Ziel des Projekts ist die Entwicklung der chemischen Grundlagen von organofunktionellen (Übergangs-
)Metallalkoxid-Derivaten als Vorstufen für den Sol-Gel-Prozeß. Die organischen Gruppen sollen direkt ans Metall
gebunden sein. Dies soll dadurch erreicht werden, dass ein Teil der Alkoxidgruppen durch zwei- oder mehrzähnige
komplexierende Liganden ersetzt wird, die zusätzlich eine funktionelle organische Gruppe enthalten. Daraus sollen
neue silicat-freie anorganisch-organische Hybridmaterialien auf Metalloxid-Basis hergestellt werden, für die
aufgrund der Kombination der Eigenschaften der funktionellen organischen Gruppen und der Metalloxid-
Baugruppen neue Materialeigenschaften erwartet werden.
Während des Projekts müssen folgende Punkte besonders berücksichtigt werden:
1. Einschränkungen, die sich aus der Lewis-Acidität der Metallalkoxide ergeben, besonders Wechselwirkung
der Metalle mit den funktionellen Liganden oder Reaktionen, die durch LewisSäuren begünstigt werden.
2. Einschränkungen, aber auch präparative Optionen, die sich durch Wassser-produzierende Nebenreaktionen
oder durch nicht-hydrolytische Kondensationsreaktionen ergeben.
3. Stabilität der Bindung zwischen dem Metall und der komplexierenden Gruppe, besonders unter Sol-Gel-
Bedingungen.
4. Strukturelle Fragen, besonders das dynamische Verhalten der Liganden und MonomerOligomer-
Gleichgewichte.
Der Schwerpunkt wird bei Verbindungen liegen, die funktionelle Gruppen mit basischen Eigenschaften enthalten.
Solche Gruppen erlauben beispielsweise die Koordination von Metallionen oder Metallkomplex-Einheiten, die
Synthese von Metall/Keramik Nanokompositen oder die Ankopplung komplexerer organischer oder
metallorganischer Gruppen.