Kritische Gesamtausgabe und Symposium Camillo Sitte
Critical Comprehensive Edition and Symposium Camillo Sitte
Wissenschaftsdisziplinen
Bauwesen (80%); Kunstwissenschaften (20%)
Keywords
-
Camillo Sitte,
Critical Comprehensive Edition,
City planning,
Cultural History
Camillo Sitte (1843-1903) ist unter Stadtplanern und Architekten in erster Linie für sein Buch Der Städtebau nach seinen künstlerischen Grundsätzen von 1889 bekannt. Aus Anlass seines 100. Todestages soll sein umfangreicher Nachlass, der seit 1962 am Institut für Städtebau und Raumplanung der Technischen Universität Wien verwahrt wird, in einer historisch-kritischen Gesamtausgabe der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Zusätzlich wird am 14. und 15. Nov. 2003 ein Symposium stattfinden, zu dem internationale Experten eingeladen wurden, Camillo Sittes Stadtbautheorie sowie seine Relevanz für heutige städtebauliche Fragestellungen zu diskutieren. Sitte`s Abhandlung über die Grundfragen des Städtebaus war ein ausgesprochener Überraschungserfolg. Seine Theorie vom Städtebau als essenziell öffentliches und raumbezogenes Unterfangen wurde euphorisch empfangen und fand internationalen Niederschlag in Architektur und Städtebau der Folgezeit. Die avantgardistische Moderne reagierte jedoch mit programmatischer Ablehnung. Ambivalenz kennzeichnet auch die weitere Rezeptionsgeschichte von Sittes Städtebauschrift, bis die Postmoderne die Bedeutung des Wiener Städtebautheoretikers wieder entdeckte. Auf historiographischem Gebiet hat erst die jüngere Forschungsgeschichte Sitte seinen gebührenden Platz als führender Stadtbautheoretiker wieder zuerkannt. So gut wie alle wissenschaftlichen Werke über Sitte legten bisher das Hauptaugenmerk auf die städtebaulichen Aspekte und verzichteten auf eine systematische Auswertung seines imposanten Nachlasses, der sechzig Schriften über Architektur- und Städtebau, sechzig Schriften über Musik, Malerei, Kunstgeschichte und Kunstgewerbe, neunzehn Schriften zur Pädagogik, zahlreiche Briefe, fünfundzwanzig Architekturentwürfe sowie siebzehn städtebauliche Entwürfe und Gutachten umfasst. Der Zugriff auf Sittes umfangreichen Arbeiten in jenen Feldern ist jedoch für eine historische und quellenkritische Interpretation seines Hauptwerks unerlässlich. Die geplante Edition wird vier Bände umfassen, die sich in einen Reprint der Erstauflage des "Städtebaus", zwei Bände mit Schriften und einem Band mit Projekten gliedern. Ausgewiesene Sitte-Experten aus dem In- und Ausland werden das Material wissenschaftlich edieren, kritisch kommentieren und in den aktuellen Diskurs einordnen.
Camillo Sitte (1843-1903) ist unter Stadtplanern und Architekten in erster Linie für sein Buch Der Städtebau nach seinen künstlerischen Grundsätzen von 1889 bekannt. Aus Anlass seines 100. Todestages soll sein umfangreicher Nachlass, der seit 1962 am Institut für Städtebau und Raumplanung der Technischen Universität Wien verwahrt wird, in einer historisch-kritischen Gesamtausgabe der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Zusätzlich wird am 14. und 15. Nov. 2003 ein Symposium stattfinden, zu dem internationale Experten eingeladen wurden, Camillo Sittes Stadtbautheorie sowie seine Relevanz für heutige städtebauliche Fragestellungen zu diskutieren. Sitte`s Abhandlung über die Grundfragen des Städtebaus war ein ausgesprochener Überraschungserfolg. Seine Theorie vom Städtebau als essenziell öffentliches und raumbezogenes Unterfangen wurde euphorisch empfangen und fand internationalen Niederschlag in Architektur und Städtebau der Folgezeit. Die avantgardistische Moderne reagierte jedoch mit programmatischer Ablehnung. Ambivalenz kennzeichnet auch die weitere Rezeptionsgeschichte von Sittes Städtebauschrift, bis die Postmoderne die Bedeutung des Wiener Städtebautheoretikers wieder entdeckte. Auf historiographischem Gebiet hat erst die jüngere Forschungsgeschichte Sitte seinen gebührenden Platz als führender Stadtbautheoretiker wieder zuerkannt. So gut wie alle wissenschaftlichen Werke über Sitte legten bisher das Hauptaugenmerk auf die städtebaulichen Aspekte und verzichteten auf eine systematische Auswertung seines imposanten Nachlasses, der sechzig Schriften über Architektur- und Städtebau, sechzig Schriften über Musik, Malerei, Kunstgeschichte und Kunstgewerbe, neunzehn Schriften zur Pädagogik, zahlreiche Briefe, fünfundzwanzig Architekturentwürfe sowie siebzehn städtebauliche Entwürfe und Gutachten umfasst. Der Zugriff auf Sittes umfangreichen Arbeiten in jenen Feldern ist jedoch für eine historische und quellenkritische Interpretation seines Hauptwerks unerlässlich. Die geplante Edition wird vier Bände umfassen, die sich in einen Reprint der Erstauflage des "Städtebaus", zwei Bände mit Schriften und einem Band mit Projekten gliedern. Ausgewiesene Sitte-Experten aus dem In- und Ausland werden das Material wissenschaftlich edieren, kritisch kommentieren und in den aktuellen Diskurs einordnen.
- Technische Universität Wien - 100%
- Daniel Wieczorek, University of Reims Champagne-Ardenne - Frankreich
- Ruth Hanisch, ETH Zürich - Schweiz
- Christiane Crasemann Collins, Columbia University New York - Vereinigte Staaten von Amerika
- Wolfgang Sonne, University of Strathclyde - Vereinigtes Königreich