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C-Isotopie und Biomarker in tertiären Braunkohlen

C-Isotopes and Biomarkers in Tertiary Coals

Reinhard Gratzer (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/P16251
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.04.2004
  • Projektende 31.03.2007
  • Bewilligungssumme 132.767 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Chemie (40%); Geowissenschaften (60%)

Keywords

    Biomarkers, Carbon isotopes, Hydrocarbon composition, Maceral analysis, Tertiary coals, Fossil wood

Abstract Endbericht

Die C-Isotopie der Zellulose aus Baumringen wird erfolgreich zur Rekonstruktion der klimatischen Entwicklung der jüngeren Vergangenheit eingesetzt. Kürzlich gelang es das Vefahren zur Extraktion der Zellulose auch für den Einsatz bei fossilen Hölzer aus tertiären Braunkohlen zu modifizieren. Ferner konnte gezeigt werden, daß im Zuge der Alteration der Hölzer (Abbau der Zellulose) nur eine minimale Verschiebung in deren C-Isotopie zu verzeichnen ist. Erste Ergebnisse an fossilen Hölzern aus nordwestdeutschen Braunkohleflözen belegten ferner Unterschiede in der C-Isotopie von Nackt- und Bedecktsamern. Aus diesen Ergebnissen kann geschlossen werden, daß die C-Isotopie fossiler Hölzer und deren Zellulose zur Rekonstruktion des Paläoklimas im Verlauf des Tertiärs beitragen können. Anhand von Kohleproben kann die kontinuierliche Entwicklung der C-Isotopie der Landpflanzen innerhalb eines Profils aufgezeigt werden. Im Bereich der Niederrheinischen Bucht (Deutschland) wurden hochfrequente Variationen in der C-Isotopie als direkte Signale sich ändernder Umweltparameter (Temperatur, Feuchtigkeit, usw.) interpretiert, während längerfristige Trends auf Änderungen in der Vegetation im Einzugsbereich des Moores zurückgeführt wurden. Freie Kohlenwasserstoffe, die aus Biopolymeren (Harze, Wachse) generiert werden, sind in Braunkohlen in hoher Konzentration nachweisbar. Spezifische Verbindungen (insbesondere aus der Gruppe der Terpenoide) können als chemische Fossilien angesehen werden. Der Analytik dieser Kohlenwasserstoffe als Biomarker zur Rekonstruktion der Biosphäre unterschiedlicher Epochen der Erdgeschichte kommt steigende Bedeutung in der Paläoklimaforschung zu. Anhand der Ergebnisse an Kohleflözen miozäner Lagerstätten im Bereich der Ostalpen (laufendes FWF-Projekt P14245-CHE), und der Korrelation dieser Daten mit der Mazeral- Zusammensetzung und Palynologie der Proben, konnten Informationen zu den wesentlichen Faktoren, die die C- Isotopie der organischen Substanz beeinflussen, erzielt werden. Basierend auf den Erkenntnissen des Vorprojektes, sollen Veränderungen der Umweltbedingungen in Verlauf des Tertiärs anhand der geplanten Untersuchungen der C-Isotopie und der Geochemie der organischen Substanz (Kohle, fossile Hölzer, Harze und Zellulose) aus Braunkohlen Zentraleuropas (Ostalpen und angrenzende Gebiete; Mitteldeutschland) eozänen bis pliozänen Alters rekonstruiert werden. Es wird erwartet, daß die Kombination dieser Ergebnisse mit bereits bestehenden Klimaproxie-Daten und mit den Ergebnissen laufender Untersuchungen zur C- und O-Isotopie kalkschaliger Fossilien des Untersuchungsgebietes wesentliche Beiträge zur Entschlüsselung des biogeochemischen C-Kreislaufs leisten werden.

Die C-Isotopie der Zellulose aus Baumringen wird erfolgreich zur Rekonstruktion der klimatischen Entwicklung der jüngeren Vergangenheit eingesetzt. Kürzlich gelang es das Vefahren zur Extraktion der Zellulose auch für den Einsatz bei fossilen Hölzer aus tertiären Braunkohlen zu modifizieren. Ferner konnte gezeigt werden, daß im Zuge der Alteration der Hölzer (Abbau der Zellulose) nur eine minimale Verschiebung in deren C-Isotopie zu verzeichnen ist. Erste Ergebnisse an fossilen Hölzern aus nordwestdeutschen Braunkohleflözen belegten ferner Unterschiede in der C-Isotopie von Nackt- und Bedecktsamern. Aus diesen Ergebnissen kann geschlossen werden, daß die C-Isotopie fossiler Hölzer und deren Zellulose zur Rekonstruktion des Paläoklimas im Verlauf des Tertiärs beitragen können. Anhand von Kohleproben kann die kontinuierliche Entwicklung der C-Isotopie der Landpflanzen innerhalb eines Profils aufgezeigt werden. Im Bereich der Niederrheinischen Bucht (Deutschland) wurden hochfrequente Variationen in der C-Isotopie als direkte Signale sich ändernder Umweltparameter (Temperatur, Feuchtigkeit, usw.) interpretiert, während längerfristige Trends auf Änderungen in der Vegetation im Einzugsbereich des Moores zurückgeführt wurden. Freie Kohlenwasserstoffe, die aus Biopolymeren (Harze, Wachse) generiert werden, sind in Braunkohlen in hoher Konzentration nachweisbar. Spezifische Verbindungen (insbesondere aus der Gruppe der Terpenoide) können als chemische Fossilien angesehen werden. Der Analytik dieser Kohlenwasserstoffe als Biomarker zur Rekonstruktion der Biosphäre unterschiedlicher Epochen der Erdgeschichte kommt steigende Bedeutung in der Paläoklimaforschung zu. Anhand der Ergebnisse an Kohleflözen miozäner Lagerstätten im Bereich der Ostalpen (laufendes FWF-Projekt P14245-CHE), und der Korrelation dieser Daten mit der Mazeral- Zusammensetzung und Palynologie der Proben, konnten Informationen zu den wesentlichen Faktoren, die die C- Isotopie der organischen Substanz beeinflussen, erzielt werden. Basierend auf den Erkenntnissen des Vorprojektes, sollen Veränderungen der Umweltbedingungen in Verlauf des Tertiärs anhand der geplanten Untersuchungen der C-Isotopie und der Geochemie der organischen Substanz (Kohle, fossile Hölzer, Harze und Zellulose) aus Braunkohlen Zentraleuropas (Ostalpen und angrenzende Gebiete; Mitteldeutschland) eozänen bis pliozänen Alters rekonstruiert werden. Es wird erwartet, daß die Kombination dieser Ergebnisse mit bereits bestehenden Klimaproxie-Daten und mit den Ergebnissen laufender Untersuchungen zur C- und O-Isotopie kalkschaliger Fossilien des Untersuchungsgebietes wesentliche Beiträge zur Entschlüsselung des biogeochemischen C-Kreislaufs leisten werden.

Forschungsstätte(n)
  • Montanuniversität Leoben - 100%

Research Output

  • 479 Zitationen
  • 10 Publikationen
Publikationen
  • 2009
    Titel Depositional environment and hydrocarbon source potential of the Oligocene Ruslar Formation (Kamchia Depression; Western Black Sea)
    DOI 10.1016/j.marpetgeo.2007.08.004
    Typ Journal Article
    Autor Sachsenhofer R
    Journal Marine and Petroleum Geology
    Seiten 57-84
  • 2008
    Titel Biomarker and carbon isotope variation in coal and fossil wood of Central Europe through the Cenozoic
    DOI 10.1016/j.palaeo.2008.03.005
    Typ Journal Article
    Autor Bechtel A
    Journal Palaeogeography, Palaeoclimatology, Palaeoecology
    Seiten 166-175
  • 2007
    Titel Biomarkers and geochemical indicators of Holocene environmental changes in coastal Lake Sarbsko (Poland)
    DOI 10.1016/j.orggeochem.2007.02.009
    Typ Journal Article
    Autor Bechtel A
    Journal Organic Geochemistry
    Seiten 1112-1131
  • 2007
    Titel Biomarker and stable carbon isotope systematics of fossil wood from the second Lusatian lignite seam of the Lubstów deposit (Poland)
    DOI 10.1016/j.orggeochem.2007.06.018
    Typ Journal Article
    Autor Bechtel A
    Journal Organic Geochemistry
    Seiten 1850-1864
  • 2007
    Titel The middle Eocene Márkushegy subbituminous coal (Hungary): Paleoenvironmental implications from petrographical and geochemical studies
    DOI 10.1016/j.coal.2006.12.008
    Typ Journal Article
    Autor Bechtel A
    Journal International Journal of Coal Geology
    Seiten 33-52
  • 2007
    Titel Paleogeography and paleoecology of the upper Miocene Zillingdorf lignite deposit (Austria)
    DOI 10.1016/j.coal.2006.03.001
    Typ Journal Article
    Autor Bechtel A
    Journal International Journal of Coal Geology
    Seiten 119-143
  • 2007
    Titel Relations of petrographical and geochemical parameters in the middle Miocene Lavanttal lignite (Austria)
    DOI 10.1016/j.coal.2006.07.002
    Typ Journal Article
    Autor Bechtel A
    Journal International Journal of Coal Geology
    Seiten 325-349
  • 2007
    Titel Molecular indicators of palaeosalinity and depositional environment of small scale basins within carbonate platforms: The Late Triassic Hauptdolomite Wiestalstausee section near Hallein (Northern Calcareous Alps, Austria)
    DOI 10.1016/j.orggeochem.2006.08.016
    Typ Journal Article
    Autor Bechtel A
    Journal Organic Geochemistry
    Seiten 92-111
  • 2006
    Titel Depositional environment and source potential of Jurassic coal-bearing sediments (Gresten Formation, Höflein gas/condensate field, Austria)
    DOI 10.1144/1354-079305-684
    Typ Journal Article
    Autor Sachsenhofer R
    Journal Petroleum Geoscience
    Seiten 99-114
  • 2005
    Titel Influence of floral assemblage, facies and diagenesis on petrography and organic geochemistry of the Eocene Bourgas coal and the Miocene Maritza-East lignite (Bulgaria)
    DOI 10.1016/j.orggeochem.2005.07.003
    Typ Journal Article
    Autor Bechtel A
    Journal Organic Geochemistry
    Seiten 1498-1522

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