Die Bedrohung der ethnischen Vielfalt im Kanaltal (Italien)
The Threat to Ethnical Diversity in the Valcanale (Italy)
Wissenschaftsdisziplinen
Andere Sozialwissenschaften (50%); Humangeographie, Regionale Geographie, Raumplanung (50%)
Keywords
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Etnic Minority,
Ethnic Identity,
Valcanale,
Assimilation
Ein besonders buntes ethnisches Mosaik kennzeichnet das nördliche Friaul. Hier berühren sich die drei großen Sprachfamilien Europas: Slawen, Germanen und Romanen. Im Kanaltal, das 1919 von Kärnten an Italien kam und heute den äußersten Nordosten des italienischen Staatsgebietes einnimmt, siedeln mit den Friaulanrn Italienern, Slowenen und Deutschen nicht weniger als vier Volksgruppen neben- und ineinander. Ein Teil der Alteingesessenen verwendet im täglichen Umgang noch immer alle vier Sprachen, was in Westeuropa eine Besonderheit darstellt. Es gibt allerdings nur wenige wissenschaftliche Studien, die sich mit der Bedrohung dieses ethnischen Mosaiks befassen. Hauptziel des vorliegenden Projektantrags ist es daher, den Assimilationsprozess, die demographische Problematik sowie den territorialen Rückzug der Minderheiten im Kanaltal zu analysieren, Konsequenzen und Konfliktpotentiale aufzuzeigen und gleichzeitig geeignete Lösungsstrategien anzubieten, um die ethnische Vielfalt zu erhalten. Obwohl das Kanaltal im Mittelpunkt der Untersuchung steht, erscheint es aus Vergleichsgründen zweckmäßig, für verschiedene Fragestellungen die benachbarten Minderheitenregionen (Südkärnten, das Resiatal sowie die deutschen Sprachinseln in Friaul) in die Studie einzubeziehen. Da in Italien außerhalb Südtirols keine amtliche ethnolinguistische Statistik besteht, muss das minderheitenbezogene Datenmaterial selbst erhoben werden. Nach einer theoretischen Einführung und einer Darstellung der in der wissenschaftlichen Literatur genannten ethnogeographischen Probleme des Kanaltais und der benachbarten Gebiete werden drei auf das Kanaltal bezogene Thesen zur Assimilationsproblematik, zur Wechselwirkung zwischen Minderheit, Wirtschaft und Kulturlandschaft sowie zur neuen Minderheitenschutz-Gesetzgebung zur Debatte gestellt. Die systematische Auswertung des Forschungsstandes, die Interpretation der offiziellen Statistiken, mehrmonatige Forschungsaufenthalte mit der Anwendung vielfältiger Datenerhebungstechniken (verschiedene Interviewformen, Kartierungen, Beobachtung), die Diskussion von Zwischenergebnissen sowie das kritische Zusammenführen der Teilergebnisse sollen zum Projektziel führen.
- Universität Innsbruck - 100%
Research Output
- 23 Zitationen
- 1 Publikationen
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2016
Titel Amenity Migration in the Alps: Applying Models of Motivations and Effects to 2 Case Studies in Italy DOI 10.1659/mrd-journal-d-16-00042.1 Typ Journal Article Autor Lffler R Journal Mountain Research and Development Seiten 484-493 Link Publikation