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Polymer Elektronik: Die Rolle oxidativer Defekte

Polymer Electronic Devices: The role of oxidative defects

Egbert Zojer (ORCID: 0000-0002-6502-1721)
  • Grant-DOI 10.55776/P17068
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.04.2004
  • Projektende 31.12.2006
  • Bewilligungssumme 74.949 €

Wissenschaftsdisziplinen

Chemie (25%); Physik, Astronomie (75%)

Keywords

    Polymer Electronics, Thin Film Transistors, Light Emitting Devices, Oxidative Defects

Abstract Endbericht

Elektronische und optoelektronische Bauelemente auf Basis organischer Halbleiter (im speziellen konjugierte Polymere) haben sich in den letzten Jahrzehnten als Forschungsgebiet etabliert. Die breite Kommerzialisierung einiger Anwendungen, wie zum Beispiel lichtemittierender Bauelemente oder einfacher Schaltung auf Basis (Tintenstrahl-)gedruckter oder gar "gestempelter" organischer Transistoren steht möglicherweise kurz bevor. Ein technologisch relevantes Problem für die industrielle Anwendung ist die Instabilität der Materialien gegen atmosphärische Einflüsse (wie Sauerstoff und Wasser). Die Herstellung unter inerten Bedingungen sowie aufwendige Verkapselungsverfahren können einen Teil der auftretenden Probleme lösen. Verunreinigungen und Materialdefekte treten allerdings trotz aufwendiger Prozesse immer wieder auf. Das vorliegende Projekt beschäftigt sich mit dem Einfluss derartiger Defekte auf die elektronische Struktur. Der Grundlagenteil des Projekts wird sich damit beschäftigen, unter welchen Bedingungen oxidative Defekte zusätzliche (ungewollte) Beiträge zur Lichtemission des Materials liefern können. Außerdem soll geklärt werden in welchem Umfang der Ladungstransport und Ladungsträgergeneration in diesen Materialien durch oxidative Defekte beeinflusst wird. Die in diesem Teil des Projekts erarbeiteten Informationen können unter anderem dazu genutzt werden, zu klären, in welchem Umfang geringe Defektkonzentration beobachtete Eigenschaften dominieren können. Dementsprechend sollte auch diskutiert werden, in welchem Umfang aus der Literatur bekannte Ergebnisse zu Transport und Generation von Ladungsträgern durch solche Defekte beeinflusst wurden und in welchem Umfang das "Reinmaterial" untersucht wurde. Im technologischeren Teil des Projekts sollen Strategien getestet werden, um das Auftreten solcher chemischen Defekte zu verringern. Es ist z.B. geplant sogenannte "Getter"-Substanzen direkt in der aktiven Schicht einzusetzen, um die Kreation von Defektzuständen zu vermeiden, oder chemische Methoden anzuwenden, um bereits entstandene Defekte abzubauen.

Organische Halbleitermaterialien werden in zahlreichen Anwendungen eingesetzt. Diese umfassen organische Solarzellen, Anzeigen und Bildschirme (beispielsweise in MP3-Spielern und Digitalkameras), Fernseher, Beleuchtungselemente, Sensoren und elektrische Schaltungen, wie z.B. RFID-Tags. Viele dieser Geräte sind schon jetzt kommerziell erhältlich andere werden in den nächsten Jahren die Marktreife erreichen. Besondere Vorteile organischer Halbleiter sind dabei hohe Effizienzen (und damit verbunden ein reduzierter Energieverbrauch), größere Helligkeit und verbessertes Kontrastverhältnis sowie kosteneffiziente Herstellungsmöglichkeiten und das alles kombiniert mit neuen Eigenschaften, wie z.B. mechanischer Flexibilität. Eine der größten Herausforderungen, die sich bei der Anwendung organischer Halbleiter allerdings noch stellt, ist deren Langzeitstabilität. Um mitzuhelfen, diese Einschränkung zu überwinden, beschäftigt sich das vorliegende Projekt mit einer detaillierten Studie zur mikroskopischen Natur der Defekte, die die Lebensdauer der Bauelemente begrenzen. Dabei sollen Wege aufgezeigt werden, wie diese Defekte vermieden werden können um zur Entwicklung neuartiger Materialien beizutragen. Aus diesem Grund haben wir sowohl umfassende Untersuchungen zur Stabilität von Materialien angestellt, die in elektronischen Schaltungen eingesetzt werden (Poly(thiophene), wie auch zu Verbindungen untersucht, die in lichtemittierenden Bauelementen zum Einsatz kommen. In diesem Zusammenhang wurde auch eine Methode zur a posteriori Heilung von defektbehafteten organischen Halbleitern getestet. In der späteren Phase des Projekts wurde dann verstärkt Augenmerk auf dir Rolle der Grenzfläche zwischen organischem Halbleiter und Metallelektrode bzw. Dielektrikum gelegt. Dies war deshalb ratsam, da im Jahr 2005 in einer Arbeit aus Cambridge die besondere Bedeutung dieser Grenzfläche für Dünnfilmtransistoren gezeigt wurde. Das im Rahmen des Projekts entwickelte Wissen erlaubte uns dann organische Feldeffekttransistoren mit Kontaktwiderständen herzustelle, die alles bisher Realisierte klar in den Schatten stellen. Diese Entwicklung ist eine Voraussetzung zum Bau schneller Schaltkreise, wie man sie beispielsweise für RFID Anwendungen benötigt. Als "Nebenprodukt" unserer Forschungsarbeiten konnten wir auch ein neuartiges und viel versprechendes Konzept für auf organischen Bauelementen beruhende chemische Sensoren zeigen. Dabei wird durch eine ultradünne Zwischenschicht das Halbleitermaterial zuerst dotiert und dann durch das Analytgas wieder dedotiert, wodurch eine Verschiebung der Einsatzspannung des Transistors von bis zu 70 V erreicht werden kann.

Forschungsstätte(n)
  • Technische Universität Graz - 100%
Internationale Projektbeteiligte
  • Zhigang Shuai, Chinese Academy of Sciences - China
  • Jean-Luc Bredas, Georgia Institute of Technology - Vereinigte Staaten von Amerika

Research Output

  • 443 Zitationen
  • 9 Publikationen
Publikationen
  • 2008
    Titel Inside Front Cover: Chemical Control of Local Doping in Organic Thin-Film Transistors: From Depletion to Enhancement (Adv. Mater. 16/2008)
    DOI 10.1002/adma.200890065
    Typ Journal Article
    Autor Pacher P
    Journal Advanced Materials
  • 2008
    Titel Chemical Control of Local Doping in Organic Thin-Film Transistors: From Depletion to Enhancement
    DOI 10.1002/adma.200800058
    Typ Journal Article
    Autor Pacher P
    Journal Advanced Materials
    Seiten 3143-3148
  • 2007
    Titel Improving the Stability of Polymer FETs by Introducing Fixed Acceptor Units into the Main Chain: Application to Poly(alkylthiophenes)
    DOI 10.1021/cm061571e
    Typ Journal Article
    Autor Sainova D
    Journal Chemistry of Materials
    Seiten 1472-1481
  • 2007
    Titel Characterizing Chemically Reactive Thin Layers: Surface Reaction of [2-[4-(Chlorosulfonyl)phenyl]ethyl]trichlorosilane with Ammonia
    DOI 10.1021/jp072784+
    Typ Journal Article
    Autor Pacher P
    Journal The Journal of Physical Chemistry C
    Seiten 12407-12413
  • 2007
    Titel Orders-of-Magnitude Reduction of the Contact Resistance in Short-Channel Hot Embossed Organic Thin Film Transistors by Oxidative Treatment of Au-Electrodes
    DOI 10.1002/adfm.200700294
    Typ Journal Article
    Autor Stadlober B
    Journal Advanced Functional Materials
    Seiten 2687-2692
  • 2006
    Titel UV/ozone treated Au for air-stable, low hole injection barrier electrodes in organic electronics
    DOI 10.1063/1.2336345
    Typ Journal Article
    Autor Rentenberger S
    Journal Journal of Applied Physics
    Seiten 053701
    Link Publikation
  • 2006
    Titel Fluorenone defects in poly-fluorene: Investigations on model compounds
    DOI 10.1016/j.chemphys.2005.09.007
    Typ Journal Article
    Autor Pogantsch A
    Journal Chemical Physics
    Seiten 399-404
  • 2006
    Titel Stretching and Breaking of a Molecular Junction
    DOI 10.1002/smll.200600054
    Typ Journal Article
    Autor Romaner L
    Journal Small
    Seiten 1468-1475
  • 2006
    Titel Organoboron Quinolinolates with Extended Conjugated Chromophores: Synthesis, Structure, and Electronic and Electroluminescent Properties
    DOI 10.1021/cm060720q
    Typ Journal Article
    Autor Kappaun S
    Journal Chemistry of Materials
    Seiten 3539-3547

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