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Kelten im Hinterland von Carnuntum

Celts in the hinterland of Carnuntum

Michael Doneus (ORCID: 0000-0001-5091-0094)
  • Grant-DOI 10.55776/P16449
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.11.2003
  • Projektende 31.10.2005
  • Bewilligungssumme 223.251 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Geschichte, Archäologie (100%)

Keywords

    Luftbildarchäologie, GIS, Prospektion, Eisenzeit, Carnuntum

Abstract Endbericht

Eine genaue Kenntnis der eisenzeitlichen Siedlungsstrukturen und deren Wechselwirkung mit ihrer Landschaft ist Voraussetzung, um die historischen, siedlungsgenetischen und wirtschaftlichen Vorgänge und ihre Auswirkungen auf die Bevölkerung, die mit der Gründung von Carnuntum einhergehen, verstehen zu können. Dafür bedarf es neben der Aufnahme aller bereits in den Museen und einschlägigen Archiven bzw. Ämtern vorhandenen Unterlagen einer systematischen arch. Prospektion. Für die Auffindung neuer Fundstellen hat sich die Luftbildarchäologie als effizienteste und kostengünstigste Methode bewährt. Die archäologische Auswertung wird dabei von O. H. Urban betreut, die luftbildarchäologischen Arbeiten vom Antragsteller. Aus den ur- und frühgeschichtlichen bzw. römischen Fundstellen, die durch Luftbilder dokumentiert und deren geographisch- topographische Lage kartiert und beurteilt werden, sollen die, für das Projektziel relevanten eisenzeitlichen Fundstellen herausgefiltert werden. Dazu ist eine Autopsie (Feldbegehung, extensiver Survey) vor Ort mit Aufsammlung von Oberflächenfunden notwendig. Durch die Verifizierung der erkannten Fundstellen im Gelände und die Auswertung der Funde bietet sich die Möglichkeit einer näheren zeitlichen Eingrenzung. Dank des Einsatzes der Luftbildarchäologie müssen die Feldbegehungen nicht flächendeckend erfolgen, sondern können zielgerichtet durchgeführt werden. Im Zuge des Projektes wird mit Hilfe der Luftbildarchäologie eine systematische Aufnahme aller Fundstellen in einem 10 km breiten Korridor entlang der Leitha zwischen Wr. Neustadt und Bruck/L. erfolgen. Ziel ist es, eine GIS-basierte Kartengrundlage mit allen arch. Fundstellen für den Untersuchungsraum zu erhalten, um die räumliche Verteilung und Konzentrationen während der einzelnen archäologischen Phasen zeigen zu können. Die Daten bieten eine Grundlage für die Beurteilung der siedlungs- und wirtschaftsgeographischen Voraussetzungen, die für die Romanisierung des Carnuntiner Raumes maßgeblich waren. Parallel zur Erfassung der Daten sollen Modelle erstellt werden, welche die Abhängigkeit von Siedlungs- und Verkehrsmustern erklären helfen. Das Forschungsprojekt schafft damit neue Grundlagen, die zu einem besseren Verständnis der historischen Prozesse im Donau-Leitha-Raum führen.

Im Zuge des vom FWF geförderten Projektes "Die Kelten im Hinterland von Carnuntum" wurde der Leitha-Raum zwischen Wiener Neustadt und Bruck an der Leitha archäologisch untersucht. Eine Verbreitungskarte mit allen archäologischen Fundstellen des betreffenden Raumes wurde erstellt und diente als Grundlage für historische Interpretation des keltischen Siedlungsraumes. Die Kartengrundlage konnte aufgrund einer Kooperation mit der Abteilung für Bodendenkmalpflege des Bundesdenkmalamtes und der luftbildarchäologischen Prospektion des Institutes für Ur- und Frühgeschichte der Universität Wien hergestellt werden. Das Gebiet wurde in den Jahren 2003 bis 2005 in insgesamt über 35 Flugstunden beflogen und archäologisch untersucht. Zusätzlich wurden über 2.000 Senkrechtaufnahmen, die uns vom Österreichischen Bundesheer zur Verfügung gestellt worden waren, auf archäologische Fundstellen interpretiert. Insgesamt konnten in diesem 600 km 2 großen Gebiet 1.300 Fundstellen auf 641 Fundplätzen aufgefunden werden. Sämtliche neuen Fundstellen (mehr als 350) bzw. potenziellen Fundstellen wurden in der Folge im Winter 2004/2005 und im Frühjahr 2005 gezielt zum Teil mehrfach begangen. Weiters wurden von diesen Fundstellen an die 600 Luftbilder mit archäologischen Merkmalen ausgewählt und mit hoher Genauigkeit entzerrt. Die so entstandenen Fotokarten wurden in der Folge umgezeichnet. Dabei wurden sämtliche als archäologisch relevant empfundenen Merkmale in ein geographisches Informationssystem gezeichnet. Auf diese Weise wurden mehr als 30.000 archäologische Befunde (Hausgrundrisse, Römische Gutshöfe, Gruben, Gräber etc.) in eine detaillierte archäologische Karte des 600 km 2 großen Gebietes eingezeichnet. Dies ist in dieser Genauigkeit und vor allem in Zusammenhang mit der detaillierten Datierung, die wir durch die Feldbegehungen erhalten haben, einzigartig. Aufgrund dieser Grundlage war es nun möglich, die räumliche Verteilung und Konzentrationen während der einzelnen archäologischen Phasen zu zeigen und im Detail auf die latènezeitliche Besiedlung des Raumes einzugehen. Nach Publikation der Ergebnisse werden die Daten den Archäologen zur Verfügung gestellt. Dadurch erwarten wir uns neue Impulse für die österreichische Archäologie. Wir hoffen, dass das Ergebnis dieses Projektes Ansporn zu weiteren, ähnlichen Arbeiten in Mitteleuropa sowie zu einer verstärkten Anwendung der Luftbildarchäologie vor allem in Österreich führen wird.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Wien - 100%

Research Output

  • 68 Zitationen
  • 1 Publikationen
Publikationen
  • 2011
    Titel B-spline deconvolution for differential target cross-section determination in full-waveform laser scanning data
    DOI 10.1016/j.isprsjprs.2011.02.002
    Typ Journal Article
    Autor Roncat A
    Journal ISPRS Journal of Photogrammetry and Remote Sensing
    Seiten 418-428

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