Frauen und Gender in ethnographisch orientierten Texten
Women and Gender in Ethnographicly Oriented Texts
Wissenschaftsdisziplinen
Andere Geisteswissenschaften (25%); Geschichte, Archäologie (50%); Soziologie (25%)
Keywords
-
Gender Studies,
Ethnography in Antiquity,
Feminism,
Historical Methods
Das Projekt stellt die Fortführung des Projektes P14853 "Ethnographie - Gender-Perspektive - Antikenrezeption. Realität, Projektion, Instrumentalisierung" (2001-2003) und des diesem vorausgehenden "Geschlechterrollen in der antiken Ethnographie" (1997-2000) dar. Mit der beantragten Fortführung soll das Gesamtprojekt seinen Abschluß finden. Am Beginn dieser Projektreihe stand die Frage, in welcher Weise sich die bei Herodot beobachtbare Darstellung von Frauen im Bereich der Fremdvölker auf die spätere ethnographische Tradition bzw. die in ihr vorhandenen Topoi ausgewirkt hat. Als Untersuchungsfeld wurde nicht zuletzt wegen des verfügbaren Textmaterials die augusteische Periode ausgewählt. Um eine kontrollierbare Arbeitsbasis zu erhalten, wurde die Anregung von Eduard Norden aufgegriffen, einen Katalog einschlägiger Textpassagen zu erstellen. Die konkrete Arbeit zeigte rasch, daß der für die Arbeit grundlegende Begriff Ethnographie bzw. Fremdvölker in den einzelnen Texten unterschiedlich verstanden werden. Die Einbeziehung der Diskussion über Textintention und Autor war die notwendige Konsequenz. Die Begriffsproblematik war von Anfang an auch ein Thema bei der Erstellung einer Gliederung für den erwähnten Katalog (Datenbank). Es war notwendig, nicht nur die anthropologisch- ethnologischen Begriffe zu hinterfragen, sondern natürlich auch die gender-Diskussion zu berücksichtigen. Es zeigte sich zudem rasch, daß die Beschränkung der Textauswahl auf die augusteische Zeit aufgehoben werden mußte, weil nur so hinreichend begründbare Aussagen über das Aussehen und die Existenz von Topoi getroffen werden können. Die in der ersten Projektphase gewonnenen Erkenntnisse wurden der Arbeit in der zweiten Projektphase (2000 - 2003) zugrundegelegt. Der Schwerpunkt in den in diesem Zeitraum entstandenen Analysen wurde auf den Zusammenhang von Geschlechterbildern und kulturellem Kontext gelegt, um so die Funktion der im ethnographischen Raum beschriebenen Frauenbilder und auch gender-Bilder in der Sicht des jeweiligen Textes, aber auch in ihrer Bindung die zeitbedingten Umstände beleuchten zu können. In den Datenkatalog wurden bewußt Texte aus hellenistischer Zeit und aus der römischen Kaiserzeit aufgenommen. Das beantragte Projekt (2003-2004) soll zu einem Abschluß des Vorhabens führen. Es hat sich herausgestellt, daß die Problematik des Topos-Begriffs unlösbar ist mit dem Problem von Text und Autor, aber auch mit dem Begriff Diskurs verknüpft ist. Zu beidem wurden inzwischen grundsätzliche Positionierungen vorgelegt. Auf dieser methodischen Basis sollen im Vergleich von Texten unterschiedliche, aber exemplarische Studien erstellt werden, welche themenzentriert den Aspekt gender` verfolgen, das Geschlechterbild eines Autors im Zeitzusammenhang analysieren und genderspezifische, als Topos verdächtige` Passagen von Herodot bis in die Spätantike behandeln. Parallel dazu und gleichzeitig auch als Voraussetzung soll die Datenbank mit wesentlichen Texten bis in die Spätantike erweitert werden. Sie kann dann als eine allgemein zugängliche Internetversion angeboten werden. Auf diese Weise kann die Ausgangsfrage des Projekts, das Verhältnis von Topoi` und Realität` auf der aktuellen methodischen Basis und auf einer klar definierten Textmenge klar beantwortet werden. So wird eine wesentliche Voraussetzung für die noch fehlende Synthese des Themas Frau - Gender` in der Antike geschaffen.
- Universität Innsbruck - 100%
Research Output
- 22 Zitationen
- 1 Publikationen
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2019
Titel Repaglinide Silences the FOXO3/Lumican Axis and Represses the Associated Metastatic Potential of Neuronal Cancer Cells DOI 10.3390/cells9010001 Typ Journal Article Autor Salcher S Journal Cells Seiten 1 Link Publikation