Untersuchungen an Tiroler Marmoren
Investigations on Tyrolian Marbles
Wissenschaftsdisziplinen
Geowissenschaften (75%); Kunstwissenschaften (25%)
Keywords
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Tirolean marble,
Geological Position,
Mineralogy - Petrology,
Weathering,
Geochemistry,
Monuments And Artefacts
Marmor gilt seit jeher als edles Werkmaterial. Einzelne Artefaktenfunde aus dem Neolithikum belegen dies bereits. Berühmt sind seit der Antike die griechischen Marmore und der toskanische Carrara Marmor. Doch auch die weniger spektakulären aber zahlreichen Vorkommen in den Alpen wurden ausgebeutet. Neben einigen großen Marmorvorkommen, z.B. Gummern / Kärnten und Laas / Südtirol sind u.a., auch die zahlreichen kleineren Marmorvorkommen in Tirol abgebaut worden, die geologisch sehr unterschiedlichen Einheiten zuzuordnen sind. Weder aus erdwissenschaftlicher noch aus materialkundlicher Sicht gibt es über diese Marmore wesentliche Kenntnisse. Im Rahmen dieses Projekts sollen einerseits eingehende mineralogische, materialkundliche und geochemische Charkterisierung und andererseits Verwitterungsstudien an den verschiedenen Tiroler Marmoren vorgenommen werden. Er werden damit zwei wesentliche Anliegen verfolgt: i) Es sollen anhand der Ergebnisse materialkundliche Kriterien entwickelt werden, die es erlauben die geologische Herkunft von Tiroler Marmoren zu beurteilen. Damit würde auch ein äußerst interessantes kulturhistorisches Problem der Denkmalpflege, nämlich die Herkunftsbestimmung von Marmorartefakten, aufgegriffen. ii) Es sollen des weiteren das sehr ausgeprägte Verwitterungsverhalten von Marmor an Objekten sowie im Gelände in Abhängigkeit der Umweltgegebenheiten untersucht werden. Zusätzlich sollen in modellhaften Verwitterungsversuchen die Zusammenhänge zwischen wichtigen Verwitterungsfaktoren untersucht werden, um Verwitterungsbilder und -prozesse besser zu verstehen. Neben einer grundsätzlichen Verständniserweiterung würden hier auch für die auf materialkundlichen Grundsätzen aufbauende Denkmalpflege wertvolle Erkenntnisse für die Erhaltung von Marmorobjekten gewonnen werden. Die Ergebnisse sollen in einer Datenbank zusammengefaßt werden, welche Institutionen, die mit dieser Thematik befaßt sind, zugänglich sein soll.
- Universität Innsbruck - 100%