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Fantastische Körpertransformation

Fantastic Body Transformations

Sabine Coelsch-Foisner (ORCID: 0000-0001-9863-6813)
  • Grant-DOI 10.55776/P17161
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.04.2004
  • Projektende 31.03.2008
  • Bewilligungssumme 122.708 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Andere Geisteswissenschaften (25%); Philosophie, Ethik, Religion (15%); Sprach- und Literaturwissenschaften (60%)

Keywords

    Body transformation, Fantasy, Shakeshifting, British Literature, Metamorphosis, Culture

Abstract Endbericht

Dieses Projekt behandelt Darstellungen des wandelbaren, instabilen, metamorphen Körpers in der britischen Literatur von der Frühromantik bis zum Posthumanismus. Im Zentrum des Erkenntnisinteresses steht der fantastische Gestaltwandel sowohl aus der Sicht einer transformativen Ästhetik der Fantasy, die theoretisch in Ovids Metamorphosen begründet wird, als auch im Hinblick auf das sich ständig verändernde Körperverständnis in der abendländischen Kultur. Das Projekt dringt in wissenschaftliches Neuland vor, indem es fantastische Körpertransformationen in Bezug setzt a) zu sich verändernden mentalen Einstellungen zum Körper b) zu Form- und Genrewandel, und c) zu den für die fantastische Literatur bezeichnenden Umwandlungsprozessen von Bestehendem ins Unmögliche. Die britische Literatur ist besonders reich an fantastischen Körpertransformationen. Die Dringlichkeit, diese Literatur einer umfassenden Untersuchung zu unterziehen, ergibt sich aus Geisteshaltungen und Praktiken, die gegenwärtig unser soziokulturelles Leben prägen und aufs engste mit dem Körper verbunden sind. Biotechnologien, Klonversuche, künstliche Reproduktion, kosmetische Chirurgie, Gentherapie, Organtransplantationen und Informationstechnologien haben den Blick auf den menschlichen Körper, seine Entstehung und Manipulierbarkeit geschärft. Schon die Vorstellung des menschlichen Körpers unterliegt einem ständigen Wandel (der Körper als Tier, als Maschine, als System von Atomen und chemischen Funktionen, der Körper als Cyborg, als elektronische Person, als lesbarer Text in DNA Code, als Handelsgut, als Lager oder Fabrik für verwertbare Organe). Die fantastische Literatur bietet ein bevorzugtes Terrain für die Erforschung dieses wandelbaren Metakörpers, der hier zum Träger einer auf Transformation beruhenden Ästhetik wird. Der verwandelte Körper ist selbst Transgression und erzeugt gleichzeitig der Fantasy eigene Verfremdungen und Grenzüberschreitungen. Darüberhinaus verändert die fantastische Literatur in Antwort auf die bestehende Welt ständig ihre Strukturen und Formen bzw. bringt neue hervor. Jedes Genre - gothic, Utopie und Dystopie, romance, science fiction, Märchen- und Wundergeschichte - erzeugt ein bestimmtes kognitives und emotionales Jenseits, wobei der Gestaltwandel so unterschiedliche Bedeutung erfährt wie die Erzeugung von Horror, die Schaffung einer umgestülpten Karnevalswelt, oder die Erfüllung eines Wunsches. Stets wird die Grenze zwischen dem Möglichen und dem Unmöglichen neu gezogen. Das Ziel dieses Projekts, das zentrale Interessen der Geistes- bzw. Human- und Kulturwissenschaften verbindet, ist die Entwicklung eines theoretischen Modells, mit dem Körpertransformationen in der britischen fantastischen Literatur von zirka 1760 bis in die Gegenwart systematisch beschrieben und in ihre kulturellen Kontexte eingeordnet werden sollen. Diese Lektürekategorien sind nicht bloß als Typologie des Gestaltwandels zu sehen, sondern zielen auf den Entwurf einer Theorie des Fantastischen, die kulturelle, konzeptuelle und ästhetische Aspekte der Körpertransformation verbindet. Methodologisch bedeutet das die Untersuchung literarischer Texte sowie von Texten aus den Bereichen Medizin, Biologie, Psychologie, Psychoanalyse, Philosophie, Ethik. In der Untersuchung der Interrelation zwischen Gestaltwandel, Ideenwandel, und Formwandel, wird diese Theorie einen innovativen Beitrag zur Fantasy-Forschung, zur gegenwärtigen Diskussion um den menschlichen Körper und zur aktuellen Metamorphosenthematik liefern. Die Ergebnisse, für die die Förderung beantragt wird, umfassen: Eine Monographie "Body Transformations in British Fantasy from pre-Romanticism to Posthumanism" sowie kleinere Publikationen Die Veranstaltung einer internationalen Tagung über "Body Transformations in Anglophone Cultures" im Oktober 2005 Die Edition eines Sammelbandes Eine interaktive CD-Rom, konzipiert als spannende Reise durch fantastische Körpertransformationen in Film, Besucherattraktionen, Themenparks und Ausstellungen Eine bibliographische Datenbank zu den Primärtexten, die im Internet publiziert wird.

Dieses Projekt behandelt Darstellungen des wandelbaren, instabilen, metamorphen Körpers in der britischen Literatur von der Frühromantik bis zum Posthumanismus. Im Zentrum des Erkenntnisinteresses steht der fantastische Gestaltwandel sowohl aus der Sicht einer transformativen Ästhetik der Fantasy, die theoretisch in Ovids Metamorphosen begründet wird, als auch im Hinblick auf das sich ständig verändernde Körperverständnis in der abendländischen Kultur. Das Projekt dringt in wissenschaftliches Neuland vor, indem es fantastische Körpertransformationen in Bezug setzt a) zu sich verändernden mentalen Einstellungen zum Körper b) zu Form- und Genrewandel, und c) zu den für die fantastische Literatur bezeichnenden Umwandlungsprozessen von Bestehendem ins Unmögliche. Die britische Literatur ist besonders reich an fantastischen Körpertransformationen. Die Dringlichkeit, diese Literatur einer umfassenden Untersuchung zu unterziehen, ergibt sich aus Geisteshaltungen und Praktiken, die gegenwärtig unser soziokulturelles Leben prägen und aufs engste mit dem Körper verbunden sind. Biotechnologien, Klonversuche, künstliche Reproduktion, kosmetische Chirurgie, Gentherapie, Organtransplantationen und Informationstechnologien haben den Blick auf den menschlichen Körper, seine Entstehung und Manipulierbarkeit geschärft. Schon die Vorstellung des menschlichen Körpers unterliegt einem ständigen Wandel (der Körper als Tier, als Maschine, als System von Atomen und chemischen Funktionen, der Körper als Cyborg, als elektronische Person, als lesbarer Text in DNA Code, als Handelsgut, als Lager oder Fabrik für verwertbare Organe). Die fantastische Literatur bietet ein bevorzugtes Terrain für die Erforschung dieses wandelbaren Metakörpers, der hier zum Träger einer auf Transformation beruhenden Ästhetik wird. Der verwandelte Körper ist selbst Transgression und erzeugt gleichzeitig der Fantasy eigene Verfremdungen und Grenzüberschreitungen. Darüberhinaus verändert die fantastische Literatur in Antwort auf die bestehende Welt ständig ihre Strukturen und Formen bzw. bringt neue hervor. Jedes Genre - gothic, Utopie und Dystopie, romance, science fiction, Märchen- und Wundergeschichte - erzeugt ein bestimmtes kognitives und emotionales Jenseits, wobei der Gestaltwandel so unterschiedliche Bedeutung erfährt wie die Erzeugung von Horror, die Schaffung einer umgestülpten Karnevalswelt, oder die Erfüllung eines Wunsches. Stets wird die Grenze zwischen dem Möglichen und dem Unmöglichen neu gezogen. Das Ziel dieses Projekts, das zentrale Interessen der Geistes- bzw. Human- und Kulturwissenschaften verbindet, ist die Entwicklung eines theoretischen Modells, mit dem Körpertransformationen in der britischen fantastischen Literatur von zirka 1760 bis in die Gegenwart systematisch beschrieben und in ihre kulturellen Kontexte eingeordnet werden sollen. Diese Lektürekategorien sind nicht bloß als Typologie des Gestaltwandels zu sehen, sondern zielen auf den Entwurf einer Theorie des Fantastischen, die kulturelle, konzeptuelle und ästhetische Aspekte der Körpertransformation verbindet. Methodologisch bedeutet das die Untersuchung literarischer Texte sowie von Texten aus den Bereichen Medizin, Biologie, Psychologie, Psychoanalyse, Philosophie, Ethik. In der Untersuchung der Interrelation zwischen Gestaltwandel, Ideenwandel, und Formwandel, wird diese Theorie einen innovativen Beitrag zur Fantasy-Forschung, zur gegenwärtigen Diskussion um den menschlichen Körper und zur aktuellen Metamorphosenthematik liefern. Die Ergebnisse, für die die Förderung beantragt wird, umfassen: Eine Monographie "Body Transformations in British Fantasy from pre-Romanticism to Posthumanism" sowie kleinere Publikationen Die Veranstaltung einer internationalen Tagung über "Body Transformations in Anglophone Cultures" im Oktober 2005 Die Edition eines Sammelbandes Eine interaktive CD-Rom, konzipiert als spannende Reise durch fantastische Körpertransformationen in Film, Besucherattraktionen, Themenparks und Ausstellungen Eine bibliographische Datenbank zu den Primärtexten, die im Internet publiziert wird.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Salzburg - 100%

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