W.A. Mozart im Spiegel der Musikkritik bis 1830
W.A. Mozart as reflected in music criticism up to 1830
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (10%); Kunstwissenschaften (80%); Medien- und Kommunikationswissenschaften (10%)
Keywords
-
Mozart Wolfgang Amadeus,
Music Criticism,
Works,
Concerts And Operas,
Reception,
Music Periodicals And Journals
In diesem Projekt werden allgemeine Periodika und Musikzeitschriften bis 1830 nach Informationen zu und Meinungen über Wolfgang Amadeus Mozart durchgesehen. Ziel des Projekts ist eine kritische Edition der Artikel (in erster Linie Werkrezensionen und Konzert-/Opernkritiken sowie biographische Hinweise) in chronologischer Folge; knappe Kommentare stellen die Verbindungen zum historischen Kontext und zur Mozart-Biographik her, Register erschließen die besprochenen Werke, die erwähnten Personen und die ausgewerteten Zeitschriften. Der Musikjournalismus, gegen Ende des 18. Jahrhunderts in seiner modernen Form entstanden, war besonders in seiner frühen Phase sehr einflußreich; er trug wesentlich zur Schaffung eines `Kanons` sowie zum Verständnis Haydns, Mozarts und Beethovens als Konstituenten einer `Wiener Klassik` bei. Im untersuchten Zeitraum entwickeln sich Klassikerverehrung und `Geniekult`, wobei häufig die gleichen musikalischen Merkmale, die anfangs kritisiert wurden, später bewundert werden. Diese Entwicklung nachvollziehbar zu machen, ist ein wesentliches Anliegen der Edition. Eine vergleichbare Edition wurde im Falle Mozarts noch nicht veröffentlicht. Von ihr werden wichtige Impulse für die Mozart-Forschung und neue Einblicke in die Anfänge der musikalischen Zeitschriftenliteratur erwartet.
Ziel des Forschungsprojekts ist die Sammlung und Edition von Texten zur frühen Mozart-Rezeption, die vornehmlich in Musikzeitschriften, aber auch in Theaterzeitschriften und anderen Fachzeitschriften sowie "Journalen" erschienen sind. Eine großzügige Auswahl dieser Texte, die Mozart oder seine Werke thematisieren oder erwähnen, werden in einer übersichtlichen Edition mit einheitlichen Editionsrichtlinien, Mozart-bezogenen Kommentaren und Registern in Buchform vorgelegt; eine Online-Edition mit einer weit größeren Textauswahl ist in Vorbereitung. Dieser Textcorpus schließt eine Lücke in der Mozart-Literatur, denn obwohl viele Texte schon in einzelnen Zitaten aus Aufsätzen und Büchern bekannt sind, fehlt doch eine einheitliche, zitierbare Edition. Erst diese ermöglicht einen Überblick über die frühen Informationen und Meinungen zu Mozart, die das Bild dieses Komponisten vor allem in den entscheidenden Jahren nach seinem Tod geprägt haben und bis heute Nachwirkungen zeigen. Ein mittelbares Ziel ist folglich, das bisherige Bild der frühen Mozart-Rezeption kritisch zu hinterfragen und mit Hilfe zahlreicher bisher nicht bekannter oder zumindest nicht berücksichtigter Quellen neu zu zeichnen. Die Edition ist zudem so gestaltet, dass nicht nur spezialisierte Mozart-Forscher Material finden, sondern sich auch Interessenten und Wissenschaftler aus anderen Wissensgebieten hier informieren können. Im Laufe der Projektarbeit wurden fast alle berücksichtigten Zeitschriften komplett neu durchgesehen, um nicht auf Angaben in der Sekundärliteratur angewiesen zu sein, und folglich viele bisher unbekannte Erwähnungen Mozarts entdeckt. Ca. 680 gefundene Texte wurden transkribiert, nach Möglichkeit digital faksimiliert, beschrieben und kommentiert. Um nicht auf die (manchmal einseitigen) Urteile einer kleinen Gruppe von Musikjournalisten angewiesen zu sein, wurden auch einzelne Zeitschriften aus anderen Fachgebieten (Literatur, Theater) und "Journale" einbezogen. Dadurch ergibt sich ein etwas `populäreres` Mozart-Bild, denn es zeigt sich, dass Mozart bei "Liebhabern" schon zu Lebzeiten beliebter war als bei Komponistenkollegen und den aufklärerischen Musikliteraten. Außerdem wurde gegenüber der ursprünglichen Projektplanung die Anzahl der untersuchten Textsorten vergrößert: Neben Konzertkritiken und Rezensionen werden nun auch Korrespondentenberichte, Anekdoten, Gedichte und Oden, ästhetische Abhandlungen, `wertende` Verlagsanzeigen etc. einbezogen. Der Zeitraum für die gedruckte Edition wurde hingegen wegen der ungeheuren Menge an Funden und des teils sehr großen Umfangs der einzelnen Texte reduziert, der erste (kurz vor der Fertigstellung stehende) Band wird voraussichtlich von 1782 bis 1801 reichen, ein zweiter Band (ca. 1802-1806) und die Online-Edition späterer Texte sind im Rahmen eines neuen Forschungsprojekts in Vorbereitung. Das Vorhaben wurde auf verschiedenen Fachtagungen und im Mozart-Jahrbuch 2003/2004 vorgestellt; im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit erschienen Berichte über das Projekt in der österreichischen Tageszeitung "Die Presse" vom 9. Februar 2004, im "Universum-Magazin" vom Juni 2006 sowie zweimal in der Online-Zeitschrift der Wiener Universität.
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