Das römisch-deutsche Königtum im 12. Jahrhundert
The german kingship in the 12th century
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (80%); Soziologie (20%)
Keywords
-
Römisch-deutsches Königtum,
Diplomatik,
Hofstruktur,
Mittelalter,
Itinerar
Die Frage nach dem Wesen der Herrschaftsstruktur des hochmittelalterlichen Königtums erlebt seit geraumer Zeit einen Aufschwung. Im Mittelpunkt stehen dabei vor allem Analysen der personellen Umgebung des Königs. So wurde die Erforschung des Hofes zu einem international intensiv diskutiertem Forschungsthema. Denn über die Untersuchung der personellen Zusammensetzung der Umgebung des Herrschers lassen sich Rückschlüsse auf die Kernregionen des königlichen Regiments ziehen. Diese Personen können einzelnen politischen Regionen zugeordnet werden und so der Einzug des Königshofes aus diesen Landschaften untersucht werden. Da die persönliche Präsenz bei Hof die Möglichkeit zur Partizipation an den Reichsgeschäften bot, welche für die Lehensträger aber auch Pflicht war, kann so der Wirkungsbereich der Königsherrschaft umrissen werden. Zudem können so die Ratgeber des Königs erkannt werden. Denn überdurchschnittliche Präsenz bei Hof deutet auf ein Vertrauensverhältnis zum Herrscher hin. Zugleich hielt sich der Hof an ständig wechselnden Orten auf, so dass auch die Untersuchung des Reisewegs des Herrschers von großer Bedeutung ist. Denn die Aufenthaltshäufigkeit und -dauer des Herrschers an einzelnen Orten und Regionen gibt ebenso Hinweise auf die Königsnähe oder Königsferne einzelner politischer Landschaften. Dies gilt auch für die Analyse der Praxis der Urkundenvergabe des Königs. Denn die Beobachtung der regionalen Streuung der Empfänger der Königsurkunden kann ergänzend ebenso dazu dienen, diese Schwerpunktregionen namhaft zu machen. Ziel des Projekts ist die Analyse der Herrschaftsstruktur des römisch-deutschen Königtums im 12. Jahrhundert. Während der französische Hof der Kapetinger für die Zeit zwischen 987 und 1180 bereits untersucht wurde, existieren für das Regnum Theutonicum bisher nur Studien zu einzelnen Herrschern. Eine vergleichende Betrachtung fehlt jedoch. Nun sollen die drei Untersuchungsperspektiven Hofstruktur, Herrscheritinerar und Urkundenvergabe verbunden und so der Zeitraum zwischen Lothar III. und Otto IV. (1125 bis 1215) unter diesem Blickwinkel betrachtet werden. Damit sollen die personellen und regionalen Grundlagen der Königsherrschaft erkannt und so erstmals die regionale und soziale Zusammensetzung der Personengruppe an der Seite des Königs von einer vergleichbaren Datenbasis aus im historischen Längsschnitt über 90 Jahre dargestellt und untersucht werden. Zu erwarten sind dabei Ergebnisse von landeskundlicher, verfassungsgeschichtlicher und sozialgeschichtlicher Relevanz. Unter anderem sollen Kriterien für die Zugehörigkeit zum engeren Kreis um den König erkannt werden. Etwaige Kontinuitäten und Diskontinuitäten in dieser Gruppe werden zu beschreiben sein und vor allem wird der Frage nach der sozialen Mobilität nachzugehen sein. Daneben wird auch die Frage nach der geographischen Herkunft eine Rolle spielen. Hier wird sich die Analyse auch mit den beiden anderen Untersuchungsbereichen, Urkundenvergabe und Herrscheritinerar, treffen. Es sollen so Aussagen über die Genese der Reichs- und Landesstruktur getroffen werden können.
Die Frage nach dem Wesen der Herrschaftsstruktur des hochmittelalterlichen Königtums erlebt seit geraumer Zeit einen Aufschwung. Im Mittelpunkt stehen dabei vor allem Analysen der personellen Umgebung des Königs. So wurde die Erforschung des Hofes zu einem international intensiv diskutiertem Forschungsthema. Denn über die Untersuchung der personellen Zusammensetzung der Umgebung des Herrschers lassen sich Rückschlüsse auf die Kernregionen des königlichen Regiments ziehen. Diese Personen können einzelnen politischen Regionen zugeordnet werden und so der Einzug des Königshofes aus diesen Landschaften untersucht werden. Da die persönliche Präsenz bei Hof die Möglichkeit zur Partizipation an den Reichsgeschäften bot, welche für die Lehensträger aber auch Pflicht war, kann so der Wirkungsbereich der Königsherrschaft umrissen werden. Zudem können so die Ratgeber des Königs erkannt werden. Denn überdurchschnittliche Präsenz bei Hof deutet auf ein Vertrauensverhältnis zum Herrscher hin. Zugleich hielt sich der Hof an ständig wechselnden Orten auf, so dass auch die Untersuchung des Reisewegs des Herrschers von großer Bedeutung ist. Denn die Aufenthaltshäufigkeit und -dauer des Herrschers an einzelnen Orten und Regionen gibt ebenso Hinweise auf die Königsnähe oder Königsferne einzelner politischer Landschaften. Dies gilt auch für die Analyse der Praxis der Urkundenvergabe des Königs. Denn die Beobachtung der regionalen Streuung der Empfänger der Königsurkunden kann ergänzend ebenso dazu dienen, diese Schwerpunktregionen namhaft zu machen. Ziel des Projekts ist die Analyse der Herrschaftsstruktur des römisch-deutschen Königtums im 12. Jahrhundert. Während der französische Hof der Kapetinger für die Zeit zwischen 987 und 1180 bereits untersucht wurde, existieren für das Regnum Theutonicum bisher nur Studien zu einzelnen Herrschern. Eine vergleichende Betrachtung fehlt jedoch. Nun sollen die drei Untersuchungsperspektiven Hofstruktur, Herrscheritinerar und Urkundenvergabe verbunden und so der Zeitraum zwischen Lothar III. und Otto IV. (1125 bis 1215) unter diesem Blickwinkel betrachtet werden. Damit sollen die personellen und regionalen Grundlagen der Königsherrschaft erkannt und so erstmals die regionale und soziale Zusammensetzung der Personengruppe an der Seite des Königs von einer vergleichbaren Datenbasis aus im historischen Längsschnitt über 90 Jahre dargestellt und untersucht werden. Zu erwarten sind dabei Ergebnisse von landeskundlicher, verfassungsgeschichtlicher und sozialgeschichtlicher Relevanz. Unter anderem sollen Kriterien für die Zugehörigkeit zum engeren Kreis um den König erkannt werden. Etwaige Kontinuitäten und Diskontinuitäten in dieser Gruppe werden zu beschreiben sein und vor allem wird der Frage nach der sozialen Mobilität nachzugehen sein. Daneben wird auch die Frage nach der geographischen Herkunft eine Rolle spielen. Hier wird sich die Analyse auch mit den beiden anderen Untersuchungsbereichen, Urkundenvergabe und Herrscheritinerar, treffen. Es sollen so Aussagen über die Genese der Reichs- und Landesstruktur getroffen werden können.
- Theo Kölzer, Universität Bonn - Deutschland