Edition der Theologischen Jugendschriften F.W.J. Schelling
Edition of Schellings theological writings from his youth
Wissenschaftsdisziplinen
Philosophie, Ethik, Religion (100%)
Keywords
-
Editionsprojekt,
Theologiegeschichte,
Philosophiegeschichte,
Deutscher Idealismus,
Wissenschaftsgeschichte,
Geschichte der Exegese
Im Rahmen des Projekts sollen mit den "Theologischen Jugendschriften" F.W.J. Schellings der Forschung Textquellen erschlossen werden, die sowohl für die Genese des deutschen Idealismus auf dem Hintergrund der theologischen Debattenlagen in der späten Aufklärung als auch in theologie- und wissenschaftsgeschichtlicher Hinsicht von hohem Interesse sind. Erstmals werden damit umfangreiche Quellen aus dem Lehrbetrieb einer deutschen Universität am Ende des 18. Jahrhunderts zur Verfügung gestellt, welche Kontinuitäten zwischen Fragestellungen der Aufklärungstheologie und dem deutschen Idealismus erkennen lassen, die bisher nicht erforscht wurden.
Das Forschungsprojekt "Edition der Theologischen Jugendschriften F.W.J. Schellings" hat die Studienhefte (Nr. 25, 26, 27, 28, 29, 30, 32 und 34) von Schellings Tübinger Studienzeit (1790-1795) aus dem Berliner Schelling- Nachlass (Akademie-Archiv der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften) bearbeitet und drei Bände für die Drucklegung in der Historisch-kritischen Ausgabe der Werke Schellings erstellt. Dazu wurden die Texte transkribiert, nach den erarbeiteten Editionsprinzipien entsprechend ediert und mit erklärenden Anmerkungen sowie editorischen Berichten versehen. Diese Texte aus dem letzten Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts stellen der Forschung erstmals nach historisch- kritischen Maßstäben edierte Textquellen zur Verfügung, die von mehrfacher Bedeutung sind. Schellings Vorlesungsnachschriften, eigene Notizen und Entwürfe dokumentieren zum einen, dass die Herausbildung des Deutschen Idealismus in engem Zusammenhang mit den komplexen theologischen Debatten in der späten Aufklärung steht. Das ermöglicht neue Perspektiven für die Idealismus- und Aufklärungsforschung. Zum anderen unterstreichen sie, wie komplex die theologische und philosophische Debattenlage auch an einer so konservativen theologischen Fakultät wie Tübingen war. Und schließlich werden der Forschung umfangreiche Materialien aus dem Unterrichtsbetrieb und der akademischen Wissensvermittlung an einer deutschsprachigen Universität am Ende des 18. Jahrhunderts zur Verfügung gestellt.
- Universität Wien - 100%