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Klimaänderung und Gletscherrückgang am Kilimanjaro

Glacier retreat on Kilimanjaro and associated climate change

Georg Kaser (ORCID: 0000-0001-5916-6206)
  • Grant-DOI 10.55776/P17415
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.07.2004
  • Projektende 29.02.2008
  • Bewilligungssumme 362.618 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Geowissenschaften (100%)

Keywords

    Tropical Glaciers, Micrometeorological Modeling, Kilimanjaro, Mesoscale Circulation Modeling, Climate Change, Energy Balance Measurements

Abstract Endbericht

Die klimatologische Begründung des seit 1880 andauernden Gletscherrückgangs am Kilimanjaro, Ostafrika, wurde bis heute nur spekulativ erbracht. Aktuelle Studien nennen immer wieder die allgemeine Erderwärmung als primäre Ursache. Diese Sicht ist überaus simplifiziert und vernachlässigt die besonderen klimatischen und physiogeographischen Bedingungen am Kilimanjaro. Das hier beantragte Projekt setzt sich zum Ziel, die Mechanismen der Gletscher-Klima Interaktion am Kilimanjaro präzise zu untersuchen und festzulegen. Dies geschieht unter Berücksichtigung mehrerer spezifischer Faktoren wie etwa des speziellen Einflusses des tropischen Klimas auf Gletscher, der Modifikationskraft von Höhe und Form des Berges auf die troposphärische und lokale Zirkulation oder auch des Zusammenspiels von individueller Form und Dynamik der Gletscher. Um das angestrebte Ziel zu erreichen, müssen die Untersuchungen zwei Maßstäbe umfassen: den mikroskaligen und den mesoskaligen Bereich. Nur beide Bereiche kombiniert können letztlich zu einem besseren Verständnis der klimatologischen Ursachen für den beobachteten Gletscherrückgang beitragen. Alle Untersuchungen müssen stets zwei Rahmenbedingungen beachten: (1) die klimatische Entwicklung in Ostafrika in den letzten 150 Jahren, welche durch Klima-Proxydaten zuverlässig abgedeckt und von einer markanten Reduktion der Luftfeuchte um 1880 gekennzeichnet ist, und (2) den großräumigen Aktionsbereich der regionalen atmosphärischen Zirkulation über Ostafrika. Im mikroskaligen Bereich hat man mehrere verschiedene Gletscherregime zu berücksichtigen, die sich im Energie- und Massenaustausch an der Grenzschicht Eis-Atmosphäre und den klimatischen Steuermechanismen dahinter unterscheiden. Mikrometeorologische Messungen am Kilimanjaro werden den geeigneten Input für die mikroskaligen Modelle liefern. Parallel zum mikroskaligen Bereich gilt es die mesoskalige Zirkulation über dem Berg mit dem Regional Atmospheric Modeling System (RAMS) zu simulieren. Der dafür erforderliche Untersuchungsraum umfasst das Gebiet zwischen Ostafrika und dem westlichen Indischen Ozean, der das Quellgebiet der am Berg angelieferten Feuchte ist. Daten aus einem existierenden GCM-Lauf (General Circulation Model) liefern die Grenzbedingungen für die mesoskaligen Sensitivitätsstudien. Abschließend, wenn die Gletscher- Klima Interaktion im mikroskaligen Bereich ausreichend verstanden ist, werden die klimatischen Unterschiede zwischen der gegenwärtigen Periode des Gletscherrückgangs und jener vorangegangenen des Gletscherwachstums mit dem RAMS modelliert. Aus diesem finalen Schritt darf man entscheidende Informationen zur Klimavariabilität und -änderung in Ostafrika erwarten. Da das tropische Zirkulationssystem großen Einfluss auf das globale Klima ausübt, sollte das Projekt zudem wertvolle Erkenntnisse für die globale Klimavorhersage liefern.

Die klimatologische Begründung des seit 1880 andauernden Gletscherrückgangs am Kilimanjaro, Ostafrika, wurde bis heute nur spekulativ erbracht. Aktuelle Studien nennen immer wieder die allgemeine Erderwärmung als primäre Ursache. Diese Sicht ist überaus simplifiziert und vernachlässigt die besonderen klimatischen und physiogeographischen Bedingungen am Kilimanjaro. Das hier beantragte Projekt setzt sich zum Ziel, die Mechanismen der Gletscher-Klima Interaktion am Kilimanjaro präzise zu untersuchen und festzulegen. Dies geschieht unter Berücksichtigung mehrerer spezifischer Faktoren wie etwa des speziellen Einflusses des tropischen Klimas auf Gletscher, der Modifikationskraft von Höhe und Form des Berges auf die troposphärische und lokale Zirkulation oder auch des Zusammenspiels von individueller Form und Dynamik der Gletscher. Um das angestrebte Ziel zu erreichen, müssen die Untersuchungen zwei Maßstäbe umfassen: den mikroskaligen und den mesoskaligen Bereich. Nur beide Bereiche kombiniert können letztlich zu einem besseren Verständnis der klimatologischen Ursachen für den beobachteten Gletscherrückgang beitragen. Alle Untersuchungen müssen stets zwei Rahmenbedingungen beachten: (1) die klimatische Entwicklung in Ostafrika in den letzten 150 Jahren, welche durch Klima-Proxydaten zuverlässig abgedeckt und von einer markanten Reduktion der Luftfeuchte um 1880 gekennzeichnet ist, und (2) den großräumigen Aktionsbereich der regionalen atmosphärischen Zirkulation über Ostafrika. Im mikroskaligen Bereich hat man mehrere verschiedene Gletscherregime zu berücksichtigen, die sich im Energie- und Massenaustausch an der Grenzschicht Eis-Atmosphäre und den klimatischen Steuermechanismen dahinter unterscheiden. Mikrometeorologische Messungen am Kilimanjaro werden den geeigneten Input für die mikroskaligen Modelle liefern. Parallel zum mikroskaligen Bereich gilt es die mesoskalige Zirkulation über dem Berg mit dem Regional Atmospheric Modeling System (RAMS) zu simulieren. Der dafür erforderliche Untersuchungsraum umfasst das Gebiet zwischen Ostafrika und dem westlichen Indischen Ozean, der das Quellgebiet der am Berg angelieferten Feuchte ist. Daten aus einem existierenden GCM-Lauf (General Circulation Model) liefern die Grenzbedingungen für die mesoskaligen Sensitivitätsstudien. Abschließend, wenn die Gletscher- Klima Interaktion im mikroskaligen Bereich ausreichend verstanden ist, werden die klimatischen Unterschiede zwischen der gegenwärtigen Periode des Gletscherrückgangs und jener vorangegangenen des Gletscherwachstums mit dem RAMS modelliert. Aus diesem finalen Schritt darf man entscheidende Informationen zur Klimavariabilität und -änderung in Ostafrika erwarten. Da das tropische Zirkulationssystem großen Einfluss auf das globale Klima ausübt, sollte das Projekt zudem wertvolle Erkenntnisse für die globale Klimavorhersage liefern.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Innsbruck - 100%
Internationale Projektbeteiligte
  • Daniela Jacob, Helmholtz-Zentrum Geesthacht - Deutschland
  • Martin Funk, ETH Hönggerberg - Schweiz
  • Douglas Hardy, University of Massachusetts Amherst - Vereinigte Staaten von Amerika

Research Output

  • 746 Zitationen
  • 8 Publikationen
Publikationen
  • 2009
    Titel Solar radiation, cloudiness and longwave radiation over low-latitude glaciers: implications for mass-balance modelling
    DOI 10.3189/002214309788608822
    Typ Journal Article
    Autor Mölg T
    Journal Journal of Glaciology
    Seiten 292-302
    Link Publikation
  • 2009
    Titel Temporal precipitation variability versus altitude on a tropical high mountain: Observations and mesoscale atmospheric modelling
    DOI 10.1002/qj.461
    Typ Journal Article
    Autor Mölg T
    Journal Quarterly Journal of the Royal Meteorological Society
    Seiten 1439-1455
  • 2009
    Titel Quantifying Climate Change in the Tropical Midtroposphere over East Africa from Glacier Shrinkage on Kilimanjaro
    DOI 10.1175/2009jcli2954.1
    Typ Journal Article
    Autor Mölg T
    Journal Journal of Climate
    Seiten 4162-4181
    Link Publikation
  • 2007
    Titel Energy-balance model validation on the top of Kilimanjaro, Tanzania, using eddy covariance data
    DOI 10.3189/172756407782871224
    Typ Journal Article
    Autor Cullen N
    Journal Annals of Glaciology
    Seiten 227-233
  • 2007
    Titel Mass balance of a slope glacier on Kilimanjaro and its sensitivity to climate
    DOI 10.1002/joc.1589
    Typ Journal Article
    Autor Mölg T
    Journal International Journal of Climatology
    Seiten 881-892
  • 2006
    Titel Indian Ocean zonal mode activity in a multicentury integration of a coupled AOGCM consistent with climate proxy data
    DOI 10.1029/2006gl026384
    Typ Journal Article
    Autor Mölg T
    Journal Geophysical Research Letters
    Link Publikation
  • 2006
    Titel Kilimanjaro Glaciers: Recent areal extent from satellite data and new interpretation of observed 20th century retreat rates
    DOI 10.1029/2006gl027084
    Typ Journal Article
    Autor Cullen N
    Journal Geophysical Research Letters
  • 2004
    Titel Ablation and associated energy balance of a horizontal glacier surface on Kilimanjaro
    DOI 10.1029/2003jd004338
    Typ Journal Article
    Autor Mölg T
    Journal Journal of Geophysical Research: Atmospheres
    Link Publikation

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