Genidentifizierung für Retinitis Pigmentosa
Gene identification for retinitis pigmentosa
Wissenschaftsdisziplinen
Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (100%)
Keywords
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Disease gene mapping,
Mutation analysis,
Homozygosity mapping,
Retinal Dystrophy,
DNA-Chip,
Degeneration
Erbliche Netzhauterkrankungen stellen die Hauptursache einer Erblindung in der westlichen Welt dar. Retinitis Pigmentosa (RP) ist die Bezeichnung für eine heterogene Gruppe von Netzhauterkrankungen mit einer Prävalenz von 1:3000. Die autosomal-rezessiv erbliche RP (arRP) stellt hierbei die häufigste Form dar. Ätiologie und Pathogenese der arRP bleiben heute in 85-90% der Fälle ungeklärt. Mutationen in zehn verschiedenen Genen sind zwar bei arRP bekannt geworden, erklären jedoch nur 10-15% der Fälle von arRP. Wir haben in drei großen blutsverwandten Familien mittels "Homozygosity-Mapping" und unter Verwendung von DNA-Chip Technologie einen neuen Genlokus für arRP auf Chromosom 14q kartiert. Unser Ziel ist nun die Identifizierung des ursächlich verantwortlichen Gens für arRP an diesem Lokus. Eine Mutationsanalyse dieses Gens wird anschließend bei weiteren Patienten mit arRP durchgeführt, um den Anteil dieses Gens an allen Fällen von arRP zu bestimmen. Die Identifizierung des arRP-Gens in unseren Familien und die Identifizierung von Krankheits-assoziierten Mutationen wird wesentlich zum Verständnis von Ätiologie und Pathogenese dieser Erkrankung beitragen.
Die in internationaler Zusammenarbeit durchgeführte Studie ergab, dass der Verlust der Aktivität des Enzyms "Retinol-Dehydrogenase 12" beim Menschen zu einem fortschreitenden Absterben der Netzhaut des Auges und einer Form von Blindheit (bzw. Retinitis Pigmentosa, RP) führt. Es handelt sich um eine autosomal-rezessiv erbliche Krankheit, bei der beide gesunde Eltern eines betroffenen Menschen Anlageträger für die Krankheit sind, und Betroffene von beiden Eltern die Anlage bekommen haben. Unter über 1000 Betroffenen mit RP, deren Blutproben untersucht werden konnten, trugen 1,5% Veränderungen im RDH12-Gen, welches die Funktion der Retinol-Dehydrogenase 12 beschreibt. Die Studie ergab, dass die Retinol-Dehydrogenase 12 eine wichtige Rolle im Vitamin-A-Stoffwechsel der Netzhaut spielt, die nun annähernd beschrieben wurde und die nicht durch andere Enzyme oder Stoffwechselfunktionen übernommen werden kann. In der Studie kamen genetische und biochemische Methoden zum Einsatz. Untersuchungen an Tiermodellen von anderen bereits beschriebenen Störungen des Vitamin-A-Stoffwechsels der Netzhaut geben Anlass zur Hoffnung darauf, dass RP-Patienten mit entsprechenden Genmutationen einer wirksamen medikamentösen Therapie oder einer Gentherapie zugänglich sein könnten.
- Andreas Gal, Universität Hamburg - Deutschland
Research Output
- 87 Zitationen
- 1 Publikationen
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2005
Titel GJB2 mutations in keratitis-ichthyosis-deafness syndrome including its fatal form DOI 10.1002/ajmg.a.30515 Typ Journal Article Autor Janecke A Journal American Journal of Medical Genetics Part A Seiten 128-131