Zuschauerverhalten in der Antike
Behaviour of Spectators in Ancient Time
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (25%); Gesundheitswissenschaften (25%); Soziologie (25%); Sprach- und Literaturwissenschaften (25%)
Keywords
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Sports,
Ancient History,
History Of Sports,
Spectators,
Classics
Gerade in der heutigen Zeit, in der die Untersuchung von Massenphänomenen in den Blickpunkt verschiedenster Wissenschaften gerückt ist und das Verhalten vom Sportpublikum im besonderen zunehmend zum Gegenstand soziologischer und anderer Analysen gemacht wird, kann eine grundlegende Monographie zum Zuschauerverhalten in der Antike als Desiderat gewertet werden, die als solide Ausgangsbasis für Forschungen unterschiedlicher wissenschaftlicher Disziplinen (Historiker, Soziologen, Anthropologen, Sporthistoriker etc.), aber auch einem breiteren Interessentenkreis dienen soll. Alle bisherigen Einzelansätze der Forschung werden dabei zu einer umfassenden Gesamtdarstellung zusammengeführt und antike Nachrichten analysiert, um sie im Sinne einer historisch-anthropologischen Fragestellung auszuwerten und die Bewertung des Verhaltens der modernen Zuschauer durch den Blick auf die Antike zu relativieren. Eine genaue Bearbeitung und Kommentierung der vorhandenen und neu recherchierter Quellen wird neues Licht in dieses Thema bringen. Der darstellende Teil der Monographie wird Bereiche wie "Zuschauer als politischer Machtfaktor, Probleme des Massenverhaltens, Frauen als Zuschauer, Sporttourismus" u.v.m. zum Thema haben. Im Quellenteil werden literarische und inschriftliche Zeugnisse - in Originalsprache und Übersetzung samt Kommentar - sowie weitere Belege, wie Münzen, bildliche Darstellungen etc. vorgelegt. Der zeitliche und örtliche Rahmen umfaßt die griechisch-römische Antike vom 8. Jh.v.Chr. bis zum 7.Jh.n.Chr.
Das Ergebnis der Arbeiten im Rahmen des Projekts liegt in Form eines Internet-Quellenarchivs mit dem Titel "Spectatores. Quellen zum Zuschauer im Altertum" vor. Dieses Quellenarchiv ist im www unter der Adresse http://www-gewi.uni-graz.at/spectatores frei zugänglich und stellt den erstmaligen Versuch dar, sämtliche Zeugnisse des griechisch-römischen Altertums zum Thema Zuschauerwesen zu sammeln, benutzerfreundlich aufzubereiten und für verschiedenste Fragestellungen problemlos zugänglich zu machen. Darüber hinaus wird jeder einzelnen Quelle die einschlägige Fachliteratur zugeordnet, sodass in Zusammenhang mit den jeweiligen antiken Quellen auch der aktuelle Forschungsstand erschlossen wird. Entgegen der ursprünglich engeren Zielsetzung - wie sie auch noch der Titel der Projekts widerspiegelt - bestimmte nicht nur das Verhalten der Zuschauer den Untersuchungsrahmen, sondern alle Themenfelder, die man unter dem Begriff "Zuschauerwesen" subsumieren kann. Das Quellenarchiv ist noch nicht in der Lage, Vollständigkeit zu bieten - was angesichts der Größe des Untersuchungsfeldes auch nicht überraschen kann -, dennoch kann ein Benützer ab nun schnell auf eine Vielzahl von antiken Informationen zugreifen. Bisher wurden 750 schriftliche Quellen erfasst und in Originaltext und Übersetzung vorgelegt. Der Schwerpunkt der Arbeiten bestand einerseits darin, entsprechende, dem Thema stets im Detail gerecht werdende Übersetzungen zu bieten (häufig waren Neuübersetzungen anzufertigen) andererseits im Anbieten einer möglichst zielgenauen und für verschiedenste Zugänge offenen Index-Suchmöglichkeit: die detaillierte Verschlagwortung umfasst mehr als 60 Stichworte mit ca. 1.000 Details (d.h. Sub-Stichworten). Das gewählte Medium ermöglicht darüber hinaus ständige Ergänzungen und Aktualisierungen, wodurch die gebotenen Informationen stets am neuesten Stand gehalten werden können. Ein weiterer Vorteil besteht in der kostenlosen und wegen der Verankerung im www an keinen Ort gebundenen Zugriffsmöglichkeit. Für einen aus dem engeren Fachbereich stammenden Benützer wird damit eine breite Basis aufbereiteten Quellenmaterials leicht zugänglich gemacht; Benützern aus anderen Fachbereichen oder allgemein an kulturgeschichtlichen Fragen Interessierten eine Anlaufstelle für fundierte Informationen in leicht verständlicher Form geboten. Weitere Ausbaustufen wie das Erfassen der übrigen Quellengattungen (archäologische Überreste, bildliche Darstellungen, Inschriften), lexikonartikelartige Behandlung einzelner Fragestellungen und die Erstellung einer englischsprachigen Version sind im Konzept schon angelegt und könnten ohne weiteres umgesetzt werden.
- Universität Graz - 100%