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Ammoniten Biohorizonte der alpinen Unterkreide

Ammonite bio-horizons in the alpine Lower Cretaceous

Herbert Summesberger (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/P16100
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.01.2003
  • Projektende 31.12.2006
  • Bewilligungssumme 151.802 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Biologie (15%); Geowissenschaften (85%)

Keywords

    Lower Cretaceous, Paleobiogeography, Ammonites, Bio-horizons, Palecology, Geology

Abstract Endbericht

Unterkreidesedimente (144.4-98.9 Mio. Jahre) bilden ein wesentliches Element der nördlichsten tektonischen Einheiten der Nördlichen Kalkalpen (i.e. Ternberg-, Reichraming-, Frankenfels-, und Lunz Decke) und bedecken weite Areale der genannten Decken (i.e. Rossfeld-, Losenstein-, Schneeberg-, Anzenbach-, Ebenforst-, und Flössel- Mulde) sowie auch weite Teile Europas (i.e. Vocontischer Trog, Dolomiten, Umbrien, Äussere Karpaten, Gerecse and Mecsek Gebirge). Ammoniten (Cephalopoden) zeigen innerhalb des Tethys Reiches (Bereich des Tethys Meeres) ein für marine Wirbellose der Unterkreide typisches Verbreitungsmuster, obwohl ihr hohes Verbreitungspotential in einer geringeren biogeographischen Aufspaltung resultierte als dies in anderen Gruppen der Fall war (i.e. Schnecken, Muscheln). Eines der Hauptziele des beantragten Projektes ist die Analyse der paläoökologischen, der paläobiogeographischen und der stratigraphischen Entwicklungen verschiedener Unterkreide Ammoniten-Biohorizonte (Bereiche von Ammoniten-Massenvorkommen) innerhalb der Nördlichen Kalkalpen. Die Korrelierbarkeit der Ammoniten-Lagen von Unterkreide-Sedimenten der Nördlichen Kalkalpen wird auf die angrenzenden Gebiete Spaniens, Frankreichs, der Schweiz, Italiens, Ungarns, der Slovakei und der Tschechischen Republik ausgedehnt. Dazu ist Literatur und Geländearbeit in den genannten Gebieten erforderlich. Den Bildungsbedingungen, dem Bildungsort (lokal und lateral verzahnt) solcher Leithorizonte im Zusammenhang mit der Paläogeographie und der Paläoökologie der Ammoniten wird besonderes Augenmerk zukommen. Neue Daten zur Biologie der untekretazischen Ammoniten aus den Nördlichen Kalkalpen und über die Paläoozeanographie des alpinen Teils von Europa werden erwartet. Gleichzeitig werden Untersuchungen zu unterschiedlichen Bildungstiefen, Meeresspiegelständen und ökologischen Bedingungen während der Bildung solcher Ammoniten-Leithorizonte in der Unterkreide durchgeführt. Dabei wird die Paläobiologie der untersuchten Ammoniten eine wesentliche Rolle spielen. Die Art der Bildungsstätte, autochthon (Bildung des Vorkommens am Sterbeort der Ammoniten) versus allochthon (Bildung des Vorkommens an einem divergenten Ort) wird analysiert. Die Auffindung und Identifikation neuer Ammoniten-Leithorizonte in den Nördlichen Kalkalpen soll das Verständnis der Nordalpinen Unterkreide im Gesamten und das der Unterkreide-Ammoniten im Speziellen steigern und eine internationale Korrelierbarkeit ermöglichen.

Bio-Events, welche sich in Ammoniten Biohorizonten und Ammoniten Niveaus, durch Ammoniten Massenvorkommen charakterisiert, manifestieren konnten in Unterkreide Sedimenten der Nördlichen Kalkalpen nachgewiesen werden. Das Alter der Ammoniten Horizonte konnte durch die Ammoniten selbst und durch die Korrelation mit anderen wichtigen Fossilgruppen (Mikrofossilien) festgelegt werden. Ammoniten Niveaus die im Laufe des Projektes P16100-N06 aufgespürt werden konnten verdeutlichten die Geschichte der Umwelt- und sedimentologischen Bedingungen zur Zeit der Bildung solcher durch Ammoniten-Massenvorkommen charakterisierter Bio-Events. Taphonomische und post-mortale Bedingungen, sowie Prozesse während der Bildung dieser Niveaus (autochthon versus allochthon) wurden untersucht. Diese Arbeitsgebiete wurden mit Untersuchungen zur lokalen und überregionalen (Dolomiten) Paläogeographie und Geodynamik kombiniert. Sedimentgesteine aus dem Valanginium, Hauterivium, Barremium und Aptium wurden untersucht um die Niveaus der Ammoniten-Massenvorkommen oder die ausgebildeten Horizonte aus verschieden Zeitebenen, aufzuspüren. Es konnte gezeigt werden, dass mehrere unterkretazische Ammoniten Niveaus (bevorzugte Intervalle) über die gesamte Region der Nördlichen Kalkalpen verfolgt werden können. Ober-Valanginium, Ober-Hauterivium und Unter-Barremium sind im Bezug auf die Ammoniten Verbreitung und Evolution, drei der am wichtigsten und markantesten Intervalle in der Unterkreide der Nördlichen Kalkalpen. Untersuchungen inkludierten sowohl geochemische Analysen (Schwefel, Sauerstoff, Karbonat) als auch Untersuchungen von Strömungrichtungen durch Messungen der Strömungsmarken und Schichtflächen (Einregelungen). Detaillierte taxonomische Analysen bildeten die grundlegende Basis für die Bezeichnung, Einstufung und Korrelation der Ammoniten Massevorkommen. Ein weiteres Thema des Projektes war die Verbreitung der Makrofossilien (Ammoniten) in Kombination mit Mikrofossil- und lithologischen Auswertungen zu zeigen. Diese Kombination dient als Schlüssel für die detaillierte biostratigrafische Einstufung pelagischer Karbonat Sequenzen wie auch für die Interpretation paläontologischer Umweltbedingungen. Neue Ergebnisse aus der Geodynamik und der sedimentologischen Entwicklung dieser Region innerhalb der Nördlichen Kalkalpen wurden aus Untersuchungen von Sedimenten des Aptium generiert. Das Projekt findet somit auch Ausdruck in der geologischen Geschichte der Alpen. Die ozeanische Subduktion des Penninischen Ozeans unter den alpidischen Mikrokontinent konnte genau auf 123 Mio. datiert werden. Nach Beendigung des vom FWF finanziell unterstützten Projektes wurden die Ergebnisse in mehr als 15 nationalen und internationalen Journalen publiziert und auf diversen Tagungen wurden die Resultate durch Vorträge und über 15 Poster über die letzten 4 Jahre, präsentiert.

Forschungsstätte(n)
  • Naturhistorisches Museum Wien - 100%
Internationale Projektbeteiligte
  • Daniela Rehakova, Comenius University - Slowakei
  • Istvan Fözy, Hungarian Natural History Museum - Ungarn

Research Output

  • 27 Zitationen
  • 3 Publikationen
Publikationen
  • 2018
    Titel New Early Cretaceous sharks (Chondrichthyes, Elasmobranchii) from deep-water deposits of Austria
    DOI 10.1016/j.cretres.2017.11.013
    Typ Journal Article
    Autor Fuchs I
    Journal Cretaceous Research
    Seiten 245-257
  • 2008
    Titel Dating the Penninic Ocean subduction: new data from planktonic foraminifera
    DOI 10.1016/j.cretres.2008.05.007
    Typ Journal Article
    Autor Mandic O
    Journal Cretaceous Research
    Seiten 901-912
  • 2003
    Titel Olcostephanus guebhardi as cryptic habitat for an Early Cretaceous coelobite community (Valanginian, Northern Calcareous Alps, Austria)
    DOI 10.1016/s0195-6671(03)00066-1
    Typ Journal Article
    Autor Lukeneder A
    Journal Cretaceous Research
    Seiten 477-485

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