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Mikrowellen-Assistierte Kombinatorische Chemie

Microwave-Assisted Combinatorial Chemistry

Christian Oliver Kappe (ORCID: 0000-0003-2983-6007)
  • Grant-DOI 10.55776/P15582
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.10.2002
  • Projektende 30.09.2005
  • Bewilligungssumme 172.656 €

Wissenschaftsdisziplinen

Chemie (80%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (10%); Umweltingenieurwesen, Angewandte Geowissenschaften (10%)

Keywords

    CHEMISTRY, MICROWAVES, COMBINATORIL CHEMISTRY, SOLID-PHASE SYNTHESIS, HETEROCYCLES

Abstract Endbericht

Die Verwendung von Mikrowellenstrahlung für die Zubereitung von Lebensmitteln ist aus dem täglichen Küchenalltag seit mehreren Jahrzehnten nicht mehr wegzudenken. Der Einsatz von Mikrowellen zur Beschleunigung chemischer Prozesse wurde dagegen erst in jüngerer Zeit populär. Mitte der achtziger Jahre wurde das erste Mal über dramatische Beschleunigungen von chemischen Reaktionen durch Bestrahlen mit Mikrowellen aus herkömmlichen Haushaltsmikrowellengeräten berichtet. Es konnte weiters gezeigt werden, daß gewisse Transformationen ausschließlich durch Mikrowellenenergie, nicht aber durch konventionelle Erwärmung in Gang gebracht werden können. Nachdem durch Mikrowellenbestrahlung Materie sozusagen "von Innen" erwärmt wird ergibt sich bei Verwendung von Mikrowellenenergie in chemischen Prozessen außer der Zeitersparnis auch eine enorme Energiesenkung. Im Rahmen dieses Projektes soll der Einfluß von Mikrowellenstrahlung auf verschiedene chemische Prozesse und Methoden untersucht werden. Ein Schwerpunkt liegt im Einsatz von Mikrowellenstrahlung in der pharmazeutischen Synthese. Um neue Wirkstoffe zu finden ist es notwendig, eine immer größer werdende Anzahl von synthetisierten Substanzen auf ihre biologische Wirkung zu testen. Die sogenannte "kombinatorische Chemie", die es ermöglicht eine Vielzahl von Substanzen in wenigen Arbeitsschritten für biologische Tests herzustellen, hat hier in den letzten Jahren einige spektakuläre Erfolge erzielt. Im Rahmen dieses Projektes soll nun die Verknüpfung von Mikrowellenenergie auf kombinatorische Prozesse untersucht werden. Dadurch könnten sog. "Substanzbibliotheken" für die biologische Evaluierung rasch und effizient generiert werden. Im Gegensatz zu den meisten Untersuchungen auf dem Gebiet der Mikrowellenchemie der letzten Jahre werden im Rahmen dieses Projektes keine Haushaltsmikrowellengeräte verwendet, sondern speziell für den jeweiligen Anwendungstyp hergestellte und kommerziell verfügbare Mikrowellenreaktoren eingesetzt. Diese erlauben ein sicheres Arbeiten mit großteils automatischer Kontrolle des Temperatur-, Druck- und Magnetrührverlaufs.

Die in diesem Projekt (2002-2005) erarbeiteten wissenschaftlichen Erkenntnisse haben dazu beigetragen, dass das Gebiet der Mikrowellen-assistierten Chemie unter kontrollierten Bedingungen (d.h. in speziellen Reaktoren) heute eine akzeptierte Technik zur Durchführung organischer Synthesen im Labormaßstab ist. Zur Zeit der Konzipierung des Projektes im Jahr 2000, wurde die Mikrowellenchemie noch oft als Laborkuriosität belächelt. Heute ist die Anzahl an Wissenschaftlern, die Zugang und Interesse an dieser Technologie haben, dramatisch im Ansteigen begriffen, und die Mikrowellenchemie wird in vielen Labors in Industrie und Hochschule heute bereits als Standardmethode verwendet. Nach jüngsten Schätzungen werden in wenigen Jahren vielleicht die meisten chemischen Prozesse, die Wärme benötigen unter Mikrowellenbedingungen durchgeführt. Im Rahmen dieses Projektes hat sich unsere Arbeitsgruppe in Graz intensiv mit den Vorteilen dieser Methode beschäftigt. Die größten Vorteile der Mikrowellensynthese liegen in den schnelleren Reaktionszeiten, den saubereren Reaktionsverläufen und den oft besseren Produktausbeuten, die erzielt werden können. Im Rahmen unserer Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass diese Vorteile für eine Reihe von ganz unterschiedlichen Reaktionen beobachtet werden können. Diese beinhalteten z.B. Verfahren zur Herstellung von biologisch aktiven Molekülen mittels sog. kombinatorischer Methoden, die die Darstellung einer größeren Anzahl von Substanzen in automatisierter Form ermöglichen. Ein weiterer Vorteil der Mikrowellenmethodik ist die Energieersparnis. Durch die wesentlich kürzeren Reaktionszeiten und das direkte Erwärmen des Reaktionsgemisches wird diese Technologie oft als "Green Chemistry" Methode beurteilt. Ein weiterer Aspekt unserer Forschungen lag im Studium der sog. speziellen Mikrowelleneffekte. In den meisten untersuchten Fällen konnte das rasche Aufheizen von Reaktionsgemischen und das Überhitzen von Lösungsmitteln in geschlossenen Reaktionsgefäßen für die beobachteten Effekte verantwortlich gemacht werden, und nicht die Existenz sog. nicht-thermischen Mikrowelleneffekte. Die Resultate unserer Grundlagenforschungen auf dem Gebiet der Mikrowellensynthese haben auch das Interesse von Österreichischen Industriepartnern geweckt, mit denen in anderen geförderten Projekten derzeit kooperiert wird.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Graz - 100%

Research Output

  • 4717 Zitationen
  • 16 Publikationen
Publikationen
  • 2006
    Titel Rapid solid-phase peptide synthesis using thermal and controlled microwave irradiation
    DOI 10.1002/psc.771
    Typ Journal Article
    Autor Bacsa B
    Journal Journal of Peptide Science
    Seiten 633-638
  • 2006
    Titel Symmetrical Bisquinolones via Metal-Catalyzed Cross-Coupling and Homocoupling Reactions
    DOI 10.1021/jo052283p
    Typ Journal Article
    Autor Hashim J
    Journal The Journal of Organic Chemistry
    Seiten 1707-1710
  • 2006
    Titel Microwave-assisted solution phase synthesis of dihydropyrimidine C5 amides and esters
    DOI 10.1016/j.tet.2005.12.061
    Typ Journal Article
    Autor Desai B
    Journal Tetrahedron
    Seiten 4651-4664
  • 2005
    Titel Porphyrins in Diels–Alder reactions. Improvements on the synthesis of barrelene-fused chlorins using microwave irradiation
    DOI 10.1016/j.tetlet.2005.05.047
    Typ Journal Article
    Autor Silva A
    Journal Tetrahedron Letters
    Seiten 4723-4726
  • 2005
    Titel The Application of “Click Chemistry” for the Decoration of 2(1H)-Pyrazinone Scaffold: Generation of Templates
    DOI 10.1021/cc0498377
    Typ Journal Article
    Autor Kaval N
    Journal Journal of Combinatorial Chemistry
    Seiten 490-502
  • 2005
    Titel Microwave-Enhanced and Metal-Catalyzed Functionalizations of the 4-Aryl-Dihydropyrimidone Template
    DOI 10.1021/cc049816c
    Typ Journal Article
    Autor Wannberg J
    Journal Journal of Combinatorial Chemistry
    Seiten 574-583
  • 2004
    Titel Tunable Carbon-Carbon and Carbon-Sulfur Cross-Coupling of Boronic Acids with 3,4-Dihydropyrimidine-2-thiones
    DOI 10.1021/ol036496h
    Typ Journal Article
    Autor Lengar A
    Journal Organic Letters
    Seiten 771-774
  • 2004
    Titel Controlled Microwave Heating in Modern Organic Synthesis
    DOI 10.1002/anie.200400655
    Typ Journal Article
    Autor Kappe C
    Journal Angewandte Chemie International Edition
    Seiten 6250-6284
    Link Publikation
  • 2004
    Titel Synthesis of Functionalized 1,3-Thiazine Libraries Combining Solid-Phase Synthesis and Post-Cleavage Modification Methods
    DOI 10.1002/chem.200305658
    Typ Journal Article
    Autor Strohmeier G
    Journal Chemistry – A European Journal
    Seiten 2919-2926
  • 2004
    Titel Kontrolliertes Erhitzen mit Mikrowellen in der modernen organischen Synthese
    DOI 10.1002/ange.200400655
    Typ Journal Article
    Autor Kappe C
    Journal Angewandte Chemie
    Seiten 6408-6443
  • 2004
    Titel Rapid microwave-assisted solution phase synthesis of substituted 2-pyridone libraries
    DOI 10.1016/j.tet.2004.05.100
    Typ Journal Article
    Autor Gorobets N
    Journal Tetrahedron
    Seiten 8633-8644
  • 2004
    Titel Combining Biginelli Multicomponent and Click Chemistry: Generation of 6-(1,2,3-Triazol-1-yl)-Dihydropyrimidone Libraries
    DOI 10.1021/cc0498938
    Typ Journal Article
    Autor Khanetskyy B
    Journal Journal of Combinatorial Chemistry
    Seiten 884-892
  • 2003
    Titel Scalability of Microwave-Assisted Organic Synthesis. From Single-Mode to Multimode Parallel Batch Reactors
    DOI 10.1021/op034075+
    Typ Journal Article
    Autor Stadler A
    Journal Organic Process Research & Development
    Seiten 707-716
  • 2003
    Titel An Exploratory Study on Microwave-Assisted Solid-Phase Diels-Alder Reactions of 2(1H)-Pyrazinones: the Elaboration of a New Tailor-Made Acid-Labile Linker
    DOI 10.1021/cc0300098
    Typ Journal Article
    Autor Kaval N
    Journal Journal of Combinatorial Chemistry
    Seiten 560-568
  • 2003
    Titel High-Throughput Synthesis of N3-Acylated Dihydropyrimidines Combining Microwave-Assisted Synthesis and Scavenging Techniques
    DOI 10.1021/ol034085v
    Typ Journal Article
    Autor Dallinger D
    Journal Organic Letters
    Seiten 1205-1208
  • 2003
    Titel Microwave-Assisted Ring-Closing Metathesis Revisited. On the Question of the Nonthermal Microwave Effect
    DOI 10.1021/jo035135c
    Typ Journal Article
    Autor Garbacia S
    Journal The Journal of Organic Chemistry
    Seiten 9136-9139

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