Arnold Schönberg: Kommentiertes Werkverzeichnis
Arnold Schoenberg: Commentated Catalogue of Works
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (20%); Kunstwissenschaften (80%)
Keywords
-
Werkverzeichnis,
Geschichte Österreichs,
Arnold Schönberg,
Zeitgeschichte,
Musikgeschichte,
Kunstgeschichte
Seit 1998 wird im Wiener Arnold Schönberg Center der Nachlaß des Komponisten, Musiktheoretikers und Malers Arnold Schönbergs aufbewahrt, der Musik- und Textmanuskripte, Photographien, persönliche Dokumente, Tagebücher, Konzertprogramme sowie seine Bibliothek (Noten, Bücher und Tonträger) umfaßt. Zudem ist hier der größte Teil der nicht im Original vorhandenen Dokumente als Kopie (bzw. digital) archiviert. - Der Aufarbeitung und Publikation dieses umfangreichen Corpus widmen sich derzeit die Gesamtausgabe der Kompositionen (Berlin), die Restaurierung und Katalogisierung des bildnerischen Werkes (Arnold Schönberg Center) sowie das vom FWF geförderte, vom 1. April 2003 bis 31. März 2006 laufende Projekt zur Vorbereitung der Kritischen Gesamtausgabe der Schriften (beheimatet am Wissenschaftszentrum Arnold Schönberg an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien). Im Zuge dieser Arbeiten wird nun das Fehlen eines "Kommentierten Werkverzeichnisses", das alle kompositorischen, bildnerischen und schriftstellerischen Arbeiten Schönbergs umfaßt, als besonders schmerzlich empfunden. Das 1959 erschienene Verzeichnis von Josef Rufer erfaßte in weiten Bereichen nur eine Auswahl und ist auch durch zahlreiche neue Erkenntnisse als unvollständig und fehlerhaft ausgewiesen. Zudem wertete es, wie auch viele Forschungen zu einzelnen Gebieten, vor allem direkt werkbezogene Quellen aus, sodaß gerade wichtige Informationen über Querverbindungen im Gesamtwerk Schönbergs nicht betrachtet erscheinen. Doch auch der Nachlaß des Komponisten, sein umfangreicher Briefverkehr sowie etliche Nachlässe von Persönlichkeiten aus seinem Umfeld, die Informationen zu den drei Werkgruppen des "Vaters der Wiener Schule" liefern, wurden nicht immer zur Genüge ausgewertet. Das projektierte "Kommentierte Verzeichnis der Werke von Arnold Schönberg" soll nun seine sämtlichen vollendeten sowie unvollendeten Arbeiten in ihrer genauen Chronologie von Anlaß, Entstehung, Veröffentlichung und Rezeption, im Kontext seines Lebens und Gesamtschaffens sowie im Bezug zu zeitgeschichtlichen und politischen Ereignissen darstellen. Da der Gesamtcorpus der Quellen von ungemein beträchtlichem Umfang ist und weit über die Sichtung des uvres selbst hinausgeht, ist das Forschungsprojekt auf 24 Monate anberaumt und sieht einen vollbeschäftigten PostDoc (Musikwissenschaftler/in) sowie zwei weitere Mitarbeiter/innen vor. Dabei wären die Erfahrungen des Teams des vom FWF geförderten Projektes zur Vorbereitung der Kritischen Gesamtausgabe der Schriften Arnold Schönbergs insbesondere auch wegen dessen mehrjähriger Erfahrung mit der Datierung Schönbergscher Handschriften von unschätzbarem Wert, während sich neue Mitarbeiter/innen angesichts der fachlichen Komplexität der Materie sowie der schweren Lesbarkeit vieler handschriftlicher Quellen viele Monate lang einarbeiten müßten.
Seit 1998 wird im Wiener Arnold Schönberg Center der Nachlaß des Komponisten, Musiktheoretikers und Malers Arnold Schönbergs aufbewahrt, der Musik- und Textmanuskripte, Gemälde, Photographien, persönliche Dokumente, Tagebücher, Konzertprogramme sowie seine Bibliothek (Noten, Bücher und Tonträger) umfaßt. Zudem ist hier der größte Teil der nicht im Original vorhandenen Dokumente als Kopie (bzw. digital) archiviert. - Der Aufarbeitung und Publikation dieses umfangreichen Corpus widmen sich derzeit die Gesamtausgabe der Kompositionen (Berlin), die Restaurierung und Katalogisierung des bildnerischen Werkes (Arnold Schönberg Center) sowie die Vorbereitung der Gesamtausgabe sämtlicher Schriften, die 2011 mit zwei oder drei Bänden eröffnet wird. Parallel zu diesen Arbeiten wurde nun in Zusammenarbeit mit der Gesamtausgabe der Kompositionen Schönbergs (Berlin) und dem Arnold Schönberg Center ein Verzeichnis sämtlicher Schriften des Künstlers erstellt, das nunmehr ungefähr 1.500 Einträge (mit oft zahlreichen Unter-Einträgen) umfaßt und für jede Schrift Incipit, Quellenauflistung und -beschreibung (samt Verzeichnis und Beschreibung der Fassungen), Datierung(en) sowie (eventuellen) Erstdruck ausweist und in vielen Fällen auch Kommentare anschließt, die insbesondere zu Fragen der Entstehung sowie von inhaltlichen Zusammenhängen mit anderen Schriften oder auch musikalischen bzw. bildnerischen Werken Stellung nehmen. Dabei wurden auch die ungemein zahlreichen Daten auf den Schriften (und Kompositionen) mit anderen "Schönbergiana" verglichen, insbesondere mit Briefen und Tagebuch- Eintragungen, welche Quellen oft wichtige zusätzliche Aufschlüsse zur Datierung der Werke geben. Das nunmehr komplett vorliegende und diesem Bericht digital beigegebene Verzeichnis der Schriften ergänzt sowohl den 2005 von der Direktorin des Archivs des Arnold Schönberg Center, Mag. Therese Muxeneder (die in das vorliegende Projekt als stellvertretende Projektleiterin eingebunden war), gemeinsam mit Dr. Christian Meyer (dem Direktor des Arnold Schönberg Center) herausgegebenen "Catalogue raisonné" der bildnerischen Werke Schönbergs, zu dessen inhaltlicher Komplettierung es aber auch etliches beiträgt, als auch das im Zuge der Berliner Gesamtausgabe der Kompositionen Schönbergs als "work in progress" bestehende Verzeichnis seiner musikalischen Werke - ein komplettes Werkverzeichnis aller Schöpfungen Schönbergs wird naturgemäß erst nach Abschluß jener Berliner Gesamtausgabe erstellt werden können, wobei die Zusammenarbeit unserer Schriftenausgabe mit der Berliner Gesamtausgabe der Kompositionen bereits in die Wege geleitet ist.