Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (75%); Rechtswissenschaften (25%)
Ziel meines dreijährigen Forschungsvorhabens ist eine umfassende Studie zur Struktur von Äm-tern und Institutionen bei den Gemeinden der Etrusker, Italiker und Italioten. Zeitraum der Betrach-tung ist die Periode vom ersten Auftreten dieser Völker in der uns überlieferten Geschichte bis zum definitiven Verlust ihrer Unabhängigkeit durch die Integration in den römischen Staatsverband. Diese Recherche wurde bis heute noch nicht in Angriff genommen, wenngleich eine dahinge-hende Untersuchung seit Jahrzehnten ein desideratum der modernen Historiographie darstellt. Ge-plant ist dabei eine sowohl parallel als auch synoptisch erfolgende Analyse der politischen Organi-sationen, welche Verknüpfungen, reziproke Einflussnahme, aber auch Unterschiedlichkeiten evi-dent machen soll. Diese Form der Analyse muß bei allen drei Völkern dem institutionellen Parti-kularismus ihrer einzelnen Zentren Rechnung tragen. So kann z.B. eine Magistratur ausschließlich in einer einzigen Gemeinde erscheinen, oder in mehreren Gemeinden mit unterschiedlichen Funktionen dokumentiert sein; wir finden aber auch gleiche Funktionen von unterschiedlichen Magistraten ausgeübt. Dieses Phaenomen, das für den italiotischen Bereich gut bekannt ist, wurde nun durch eine Fülle neuer Inschriften auch für die Etrusker und Italiker greifbar. Am Beginn einer solchen Untersuchung muß daher notwendigerweise eine grundlegende Darstellung der lokalen politischen Systeme stehen; nur diese Arbeitsmethode wird es ermöglichen, ein vollständiges Bild der wesentlichen institutionellen Aspekte und Strukturen der drei Völker aufzuzeigen. Ausgehend von dieser Basis kann in der Folge zu einem Vergleich fortgeschritten werden. Die Arbeit wird sich in zwei Abschnitte gliedern. Der erste - dokumentarische - Teil wird für jede einzelne Gemeinde die Sammlung sämtlicher hiefür einschlägiger Quellen (literarisch, epigraphisch, numismatisch, archäologisch) präsentieren. Der zweite Teil soll der Beschreibung und Analyse sowohl der generellen wie auch spezifischen Charakteristika der bedeutendsten politischen Institutionen und Magistraturen (zilath, purth, meddix, vereiia, archon, laucelarchia, ecc.) gewidmet werden. Das Projekt fügt sich in die internationale Forschung ein, welche sich seit einigen Jahrzehnten der Untersuchung historischer, kultureller und sozialer Fragestellungen der nicht-latinisch/römischen Populationen Altitaliens widmet. Die erstmalige Zusammenstellung und Analyse aller einschlägigen verfassungsrechtlichen Zeugnisse wird für die zukünftige Forschung auf diesem Gebiet ein herausragendes Instrument darstellen.
Ziel meines dreijährigen Forschungsvorhabens ist eine umfassende Studie zur Struktur von Ämtern und Institutionen bei den Gemeinden der Etrusker, Italiker und Italioten. Zeitraum der Betrachtung ist die Periode vom ersten Auftreten dieser Völker in der uns überlieferten Geschichte bis zum definitiven Verlust ihrer Unabhängigkeit durch die Integration in den römischen Staatsverband. Diese Recherche wurde bis heute noch nicht in Angriff genommen, wenngleich eine dahin gehende Untersuchung seit Jahrzehnten ein desideratum der modernen Historiografie darstellt. Geplant ist dabei eine sowohl parallel als auch synoptisch erfolgende Analyse der politischen Organisationen, welche Verknüpfungen, reziproke Einflussnahme, aber auch Unterschiedlichkeiten evident machen soll. Diese Form der Analyse muss bei allen drei Völkern dem institutionellen Partikularismus ihrer einzelnen Zentren Rechnung tragen. So kann z.B. eine Magistratur ausschließlich in einer einzigen Gemeinde erscheinen, oder in mehreren Gemeinden mit unterschiedlichen Funktionen dokumentiert sein; wir finden aber auch gleiche Funktionen von unterschiedlichen Magistraten ausgeübt. Dieses Phänomen, das für den italiotischen Bereich gut bekannt ist, wurde nun durch eine Fülle neuer Inschriften auch für die Etrusker und Italiker greifbar. Am Beginn einer solchen Untersuchung muss daher notwendigerweise eine grundlegende Darstellung der lokalen politischen Systeme stehen; nur diese Arbeitsmethode wird es ermöglichen, ein vollständiges Bild der wesentlichen institutionellen Aspekte und Strukturen der drei Völker aufzuzeigen. Ausgehend von dieser Basis kann in der Folge zu einem Vergleich fortgeschritten werden. Die Arbeit wird sich in zwei Abschnitte gliedern. Der erste - dokumentarische - Teil wird für jede einzelne Gemeinde die Sammlung sämtlicher hiefür einschlägiger Quellen (literarisch, epigrafisch, numismatisch, archäologisch) präsentieren. Der zweite Teil soll der Beschreibung und Analyse sowohl der generellen wie auch spezifischen Charakteristika der bedeutendsten politischen Institutionen und Magistraturen (zilath, purth, meddix, vereiia, archon, laucelarchia, ecc.) gewidmet werden. Das Projekt fügt sich in die internationale Forschung ein, welche sich seit einigen Jahrzehnten der Untersuchung historischer, kultureller und sozialer Fragestellungen der nicht-latinisch/römischen Populationen Altitaliens widmet. Die erstmalige Zusammenstellung und Analyse aller einschlägigen verfassungsrechtlichen Zeugnisse wird für die zukünftige Forschung auf diesem Gebiet ein herausragendes Instrument darstellen.
- Universität Wien - 100%