Biodiversität und Faunenaustausch: Bryozoa der Paratethys
Biodiversity and faunal interchange: Bryozoans of Paratethys
Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (75%); Geowissenschaften (25%)
Keywords
-
Bryozoa,
Palaeontology,
Ecology,
Biology,
Biogeography,
Biodiversity
Das Studium der Fortpflanzungsmechanismen von Bryozoen ist nicht nur von theoretischem Interesse: Type und Anzahl der Eier, Einzelheiten der "Brutpflege", die Art der Larven (planktotrophe Larven - solche mit Nahrungsaufnahme - gegenüber lecithotrophen - solche ohne Nahrungsaufnahme) stehen in direkter Beziehung zur Zeitdauer, welche die Larven im Wasserkörper verbringen und daher auch zur Gesamtdauer ihrer Schwimmphase. Dies verbindet die Fortpflanzungsökologie direkt mit Faunenwanderungen, der Biogeographie und auch mit Mechanismen der Artbildung. Die Untersuchungen, die im Rahmen dieses Projektes durchgeführt werden sollen, zielen auf ein Stduium der Fortpflanzungsstrategie ausgewählter Taxa des Indopazifischen Bereiches (Malediven, Oman, Rotes Meer) und sollen detaillierte Informationen über Fortpflanzungsmuster und Biologie der Larven bringen und damit eine Abschätzung der Verbreitungsmöglichkeiten für verschiedene Taxa cheilostomer Bryozoen ermöglichen. Dies führt dann zu einem eingehenden Verstehen der Verteilungsmuster von Bryozoen in Raum und Zeit mit der Zielsetzung, Ursprung und Entwicklung der Faunen in der Paratethys zu erfassen. Aus dem Miozän stehen schon jetzt reiche Aufsammlungen von Bryozoen zur Verfügung, daher ist nur mehr eine eher begrenzte, ergänzende Geländearbeit erforderlich. Biostratigraphische Informationen über diese Faunen sollen dazu beitragen, eine gesicherte Basis für vergleichende Untersuchungen an einzelnen Faunenelementen zur Verfügung zu haben: die Dokumentation von Verteilungsmustern soll verwendet werden, die auf der Grundlage der oben erwähnten biologischen Studien erarbeiteten Hypothesen zu testen. Auf diese Weise können wichtige Beiträge zur Rekonstruktion vorzeitlicher Meeresverbindungen auf der Basis von Bryozoenmaterial aus dem frühen und mittleren Miozän der Paratethys, Westeuropas, des östlichen Mittelmeerraumes und der Qom-Formation des Iran erwartet werden. Diese Untersuchungen sollten dann auch die ganz offenkundigen Faunenunterschiede zwischen den Bryozoenfaunen des frühen und mittleren Miozän in Zentraleuropa erklären helfen. Die Vernetzung biologischer und paläontologischer Arbeiten wird auf diese Weise einen wesentlichen Beitrag zur Kenntnis von Faunenmigrationen im allgemeinen sowie über die grundlegenden Aspekte der Entwicklung von Bryozoenfaunen, die unter dem Druck globaler Veränderungen stehen, liefern. Führt man sich die große Bedeutung dieser Fossilgruppe für ökologische Untersuchungen vor Augen, so lassen die geplanten Untersuchungen auch einen Beitrag zu einem tieferen Verständnis der Entwicklung von Ökosystemen in der Paratethys erwarten.
Das Studium der Fortpflanzungsmechanismen von Bryozoen ist nicht nur von theoretischem Interesse: Type und Anzahl der Eier, Einzelheiten der "Brutpflege", die Art der Larven (planktotrophe Larven - solche mit Nahrungsaufnahme - gegenüber lecithotrophen - solche ohne Nahrungsaufnahme) stehen in direkter Beziehung zur Zeitdauer, welche die Larven im Wasserkörper verbringen und daher auch zur Gesamtdauer ihrer Schwimmphase. Dies verbindet die Fortpflanzungsökologie direkt mit Faunenwanderungen, der Biogeographie und auch mit Mechanismen der Artbildung. Die Untersuchungen, die im Rahmen dieses Projektes durchgeführt werden sollen, zielen auf ein Stduium der Fortpflanzungsstrategie ausgewählter Taxa des Indopazifischen Bereiches (Malediven, Oman, Rotes Meer) und sollen detaillierte Informationen über Fortpflanzungsmuster und Biologie der Larven bringen und damit eine Abschätzung der Verbreitungsmöglichkeiten für verschiedene Taxa cheilostomer Bryozoen ermöglichen. Dies führt dann zu einem eingehenden Verstehen der Verteilungsmuster von Bryozoen in Raum und Zeit mit der Zielsetzung, Ursprung und Entwicklung der Faunen in der Paratethys zu erfassen. Aus dem Miozän stehen schon jetzt reiche Aufsammlungen von Bryozoen zur Verfügung, daher ist nur mehr eine eher begrenzte, ergänzende Geländearbeit erforderlich. Biostratigraphische Informationen über diese Faunen sollen dazu beitragen, eine gesicherte Basis für vergleichende Untersuchungen an einzelnen Faunenelementen zur Verfügung zu haben: die Dokumentation von Verteilungsmustern soll verwendet werden, die auf der Grundlage der oben erwähnten biologischen Studien erarbeiteten Hypothesen zu testen. Auf diese Weise können wichtige Beiträge zur Rekonstruktion vorzeitlicher Meeresverbindungen auf der Basis von Bryozoenmaterial aus dem frühen und mittleren Miozän der Paratethys, Westeuropas, des östlichen Mittelmeerraumes und der Qom-Formation des Iran erwartet werden. Diese Untersuchungen sollten dann auch die ganz offenkundigen Faunenunterschiede zwischen den Bryozoenfaunen des frühen und mittleren Miozän in Zentraleuropa erklären helfen. Die Vernetzung biologischer und paläontologischer Arbeiten wird auf diese Weise einen wesentlichen Beitrag zur Kenntnis von Faunenmigrationen im allgemeinen sowie über die grundlegenden Aspekte der Entwicklung von Bryozoenfaunen, die unter dem Druck globaler Veränderungen stehen, liefern. Führt man sich die große Bedeutung dieser Fossilgruppe für ökologische Untersuchungen vor Augen, so lassen die geplanten Untersuchungen auch einen Beitrag zu einem tieferen Verständnis der Entwicklung von Ökosystemen in der Paratethys erwarten.
- Universität Wien - 100%
- Katarina Holcova, Charles University Prague - Tschechien
- Slavomir Nehyba, Mendel University Brno - Tschechien
- Kamil Zagorsek, National Museum Prague - Tschechien
Research Output
- 175 Zitationen
- 10 Publikationen
-
2007
Titel The Internal-Brooding Apparatus in the Bryozoan Genus Cauloramphus (Cheilostomata: Calloporidae) and Its Inferred Homology to Ovicells DOI 10.2108/zsj.24.1187 Typ Journal Article Autor Ostrovsky A Journal Zoological Science Seiten 1187-1196 Link Publikation -
2020
Titel Green Fluorescence Patterns in Closely Related Symbiotic Species of Zanclea (Hydrozoa, Capitata) DOI 10.3390/d12020078 Typ Journal Article Autor Maggioni D Journal Diversity Seiten 78 Link Publikation -
2012
Titel Scorpiodinipora costulata (Canu & Bassler, 1929) (Bryozoa, Cheilostomata), a taxonomic and biogeographic dilemma: complex of cryptic species or human-mediated cosmopolitan colonizer? DOI 10.5252/z2012n1a5 Typ Journal Article Autor Harmelin J Journal Zoosystema Seiten 123-138 Link Publikation -
2012
Titel The Use of Early Miocene Bryozoan Faunal Affinities in the Central Paratethys for Inferring Climatic Change and Seaway Connections DOI 10.1007/978-3-642-16411-8_27 Typ Book Chapter Autor Vávra N Verlag Springer Nature Seiten 401-418 -
2012
Titel A New Species of the Genus Electra (Bryozoa, Cheilostomata) from Southern Oman, Arabian Sea DOI 10.1007/978-3-642-16411-8_14 Typ Book Chapter Autor Nikulina E Verlag Springer Nature Seiten 203-216 -
2011
Titel Pattern of occurrence of supraneural coelomopores and intertentacular organs in Gymnolaemata (Bryozoa) and its evolutionary implications DOI 10.1007/s00435-011-0122-3 Typ Journal Article Autor Ostrovsky A Journal Zoomorphology Seiten 1-15 -
2013
Titel FROM INCIPIENT TO SUBSTANTIAL: EVOLUTION OF PLACENTOTROPHY IN A PHYLUM OF AQUATIC COLONIAL INVERTEBRATES DOI 10.1111/evo.12039 Typ Journal Article Autor Ostrovsky A Journal Evolution Seiten 1368-1382 Link Publikation -
2008
Titel Diversity of brood chambers in calloporid bryozoans (Gymnolaemata, Cheilostomata): comparative anatomy and evolutionary trends DOI 10.1007/s00435-008-0070-8 Typ Journal Article Autor Ostrovsky A Journal Zoomorphology Seiten 13-35 -
2009
Titel Comparative anatomy of internal incubational sacs in cupuladriid bryozoans and the evolution of brooding in free-living cheilostomes DOI 10.1002/jmor.10767 Typ Journal Article Autor Ostrovsky A Journal Journal of Morphology Seiten 1413-1430 -
2010
Titel The influence of substrate type on sexual reproduction of the bryozoan Cribrilina annulata (Gymnolaemata, Cheilostomata): A case study from Arctic seas DOI 10.1080/17451000903147443 Typ Journal Article Autor Yagunova E Journal Marine Biology Research Seiten 263-270