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Kalziumkanaldysfunktion bei menschlichen Erkrankungen

Voltage-Gated Calcium Channel Dysfunction in Human Diseases

Jörg Striessnig (ORCID: 0000-0002-9406-7120)
  • Grant-DOI 10.55776/P17109
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.05.2004
  • Projektende 31.10.2007
  • Bewilligungssumme 252.682 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (100%)

Keywords

    Calcium Channels, Neuronal Excitability, Mutagenesis, Gating, Dihydropyridines

Abstract Endbericht

Familiäre hemiplegische Migraine Typ-1 (FHM1) und inkomplette kongenitale stationäre Nachtblindheit (CSNB2) sind humane Erkrankungen, welche durch Mutationen in unterschiedlichen Genen von sog. spannungsabhängigen Calcium-Kanälen entstehen. Ähnlich wie gezielte Mutationen in Mäusen stellen diese Erkrankungen hervorragende Modelle zur Aufklärung der Pathophysiologie der Migräne und retinaler Fehlfunktion dar. Untersuchung der funktionellen Auswirkungen einzelner Mutationen auf die jeweilige Kanalfunktion erlauben Vorhersagen über Veränderungen der Erregbarkeit von Nervenzellen im ZNS (FHM1) bzw. der Retina (CSNB2) und können diese mit den entsprechenden Krankheitsymptomen korrelieren. Dazu müssen diese Mutationen mittels molekularbiologischer Methoden in die poren-bildende Untereinheit humaner Ca2+-Kanäle eingeführt und die mutierten Kanäle in geeigneten Systemen funktionell exprimiert werden. Verändertes Öffnungs- und Schließungsverhalten kann anschießend mit elektrophysiologischen Methoden analysiert werden. Solche Analysen waren bisher für CSNB2 Mutationen unmöglich, da die Expression dieser Kalziumkanäle bisher nicht gelang. Unsere Arbeitsgruppe hat nun erstmals ein funktionierendes Testverfahren entwickelt. Damit wird im vorliegenden Forschungsprojekt die Analyse von CSNB2 Mutationen möglich. Im Gegensatz zu bisherigen Annahme, dass CSNB2 Mutationen zu einem völligen Verlust der Kanalfunktion führen, konnten wir in vorläufigen Experimenten bereits nachweisen, dass dies nicht für alle Mutationen zutrifft. Damit eröffnet sich für uns die Möglichkeit zu untersuchen, in welchem Ausmaß die Kanalfunktion beeinträchtigt sein muss, um das klinische Bild der CSNB2 hervorzurufen. Einige Mutationen sind auch in Proteinabschnitten lokalisiert, welche für die Modulation der Kanalfunktion durch intrazelluläres Ca2+ bedeutsam sind. Aufklärung der molekularen Grundlagen dieser Modulation ist daher ebenfalls Gegenstand unserer Untersuchungen. Neben der Änderung des Öffnungs- und Schließungsverhaltens kann auch die Expressionsdichte dieser Kanäle durch Mutationen, und somit die zelluläre Kanalaktivität verändert sein. Für FHM1 Mutationen haben wird dafür bereits experimentelle Evidenz aus funktionellen Untersuchungen. Gegenstand dieses Antrags ist die Anwendung eines neuartigen molekularbiologischen Verfahrens, welches die selektive Markierung der mutierten Kanäle in der Zellmembran erlaubt. Damit kann die veränderte Expression von Kalziumkanälen in kultivierten Neuronen untersucht werden. Daraus resultierende Ergebnisse werden sehr wesentlich zum Verständnis der Pathopyhsiologie und künftiger Therapiekonzepte auch für häufige Formen der Migräne beitragen.

Familiäre hemiplegische Migraine Typ-1 (FHM1) und inkomplette kongenitale stationäre Nachtblindheit (CSNB2) sind humane Erkrankungen, welche durch Mutationen in unterschiedlichen Genen von sog. spannungsabhängigen Calcium-Kanälen entstehen. Ähnlich wie gezielte Mutationen in Mäusen stellen diese Erkrankungen hervorragende Modelle zur Aufklärung der Pathophysiologie der Migräne und retinaler Fehlfunktion dar. Untersuchung der funktionellen Auswirkungen einzelner Mutationen auf die jeweilige Kanalfunktion erlauben Vorhersagen über Veränderungen der Erregbarkeit von Nervenzellen im ZNS (FHM1) bzw. der Retina (CSNB2) und können diese mit den entsprechenden Krankheitsymptomen korrelieren. Dazu müssen diese Mutationen mittels molekularbiologischer Methoden in die poren-bildende Untereinheit humaner Ca2+-Kanäle eingeführt und die mutierten Kanäle in geeigneten Systemen funktionell exprimiert werden. Verändertes Öffnungs- und Schließungsverhalten kann anschießend mit elektrophysiologischen Methoden analysiert werden. Solche Analysen waren bisher für CSNB2 Mutationen unmöglich, da die Expression dieser Kalziumkanäle bisher nicht gelang. Unsere Arbeitsgruppe hat nun erstmals ein funktionierendes Testverfahren entwickelt. Damit wird im vorliegenden Forschungsprojekt die Analyse von CSNB2 Mutationen möglich. Im Gegensatz zu bisherigen Annahme, dass CSNB2 Mutationen zu einem völligen Verlust der Kanalfunktion führen, konnten wir in vorläufigen Experimenten bereits nachweisen, dass dies nicht für alle Mutationen zutrifft. Damit eröffnet sich für uns die Möglichkeit zu untersuchen, in welchem Ausmaß die Kanalfunktion beeinträchtigt sein muss, um das klinische Bild der CSNB2 hervorzurufen. Einige Mutationen sind auch in Proteinabschnitten lokalisiert, welche für die Modulation der Kanalfunktion durch intrazelluläres Ca2+ bedeutsam sind. Aufklärung der molekularen Grundlagen dieser Modulation ist daher ebenfalls Gegenstand unserer Untersuchungen. Neben der Änderung des Öffnungs- und Schließungsverhaltens kann auch die Expressionsdichte dieser Kanäle durch Mutationen, und somit die zelluläre Kanalaktivität verändert sein. Für FHM1 Mutationen haben wird dafür bereits experimentelle Evidenz aus funktionellen Untersuchungen. Gegenstand dieses Antrags ist die Anwendung eines neuartigen molekularbiologischen Verfahrens, welches die selektive Markierung der mutierten Kanäle in der Zellmembran erlaubt. Damit kann die veränderte Expression von Kalziumkanälen in kultivierten Neuronen untersucht werden. Daraus resultierende Ergebnisse werden sehr wesentlich zum Verständnis der Pathopyhsiologie und künftiger Therapiekonzepte auch für häufige Formen der Migräne beitragen.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Innsbruck - 100%
Internationale Projektbeteiligte
  • Paola Carrera, San Raffaele Scientific Institute - Italien
  • Daniela Pietrobon, Università degli studi di Padova - Italien
  • Arn M.J.M. Van Den Maagdenberg, Universiteit Leiden - Niederlande
  • Dimitri M. Kullmann, University College London - Vereinigtes Königreich

Research Output

  • 2321 Zitationen
  • 14 Publikationen
Publikationen
  • 2008
    Titel Functional properties and modulation of extracellular epitope - tagged CaV2.1 voltage-gated calcium channels
    DOI 10.4161/chan.2.6.6793
    Typ Journal Article
    Autor Watschinger K
    Journal Channels
    Seiten 461-473
    Link Publikation
  • 2008
    Titel A Destructive Interaction Mechanism Accounts for Dominant-Negative Effects of Misfolded Mutants of Voltage-Gated Calcium Channels
    DOI 10.1523/jneurosci.2844-07.2008
    Typ Journal Article
    Autor Mezghrani A
    Journal The Journal of Neuroscience
    Seiten 4501-4511
    Link Publikation
  • 2008
    Titel Pharmacological disruption of calcium channel trafficking by the a2d ligand gabapentin
    DOI 10.1073/pnas.0708930105
    Typ Journal Article
    Autor Hendrich J
    Journal Proceedings of the National Academy of Sciences
    Seiten 3628-3633
    Link Publikation
  • 2007
    Titel C-terminal tailoring of L-type calcium channel function
    DOI 10.1113/jphysiol.2007.147140
    Typ Journal Article
    Autor Striessnig J
    Journal The Journal of Physiology
    Seiten 643-644
    Link Publikation
  • 2006
    Titel Role of Cav1.2 L-type Ca2+ channels in vascular tone: effects of nifedipine and Mg2+
    DOI 10.1152/ajpheart.01214.2005
    Typ Journal Article
    Autor Zhang J
    Journal American Journal of Physiology-Heart and Circulatory Physiology
  • 2006
    Titel Effects of congenital stationary night blindness type 2 mutations R508Q and L1364H on Cav1.4 L-type Ca2+ channel function and expression
    DOI 10.1111/j.1471-4159.2006.03678.x
    Typ Journal Article
    Autor Hoda J
    Journal Journal of Neurochemistry
    Seiten 1648-1658
  • 2006
    Titel Role of voltage-gated L-type Ca2+ channel isoforms for brain function
    DOI 10.1042/bst0340903
    Typ Journal Article
    Autor Striessnig J
    Journal Biochemical Society Transactions
    Seiten 903-909
  • 2006
    Titel C-terminal modulator controls Ca2+-dependent gating of Cav1.4 L-type Ca2+ channels
    DOI 10.1038/nn1751
    Typ Journal Article
    Autor Singh A
    Journal Nature Neuroscience
    Seiten 1108-1116
  • 2005
    Titel A CACNA1F mutation identified in an X-linked retinal disorder shifts the voltage dependence of Cav1.4 channel activation
    DOI 10.1073/pnas.0501907102
    Typ Journal Article
    Autor Hemara-Wahanui A
    Journal Proceedings of the National Academy of Sciences
    Seiten 7553-7558
    Link Publikation
  • 2005
    Titel International Union of Pharmacology. XLVIII. Nomenclature and Structure-Function Relationships of Voltage-Gated Calcium Channels
    DOI 10.1124/pr.57.4.5
    Typ Journal Article
    Autor Catterall W
    Journal Pharmacological Reviews
    Seiten 411-425
  • 2005
    Titel Congenital Stationary Night Blindness Type 2 Mutations S229P, G369D, L1068P, and W1440X Alter Channel Gating or Functional Expression of Cav1.4 L-type Ca2+ Channels
    DOI 10.1523/jneurosci.3054-04.2005
    Typ Journal Article
    Autor Hoda J
    Journal The Journal of Neuroscience
    Seiten 252-259
    Link Publikation
  • 2004
    Titel L-type Ca2+ channels in Ca2+ channelopathies
    DOI 10.1016/j.bbrc.2004.08.039
    Typ Journal Article
    Autor Striessnig J
    Journal Biochemical and Biophysical Research Communications
    Seiten 1341-1346
  • 2004
    Titel Opposite Effects of a Single IIIS5 Mutation on Phenylalkylamine and Dihydropyridine Interaction with L-type Ca2+ Channels*
    DOI 10.1074/jbc.m409008200
    Typ Journal Article
    Autor Huber I
    Journal Journal of Biological Chemistry
    Seiten 55211-55217
    Link Publikation
  • 2004
    Titel Familial Hemiplegic Migraine Type 1 Mutations K1336E, W1684R, and V1696I Alter Cav2.1 Ca2+ Channel Gating EVIDENCE FOR ß-SUBUNIT ISOFORM-SPECIFIC EFFECTS*
    DOI 10.1074/jbc.m408756200
    Typ Journal Article
    Autor Müllner C
    Journal Journal of Biological Chemistry
    Seiten 51844-51850
    Link Publikation

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