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Römische Sarkophage aus Ephesos II

Roman Sarcophagi from Ephesos II

Maria Aurenhammer (ORCID: 0000-0002-3954-7690)
  • Grant-DOI 10.55776/P17122
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.07.2004
  • Projektende 30.11.2006
  • Bewilligungssumme 108.361 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Geschichte, Archäologie (100%)

Keywords

    Roman sculpture, Trade in Roman Asia Minor, Roman sarcophagi, Excavations at Ephesos, Production of Roman sarcophagi

Abstract Endbericht

Ziel dieses Projekts ist die Publikation aller in Ephesos (Türkei), der römischen Provinzhauptstadt von Kleinasien, gefundenen Sarkophage in der Reihe "Forschungen in Ephesos". Die Erfassung und Dokumentation der in mehreren Museen aufbewahrten rund 800 Denkmäler wurde in den Vorgängerprojekten P 13186-SPR und 15112 zu einem Großteil durchgeführt. Das beantragte Projekt dient nun dem Abschluß dieser Dokumentation und des Katalogs, vor allem aber der wertenden und interpretierenden Darstellung des vielfältigen Spektrums der in Ephesos gefundenen Sarkophage vom 1. bis 3. Jh. n. Chr. Es handelt sich dabei sowohl um die lokale Produktion als auch um die Importe aus den drei größten Herstellungszentren Athen, Dokimeion/Pamphylien und Rom. Im Gegensatz zur bisherigen Sarkophagforschung, die sich typenorientiert vorwiegend mit motivischen und chronologischen Fragen beschäftigt, soll hier als innovativer Ansatz das Spektrum der Sarkophage einer Stadt dargestellt und erforscht werden. Aufgrund der erarbeiteten breiten Materialbasis zeichnen sich bereits jetzt fundiertere Aussagen ab, einerseits bezüglich des Beginns und der Chronologie der Sarkophagproduktion in Ephesos, andererseits zum Verhältnis von einheimischer Produktion, Importware und lokalen Nachahmungen anderer Produktionsstätten. Damit wird auch ein Beitrag zur Erforschung der römischen Gesellschaft, zu Handel und Wirtschaft im kaiserzeitlichen Kleinasien geleistet. Methodisch gesehen, fußt die stilistische Datierung auf einem Gerüst von festdatierten bzw. in ihrer Zeitstellung gut begründeten Monumenten aus Kleinasien. Dazu kommt die wichtige Kooperation mit dem Bearbeiter der Sarkophag-Inschriften (Prof. Dr. H. Taeuber), grundlegend für die Erhellung von chronologischen, prosopographischen und soziologischen Fragen. Eine Kooperation auf internationaler Ebene findet statt mit dem Efes Müzesi, Selcuk, in dem die meisten Sarkophage gelagert sind, und dem Laboratory of Analytical Chemistry in Gent, das die Marmorproben ausgewählter Sarkophage zur Klärung der Frage "Import oder lokale Nachahmung?" untersuchen wird (Leitung: Prof. Dr. L. Moens). Für die Gewinnung und Darstellung von publikationsreifen Ergebnissen zu dieser großen Denkmälergruppe aus Ephesos, die Fortschritte für die internationale Forschung erwarten lassen, wäre eine neuerliche, abschließende Förderung dieses Projekts wissenschaftlich unbedingt notwendig.

Ziel des Projektes war es, in Fortsetzung der Projekte P 13186 SPR und P 15112 die systematische Erfassung aller in Ephesos, der Hauptstadt der römischen Provinz Asia, bisher gefundenen römischen Sarkophage und -fragmente abzuschließen. Dieses Ziel wurde mit der Dokumentation zweier wichtiger Gruppen, den attischen Sarkophagen und den Säulensarkophagen in den Museen von Selcuk und Izmir (Türkei), erreicht. Endziel ist die Publikation des bereits weitgehend erstellten Kataloges mit übergreifenden Texten zu allen Sarkophagtypen. Insgesamt handelt es sich um ca. 800 Denkmäler. Das Projekt wurde in einer Kooperation auf nationaler und internationaler Ebene durchgeführt: auf der einen Seite die Projektleitung und die Mitarbeiterin M. Heinz, und auf der anderen Seite Spezialisten für die Inschriften (H. Taeuber, Institut für Alte Geschichte der Universität Wien) und die attischen Sarkophage (C. Kintrup, Münster) sowie Beteiligung zweier ehemaliger Beamter des Efes Müzesi, Selcuk (M. Büyükkolanci und B. Tuluk). - Der methodische Ansatz dieses Projekts unterscheidet sich von den meisten bisherigen Sarkophagforschungen, deren Auswahl von Produktionszentren und Themen bestimmt war, dahingehend, daß hier nach dem Spektrum der in Ephesos verwendeten Sarkophage (lokale Produktion und Importe aus Kleinasien, Athen und Rom) gefragt wurde. Wichtige Resultate wurden erzielt im Hinblick auf die Chronologie der Sarkophage und die Vielfalt der verwendeten Typen, die sich in einigen Fällen auf bestimmte Zeiträume eingrenzen lassen. Detailuntersuchungen ergaben interessante Abhängigkeiten durch Übernahme von Motiven von anderen Sarkophagproduktionen, aber auch immer wieder Hinweise auf lokalspezifische Entwürfe oder interessante Abwandlungen. Insgesamt ist das Projekt von großer Bedeutung für die Sarkophagforschung, da gerade für den kleinasiatischen Raum kaum umfassende Publikationen vorliegen. Es wurde damit eine Grundlage nicht nur für die Nekropolenforschung von Ephesos, sondern auch für die Erforschung künftiger Funde und des Sarkophag- Spektrums anderer Orte gelegt. Im Rahmen der Erforschung der "Skulpturen von Ephesos" konnte in diesem Projekt die bisher größte Denkmälergruppe bearbeitet werden. Im Laufe des Projekts verfaßten M. Heinz und C. Kintrup Artikel bzw. längere Beiträge; beide wurden zu Vorträgen bei Sarkophag-Kolloquien eingeladen. Die aus dem Projekt erwachsende Monographie zu den ephesischen Sarkophagen wird in der Reihe "Forschungen in Ephesos" erscheinen. Die Ergebnisse des Projekts dienen in erster Linie den archäologischen und historischen Wissenschaften, werden aber über den Lehr-, Vortrags- und Führungsbetrieb in der Folge auch einem breiteren interessierten Publikum zugute kommen. Seitens des Museums in Selcuk wurde durch die Errichtung eines "Sarkophag-Gartens" an einem Besucherweg in Ephesos bereits das Augenmerk auf diese Denkmälergruppe gelenkt.

Forschungsstätte(n)
  • Österreichische Akademie der Wissenschaften - 100%
Internationale Projektbeteiligte
  • Luc Moens, Ghent University - Schweiz

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