Fungaler Komplementfaktor H Rezeptor und Virulenz
Fungal complement factor H receptor and virulence
Wissenschaftsdisziplinen
Gesundheitswissenschaften (70%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (30%)
Keywords
-
In the century of transplantation and,
Complement,
Factor H,
Evasion,
Knock-out mutant
Im Zeitalter der Transplantationen und Chemotherapien, ist Candida eine der häufigsten Ursachen für eine opportunistische Infektion bei immunsupprimierten Personen. In der Immunabwehr gegen Candida spielt die angeborene Immunität (insbesondere polymorphkernige Leukozyten und Komplement) eine weit größere Rolle als die erworbene Immunität, welches die weit schwereren Krankheitsverläufe bei Patienten mit Immundefekten im Phagozytensystem erklärt. Komplement vermittelt sowohl die Chemotaxis der Phagozyten als auch die Opsonisierung des Mikroorga-nismus und wird eng kontrolliert von verschiedenen Komplementregulatoren, wie Faktor H und FHL-1 (letzteres eine aminoterminal trunkierte, alternativ ge"splice"te Variante von Faktor H). Obwohl das geschwächte Immunsystem des Individuums sicherlich ausschlaggebend für das Ausbrechen einer Pilzerkrankung ist, spielen Virulenzfaktoren der Hefe auch eine Rolle. Letztere umfassen Moleküle mit denen Candida sich an Wirtszellen anheften und in diese eindringen kann, aber auch Strukturen, die es der Hefe erlauben der Wirtsabwehr, insbesondere Komplement, zu entkommen. Zu beidem sind insbesondere Oberflächenproteine geeignet, die sowohl als Adhäsine als auch Komplementrezeptoren agieren können, wie z.B. zellgebundener Faktor H oder FHL-1. Es ist daher keine Überraschung, dass viele pathogene Mikroorganismen ihrer Abtötung durch Bindung an Faktor H und FHL-1 entgehen. Wir haben kürzlich entdeckt, dass Faktor H und FHL-1 auch an die Oberfläche von C. albicans binden können. Wahrscheinlich gibt es sogar zwei verschiedene Rezeptoren bei C. albicans; die eng verwandte Hefe C. dubliniensis kann auch Faktor H binden. Zuerst ist geplant die Faktor H-Rezeptoren auf C. albicans und C. dubliniensis und deren Gene zu identifizieren, indem C. albicans Expressionsbanken mit gereinigtem Faktor H beschickt werden, gefolgt von PCR Methoden, um das korrespondierende Rezeptorgen in C. dubliniensis zu charakterisieren. Simultan soll versucht werden, eine biochemische Reinigung dieses Rezeptors über Immunaffini- tätssäulen (mit an Sepharosekügelchen adsorbiertem Faktor H) zu erreichen. Die Relevanz dieser Rezeptoren für die Immunevasion von Candida soll letztlich mit Hilfe von zu generierenden Deletionsmutanten evaluiert werden, die auf ihre Faktor H / FHL-1 Bindungsfähigkeit und Resistenz gegenüber Komplement-vermittelter Phagozytose hin ausgetestet werden. Andere fun-gale Virulenzeigenschaften, wie die Sekretion von Aspartatproteasen oder die Adhesion an Wirts-zellen, werden mit Hilfe der im Labor des Antragstellers etablierten Methoden ausgetestet. Letzt-lich sollen die Deletionsmutanten im Mausmodell evaluiert werden. Das der Charakterisierung der Rezeptoren folgende Design von blockierenden Substanzen könnte zu einer Überwindung der fungalen Evasionsstrategien und so zu einem Meilenstein der antimykotischen Therapie werden.
Im Zeitalter der Transplantationen und Chemotherapien, ist Candida eine der häufigsten Ursachen für eine opportunistische Infektion bei immunsupprimierten Personen. In der Immunabwehr gegen Candida spielt die angeborene Immunität (insbesondere polymorphkernige Leukozyten und Komplement) eine weit größere Rolle als die erworbene Immunität, welches die weit schwereren Krankheitsverläufe bei Patienten mit Immundefekten im Phagozytensystem erklärt. Komplement vermittelt sowohl die Chemotaxis der Phagozyten als auch die Opsonisierung des Mikroorga-nismus und wird eng kontrolliert von verschiedenen Komplementregulatoren, wie Faktor H und FHL-1 (letzteres eine aminoterminal trunkierte, alternativ ge"splice"te Variante von Faktor H). Obwohl das geschwächte Immunsystem des Individuums sicherlich ausschlaggebend für das Ausbrechen einer Pilzerkrankung ist, spielen Virulenzfaktoren der Hefe auch eine Rolle. Letztere umfassen Moleküle mit denen Candida sich an Wirtszellen anheften und in diese eindringen kann, aber auch Strukturen, die es der Hefe erlauben der Wirtsabwehr, insbesondere Komplement, zu entkommen. Zu beidem sind insbesondere Oberflächenproteine geeignet, die sowohl als Adhäsine als auch Komplementrezeptoren agieren können, wie z.B. zellgebundener Faktor H oder FHL-1. Es ist daher keine Überraschung, dass viele pathogene Mikroorganismen ihrer Abtötung durch Bindung an Faktor H und FHL-1 entgehen. Wir haben kürzlich entdeckt, dass Faktor H und FHL-1 auch an die Oberfläche von C. albicans binden können. Wahrscheinlich gibt es sogar zwei verschiedene Rezeptoren bei C. albicans; die eng verwandte Hefe C. dubliniensis kann auch Faktor H binden. Zuerst ist geplant die Faktor H-Rezeptoren auf C. albicans und C. dubliniensis und deren Gene zu identifizieren, indem C. albicans Expressionsbanken mit gereinigtem Faktor H beschickt werden, gefolgt von PCR Methoden, um das korrespondierende Rezeptorgen in C. dubliniensis zu charakterisieren. Simultan soll versucht werden, eine biochemische Reinigung dieses Rezeptors über Immunaffini- tätssäulen (mit an Sepharosekügelchen adsorbiertem Faktor H) zu erreichen. Die Relevanz dieser Rezeptoren für die Immunevasion von Candida soll letztlich mit Hilfe von zu generierenden Deletionsmutanten evaluiert werden, die auf ihre Faktor H / FHL-1 Bindungsfähigkeit und Resistenz gegenüber Komplement-vermittelter Phagozytose hin ausgetestet werden. Andere fun-gale Virulenzeigenschaften, wie die Sekretion von Aspartatproteasen oder die Adhesion an Wirts-zellen, werden mit Hilfe der im Labor des Antragstellers etablierten Methoden ausgetestet. Letzt-lich sollen die Deletionsmutanten im Mausmodell evaluiert werden. Das der Charakterisierung der Rezeptoren folgende Design von blockierenden Substanzen könnte zu einer Überwindung der fungalen Evasionsstrategien und so zu einem Meilenstein der antimykotischen Therapie werden.
- Peter F. Zipfel, Hans-Knöll-Institut für Naturstoff-Forschung - Deutschland
- Raimund Eck, Hans-Knöll-Institut für Naturstoff-Forschung - Deutschland
Research Output
- 285 Zitationen
- 6 Publikationen
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2011
Titel Candida albicans Hgt1p, a Multifunctional Evasion Molecule: Complement Inhibitor, CR3 Analogue, and Human Immunodeficiency Virus–Binding Molecule DOI 10.1093/infdis/jir455 Typ Journal Article Autor Lesiak-Markowicz I Journal Journal of Infectious Diseases Seiten 802-809 Link Publikation -
2008
Titel Basidiomycete metabolites attenuate virulence properties of Candida albicans in vitro DOI 10.1111/j.1439-0507.2008.01515.x Typ Journal Article Autor Falkensammer B Journal Mycoses Seiten 505-514 Link Publikation -
2007
Titel Absent reduction by HIV protease inhibitors of Candida albicans adhesion to endothelial cells DOI 10.1111/j.1439-0507.2006.01353.x Typ Journal Article Autor Falkensammer B Journal Mycoses Seiten 172-177 Link Publikation -
2007
Titel Immune evasion by acquisition of complement inhibitors: The mould Aspergillus binds both factor H and C4b binding protein DOI 10.1016/j.molimm.2007.08.011 Typ Journal Article Autor Vogl G Journal Molecular Immunology Seiten 1485-1493 Link Publikation -
2007
Titel Tetracycline-Inducible Expression of Individual Secreted Aspartic Proteases in Candida albicans Allows Isoenzyme-Specific Inhibitor Screening DOI 10.1128/aac.01072-07 Typ Journal Article Autor Staib P Journal Antimicrobial Agents and Chemotherapy Seiten 146-156 Link Publikation -
2006
Titel Complement escape of human pathogenic bacteria by acquisition of complement regulators DOI 10.1016/j.molimm.2005.06.016 Typ Journal Article Autor Kraiczy P Journal Molecular Immunology Seiten 31-44