Inschriften-Edition Krems/ Land
The edition of the inscriptions of the district of Krems
Wissenschaftsdisziplinen
Andere Geisteswissenschaften (25%); Geschichte, Archäologie (65%); Kunstwissenschaften (10%)
Keywords
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Inschriften-Edition,
Krems/ Niederösterreich,
Mittelalter und frühe Neuzeit,
Historische Hilfswissenschaften,
Historische Landeskunde,
Kulturwissenschaften
Inschriften nehmen unter den verschiedenen Sparten historischer Quellen einen ganz spezifischen Stellenwert ein. Im Gegensatz zu anderen Schriftzeugnissen, die sich in Archiven und Bibliotheken befinden, sind Inschriften - in oder an sakralen wie profanen Gebäuden, in Verbindung mit Denkmälern verschiedenster Funktion, Material und Gestaltung - Teil des öffentlichen bzw. halböffentlichen Lebensraumes. Sie sind daher ein Medium der Schriftlichkeit mit vielschichtiger Aussagekraft, und zwar als "Zeugnisse der Erinnerung" zunächst aus-gerichtet auf die unmittelbaren Zeitgenossen, in der Folge aber ebenso eine eigenständige und facettenreiche Gattung von historischen Primärquellen, deren systematische Erfassung und Erschließung nicht nur für die Regional- und die Landesgeschichte, sondern darüber hinaus für verschiedenste Zweige historisch ausgerichteter Disziplinen von Bedeutung ist. Das geplante Projekt konzentriert sich räumlich auf den Politischen Bezirks Krems (zunächst ohne die Stadt Krems miteinzuschließen). Dieser umfaßt mit der Wachau eine der historischen Kernlandschaften Österreichs: Die Sicherung der Stromschiffahrt, die Wahrung der vielfältigen Interessen und Rechte weltlicher wie kirchlicher Herrschaften, der intensive Weinbau und der weitreichende Handel manifestieren sich hier in einer dichten Abfolge von Burgen und Herrschaftssitzen, Kirchen, Städten und früh urbanisierten Märkten, in denen Kunst- und Kultureinflüsse verschiedenster Herkunft - und damit auch in den Inschriften - ihren reichen Niederschlag fanden. Das Projekt ist eingebunden in das interakademische Editionsunternehmen Die Deutschen Inschriften mit dem Ziel, den gesamten (h.h. den heute noch existierenden wie auch den - soweit noch faßbaren - ehemals vorhanden gewesenen) inschriftlichen Denkmalbestand aus dem Mittelalter und der frühen Neuzeit bis 1650 in Form einer kritischen Edition zu erschließen. Damit kann ein wesentlicher Beitrag zur Erweiterung und Adjustierung des Wissens um die historischen Strukturen dieses Raumes geleistet werden. Diese grundlegende Quellenarbeit präsentiert sich zunächst in Form eines Katalogs: Zu jeder Inschrift wird eine Denkmalbeschreibung, die Edition samt textkritischem Apparat und ggf. Übersetzung, ein mehrgliedriger Kommentarteil zum erweiterten Verständnis des unmittelbaren Inschriftentextes sowie ein weiterführendes Quellen- und Literaturverzeichnis geboten. Zahlreiche Register erleichtern den Zugang zum Katalog und damit auch die Möglichkeit, einheitlich erschlossenes Inschriftenmaterial für verschiedene, auch raumübergreifend- vergleichende Forschungsansätze auszuschöpfen. Ein reichhaltiger Abbildungsteil soll Aussagen wie Vergleichsmöglichkeiten unterstützen. Darüber hinaus soll das solcherart erschlossene Quellenmaterial auch als Grundlage für die Herausarbeitung spezieller (sozial-, kultur- und mentalitätsgeschichtlicher, inschriftenpaläo-graphischer und auch kunsthistorischer, ggf. auch philologischer) Fragestellungen vor dem allgemeinen historischen Hintergrund herangezogen werden.