j.foodchem.2012.04.099 Typ Journal Article Autor Michlmayr H Journal Food Chemistry Seiten 80-87 Link Publikation -
2011
Titel Characterization of Two Distinct Glycosyl Hydrolase Family 78 a-l-Rhamnosidases from Pediococcus acidilactici DOI 10.1128/aem.05317-11 Typ Journal Article Autor Michlmayr H Journal Applied and Environmental Microbiology Seiten 6524-6530 Link Publikation -
2010
Titel A ß-glucosidase from Oenococcus oeni ATCC BAA-1163 with potential for aroma release in wine: cloning and expression in E. coli DOI 10.1007/s11274-009-0299-5 Typ Journal Article Autor Michlmayr H Journal World Journal of Microbiology and Biotechnology Seiten 1281-1289 Link Publikation -
2010
Titel Heterologously Expressed Family 51 a-l-Arabinofuranosidases from Oenococcus oeni and Lactobacillus brevis DOI 10.1128/aem.01385-10 Typ Journal Article Autor Michlmayr H Journal Applied and Environmental Microbiology Seiten 1528-1531 Link Publikation -
2010
Titel Biotransformation of pineapple juice sugars into dietetic derivatives by using a cell free oxidoreductase from Zymomonas mobilis together with commercial invertase DOI 10.1016/j.enzmictec.2010.09.012 Typ Journal Article Autor Aziz M Journal Enzyme and Microbial Technology Seiten 85-91 -
2009
Titel Isolation and basic characterization of a ß-glucosidase from a strain of Lactobacillus brevis isolated from a malolactic starter culture DOI 10.1111/j.1365-2672.2009.04461.x Typ Journal Article Autor Michlmayr H Journal Journal of Applied Microbiology Seiten 550-559 Link Publikation -
2013
Titel Arabinoxylan Oligosaccharide Hydrolysis by Family 43 and 51 Glycosidases from Lactobacillus brevis DSM 20054 DOI 10.1128/aem.02130-13 Typ Journal Article Autor Michlmayr H Journal Applied and Environmental Microbiology Seiten 6747-6754 Link Publikation -
2013
Titel Calculation of substrate binding affinities for a bacterial GH78 rhamnosidase through molecular dynamics simulations DOI 10.1016/j.molcatb.2013.03.012 Typ Journal Article Autor Grandits M Journal Journal of Molecular Catalysis B: Enzymatic Seiten 34-43 Link Publikation