Kalziumkanaldysfunktion bei menschlichen Erkrankungen
Voltage-Gated Calcium Channel Dysfunction in Human Diseases
Wissenschaftsdisziplinen
Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (100%)
Keywords
-
Calcium Channels,
Neuronal Excitability,
Mutagenesis,
Gating,
Dihydropyridines
Familiäre hemiplegische Migraine Typ-1 (FHM1) und inkomplette kongenitale stationäre Nachtblindheit (CSNB2) sind humane Erkrankungen, welche durch Mutationen in unterschiedlichen Genen von sog. spannungsabhängigen Calcium-Kanälen entstehen. Ähnlich wie gezielte Mutationen in Mäusen stellen diese Erkrankungen hervorragende Modelle zur Aufklärung der Pathophysiologie der Migräne und retinaler Fehlfunktion dar. Untersuchung der funktionellen Auswirkungen einzelner Mutationen auf die jeweilige Kanalfunktion erlauben Vorhersagen über Veränderungen der Erregbarkeit von Nervenzellen im ZNS (FHM1) bzw. der Retina (CSNB2) und können diese mit den entsprechenden Krankheitsymptomen korrelieren. Dazu müssen diese Mutationen mittels molekularbiologischer Methoden in die poren-bildende Untereinheit humaner Ca2+-Kanäle eingeführt und die mutierten Kanäle in geeigneten Systemen funktionell exprimiert werden. Verändertes Öffnungs- und Schließungsverhalten kann anschießend mit elektrophysiologischen Methoden analysiert werden. Solche Analysen waren bisher für CSNB2 Mutationen unmöglich, da die Expression dieser Kalziumkanäle bisher nicht gelang. Unsere Arbeitsgruppe hat nun erstmals ein funktionierendes Testverfahren entwickelt. Damit wird im vorliegenden Forschungsprojekt die Analyse von CSNB2 Mutationen möglich. Im Gegensatz zu bisherigen Annahme, dass CSNB2 Mutationen zu einem völligen Verlust der Kanalfunktion führen, konnten wir in vorläufigen Experimenten bereits nachweisen, dass dies nicht für alle Mutationen zutrifft. Damit eröffnet sich für uns die Möglichkeit zu untersuchen, in welchem Ausmaß die Kanalfunktion beeinträchtigt sein muss, um das klinische Bild der CSNB2 hervorzurufen. Einige Mutationen sind auch in Proteinabschnitten lokalisiert, welche für die Modulation der Kanalfunktion durch intrazelluläres Ca2+ bedeutsam sind. Aufklärung der molekularen Grundlagen dieser Modulation ist daher ebenfalls Gegenstand unserer Untersuchungen. Neben der Änderung des Öffnungs- und Schließungsverhaltens kann auch die Expressionsdichte dieser Kanäle durch Mutationen, und somit die zelluläre Kanalaktivität verändert sein. Für FHM1 Mutationen haben wird dafür bereits experimentelle Evidenz aus funktionellen Untersuchungen. Gegenstand dieses Antrags ist die Anwendung eines neuartigen molekularbiologischen Verfahrens, welches die selektive Markierung der mutierten Kanäle in der Zellmembran erlaubt. Damit kann die veränderte Expression von Kalziumkanälen in kultivierten Neuronen untersucht werden. Daraus resultierende Ergebnisse werden sehr wesentlich zum Verständnis der Pathopyhsiologie und künftiger Therapiekonzepte auch für häufige Formen der Migräne beitragen.
Familiäre hemiplegische Migraine Typ-1 (FHM1) und inkomplette kongenitale stationäre Nachtblindheit (CSNB2) sind humane Erkrankungen, welche durch Mutationen in unterschiedlichen Genen von sog. spannungsabhängigen Calcium-Kanälen entstehen. Ähnlich wie gezielte Mutationen in Mäusen stellen diese Erkrankungen hervorragende Modelle zur Aufklärung der Pathophysiologie der Migräne und retinaler Fehlfunktion dar. Untersuchung der funktionellen Auswirkungen einzelner Mutationen auf die jeweilige Kanalfunktion erlauben Vorhersagen über Veränderungen der Erregbarkeit von Nervenzellen im ZNS (FHM1) bzw. der Retina (CSNB2) und können diese mit den entsprechenden Krankheitsymptomen korrelieren. Dazu müssen diese Mutationen mittels molekularbiologischer Methoden in die poren-bildende Untereinheit humaner Ca2+-Kanäle eingeführt und die mutierten Kanäle in geeigneten Systemen funktionell exprimiert werden. Verändertes Öffnungs- und Schließungsverhalten kann anschießend mit elektrophysiologischen Methoden analysiert werden. Solche Analysen waren bisher für CSNB2 Mutationen unmöglich, da die Expression dieser Kalziumkanäle bisher nicht gelang. Unsere Arbeitsgruppe hat nun erstmals ein funktionierendes Testverfahren entwickelt. Damit wird im vorliegenden Forschungsprojekt die Analyse von CSNB2 Mutationen möglich. Im Gegensatz zu bisherigen Annahme, dass CSNB2 Mutationen zu einem völligen Verlust der Kanalfunktion führen, konnten wir in vorläufigen Experimenten bereits nachweisen, dass dies nicht für alle Mutationen zutrifft. Damit eröffnet sich für uns die Möglichkeit zu untersuchen, in welchem Ausmaß die Kanalfunktion beeinträchtigt sein muss, um das klinische Bild der CSNB2 hervorzurufen. Einige Mutationen sind auch in Proteinabschnitten lokalisiert, welche für die Modulation der Kanalfunktion durch intrazelluläres Ca2+ bedeutsam sind. Aufklärung der molekularen Grundlagen dieser Modulation ist daher ebenfalls Gegenstand unserer Untersuchungen. Neben der Änderung des Öffnungs- und Schließungsverhaltens kann auch die Expressionsdichte dieser Kanäle durch Mutationen, und somit die zelluläre Kanalaktivität verändert sein. Für FHM1 Mutationen haben wird dafür bereits experimentelle Evidenz aus funktionellen Untersuchungen. Gegenstand dieses Antrags ist die Anwendung eines neuartigen molekularbiologischen Verfahrens, welches die selektive Markierung der mutierten Kanäle in der Zellmembran erlaubt. Damit kann die veränderte Expression von Kalziumkanälen in kultivierten Neuronen untersucht werden. Daraus resultierende Ergebnisse werden sehr wesentlich zum Verständnis der Pathopyhsiologie und künftiger Therapiekonzepte auch für häufige Formen der Migräne beitragen.
- Universität Innsbruck - 100%
- Paola Carrera, San Raffaele Scientific Institute - Italien
- Daniela Pietrobon, Università degli studi di Padova - Italien
- Arn M.J.M. Van Den Maagdenberg, Universiteit Leiden - Niederlande
- Dimitri M. Kullmann, University College London - Vereinigtes Königreich
Research Output
- 2321 Zitationen
- 14 Publikationen
-
2008
Titel Functional properties and modulation of extracellular epitope - tagged CaV2.1 voltage-gated calcium channels DOI 10.4161/chan.2.6.6793 Typ Journal Article Autor Watschinger K Journal Channels Seiten 461-473 Link Publikation -
2008
Titel A Destructive Interaction Mechanism Accounts for Dominant-Negative Effects of Misfolded Mutants of Voltage-Gated Calcium Channels DOI 10.1523/jneurosci.2844-07.2008 Typ Journal Article Autor Mezghrani A Journal The Journal of Neuroscience Seiten 4501-4511 Link Publikation -
2008
Titel Pharmacological disruption of calcium channel trafficking by the a2d ligand gabapentin DOI 10.1073/pnas.0708930105 Typ Journal Article Autor Hendrich J Journal Proceedings of the National Academy of Sciences Seiten 3628-3633 Link Publikation -
2007
Titel C-terminal tailoring of L-type calcium channel function DOI 10.1113/jphysiol.2007.147140 Typ Journal Article Autor Striessnig J Journal The Journal of Physiology Seiten 643-644 Link Publikation -
2006
Titel Role of Cav1.2 L-type Ca2+ channels in vascular tone: effects of nifedipine and Mg2+ DOI 10.1152/ajpheart.01214.2005 Typ Journal Article Autor Zhang J Journal American Journal of Physiology-Heart and Circulatory Physiology -
2006
Titel Effects of congenital stationary night blindness type 2 mutations R508Q and L1364H on Cav1.4 L-type Ca2+ channel function and expression DOI 10.1111/j.1471-4159.2006.03678.x Typ Journal Article Autor Hoda J Journal Journal of Neurochemistry Seiten 1648-1658 -
2006
Titel Role of voltage-gated L-type Ca2+ channel isoforms for brain function DOI 10.1042/bst0340903 Typ Journal Article Autor Striessnig J Journal Biochemical Society Transactions Seiten 903-909 -
2006
Titel C-terminal modulator controls Ca2+-dependent gating of Cav1.4 L-type Ca2+ channels DOI 10.1038/nn1751 Typ Journal Article Autor Singh A Journal Nature Neuroscience Seiten 1108-1116 -
2005
Titel A CACNA1F mutation identified in an X-linked retinal disorder shifts the voltage dependence of Cav1.4 channel activation DOI 10.1073/pnas.0501907102 Typ Journal Article Autor Hemara-Wahanui A Journal Proceedings of the National Academy of Sciences Seiten 7553-7558 Link Publikation -
2005
Titel International Union of Pharmacology. XLVIII. Nomenclature and Structure-Function Relationships of Voltage-Gated Calcium Channels DOI 10.1124/pr.57.4.5 Typ Journal Article Autor Catterall W Journal Pharmacological Reviews Seiten 411-425 -
2005
Titel Congenital Stationary Night Blindness Type 2 Mutations S229P, G369D, L1068P, and W1440X Alter Channel Gating or Functional Expression of Cav1.4 L-type Ca2+ Channels DOI 10.1523/jneurosci.3054-04.2005 Typ Journal Article Autor Hoda J Journal The Journal of Neuroscience Seiten 252-259 Link Publikation -
2004
Titel L-type Ca2+ channels in Ca2+ channelopathies DOI 10.1016/j.bbrc.2004.08.039 Typ Journal Article Autor Striessnig J Journal Biochemical and Biophysical Research Communications Seiten 1341-1346 -
2004
Titel Opposite Effects of a Single IIIS5 Mutation on Phenylalkylamine and Dihydropyridine Interaction with L-type Ca2+ Channels* DOI 10.1074/jbc.m409008200 Typ Journal Article Autor Huber I Journal Journal of Biological Chemistry Seiten 55211-55217 Link Publikation -
2004
Titel Familial Hemiplegic Migraine Type 1 Mutations K1336E, W1684R, and V1696I Alter Cav2.1 Ca2+ Channel Gating EVIDENCE FOR ß-SUBUNIT ISOFORM-SPECIFIC EFFECTS* DOI 10.1074/jbc.m408756200 Typ Journal Article Autor Müllner C Journal Journal of Biological Chemistry Seiten 51844-51850 Link Publikation