Alterung: Gesundheitliche, soziale und finanzielle Aspekte
Survey of Health, Ageing and Retirement
Wissenschaftsdisziplinen
Andere Sozialwissenschaften (20%); Soziologie (30%); Wirtschaftswissenschaften (50%)
Dieses Forschungsvorhaben soll zu einem besseren Verständnis der sozialen, gesundheitlichen und finanziellen Aspekte von Alterung beitragen sowie mithelfen, sozial- und wirtschaftspolitische Reformvorhaben zu evaluieren und zu unterstützen. Obwohl die Alterung der Gesellschaft eine der wesentlichen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts darstellt, fehlt es an fundierten Studien darüber. Longitudinale Daten von Personen im Haushaltskontext stellen die beste Möglichkeit dar, relevante Informationen zur Situation älterer Menschen zu gewinnen. Wir planen zu diesem Zweck mit einem internationalen - bereits etablierten - Konsortium aus bisher neun europäischen Ländern zusammenzuarbeiten. Ein interdisziplinärer und internationaler repräsentativer Panel- Survey über Gesundheit, Alterung und Pensionierung in Europe (SHARE) wird entwickelt, implementiert, getestet und evaluiert werden. Der Survey richtet sich an Personen über 50 Jahre und wird in allen Ländern vergleichbar abgehalten werden, es soll aber auch Raum für österreichspezifische Fragestellungen, die auf institutionelle Probleme eingehen. Zu diesem Zweck wird in einem multidisziplinären Team das Design und die Implementation des Surveys erarbeitet. Die Entwicklung und ausführliche Erprobung dieser Testsurveys soll in eine wiederholte Befragung der beteiligten Haushalte (mit Hilfe des 6. Rahmenprogramms der EU) einmünden. Die Ergebnisse des Projektes, insbesondere die gesammelten Mikrodaten sollen auf schnelle und unbürokratische Weise frei für die Forschung zur Verfügung gestellt werden.
SHARE (Survey of Health, Ageing and Retirement in Europe) ist eine neu entwickelte Panelstudie über europäische Bürger und Bürgerinnen über 50. Das primäre Ziel der Studie liegt in der Untersuchung von ökonomischen, sozialen und gesundheitlichen Herausforderungen einer alternden Bevölkerung in Europa. Innerhalb eines großen, interdisziplinären Netzwerks von mehr als 100 Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen wird daran gearbeitet, ein Befragungsinstrument zu entwerfen, das alle beteiligten wissenschaftlichen Bereiche abdeckt. Ältere Menschen in Europa sollen damit über einen Zeitraum von mehreren Jahren befragt werden. Das Projekt befindet sich noch in der Eingangsphase, in der die erste Welle, welche bereits in 11 europäischen Ländern durchgeführt wurde, analysiert wird. Mittlerweile haben sich drei weitere Länder dem SHARE Projekt angeschlossen. Die zweite Welle, in der dieselben Personen befragt werden, wird 2006/07 ins Feld gehen. Mit der Panelstudie kann untersucht werden, wie sich Menschen auf veränderte ökonomische, soziale und gesundheitliche Rahmenbedingungen einstellen, und wie ihr soziales Umfeld mit auftretenden Problemen umgeht. Um hier gesicherte Aussagen treffen zu können, ist es notwendig, dieselben Personen über einen längeren Zeitraum hin zu beobachten. Weiters bietet ein Ländervergleich die Möglichkeit das Verhalten der Personen in verschiedenen institutionellen Umgebungen zu beobachten. Die erste Welle des Panels war ein großer Erfolg. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit funktionierte hervorragend und die Teilnahme an der Befragung erreichte einen sehr hohen Stand. Mehr als 400 Wissenschafter aus aller Welt benutzen die Daten bereits für wissenschaftliche Forschungen. Die Europäische Union hat bereits zugesichert, mehrere zukünftige Wellen zu finanzieren. Die bisherigen wissenschaftlichen Arbeiten zur Studie befassen sich mit Ländervergleichen von intergenerativen Finanztransfers, Frühpensionierungen, ehrenamtlicher Tätigkeit sowie Behinderungen und gesundheitlichen Belangen im hohen Alter. Die Daten zeigen beispielsweise, dass Personen in Italien und Österreich früher in Pension gehen als in anderen europäischen Ländern. Dieser Unterschied kann nicht mit Unterschieden in der Gesundheit und Erwerbsfähigkeit der Personen erklärt werden. Weitere Arbeiten gibt es zur Verbreitung von Firmen- und Privatpensionen als Einkommensquellen im hohen Alter. Während in Schweden und den Niederlanden, zwei Drittel der Pensionierten eine Firmenpension beziehen, liegen diese Werte in Zentraleuropa deutlich darunter.
- Universität Linz - 100%
- Axel Börsch-Suppan - Deutschland