Moritz Schlick: Kritische Gesamtausgabe und Biografie
Moritz Schlick: Critical complete Edition and Biographie
Wissenschaftsdisziplinen
Philosophie, Ethik, Religion (100%)
Keywords
-
PHILOSOPHY OF SCIENCE,
ETHICS/AESTHETICS,
EPISTEMOLOGY,
PHILOSOPHY OF LANGUAGE,
PILOSOPHY OF NATURE,
INTELLECTUAL BIOGRAPHY
Die philosophische und wissenschaftstheoretische Entwicklung im 20. Jahrhundert ist nachhaltig durch die Strömung des Logischen Empirismus geprägt worden, die in der Zwischenkriegszeit wesentlich von den Mitgliedern des Wiener Kreises ausgearbeitet wurde. Ein führender Kopf und Begründer des Wiener Kreises war der Physiker und Philosoph Moritz Schlick (1882 - 1936), der von 1911-1921 in Rostock, und von 1922 bis zu seiner Ermordung im Jahre 1936 an der Universität Wien forschte und lehrte.Seine innovativen Beiträge im Rahmen einer wissenschaftlichen Philosophie und modernen Wissenschaftstheorie reichen von der Naturphilosophie, der Erkenntnistheorie, der Sprachphilosophie bis hin zur Ethik und Ästhetik im Kontext des Wiener Kreises und in Wechselwirkung mit den Werken von Einstein, Russell und Wittgenstein. Im Zusammenhang mit der internationalen Rekonstruktion und Neubewertung des Wiener Kreises in den letzten beiden Jahrzehnten ergab sich bereits ein differenzierteres Bild von Moritz Schlicks Leben und Werk in Deutschland und Österreich auf der Basis der nur teilweise veröffentlichten und zugänglichen Schriften und Briefwechsel. Die Ziele dieses insgesamt auf 10 Jahre geplanten Forschungsprojektes mit einer ersten dreijährigen Projektphase sind daher die Erstellung einer Kritischen Gesamtausgabe der Schriften von Moritz Schlick und die Erarbeitung seiner wissenschaftlichen Biographie (12 plus 1 Bände) im philosophie- und wissenschaftgeschichtlichen Kontext. Damit werden im Rahmen derzeitiger wissenschaftstheoretischer Forschungen eine bedeutende Lücke geschlossen und weitere einschlägige Studien ermöglicht. Durch die geplante Edition wird einem breiten Kreis von Studierenden und Wissenschaftlern sowie allen Interessierten das bislang nur fragmentarisch vorhandene Gesamtwerk Moritz Schlicks erstmals wissenschaftlich gesichert und kommentiert in deutscher Sprache zugänglich gemacht. Dieses internationale Forschungs- und Editionsprojekt wird im Rahmen einer bilateralen Zusammenarbeit zwischen dem Institut Wiener Kreis in Wien, der Forschungsstelle und Dokumentationszentrum für österreichische Philosophie in Graz und dem Institut für Philosophie an der Universität Rostock realisiert. Der für diese Arbeit grundlegende Nachlass von Moritz Schlick (im Reichsarchiv in Haarlem, NL) wurde archivmäßig erfasst und auf CD-ROM gebracht, sodaß er nunmehr in Wien, Graz und Rostock zugänglich ist. Mit dem Einverständnis der Nachlaßverwalter zur Veröffentlichung und der Unterzeichnung eines Publikationsvertrages mit dem Springer Verlag (Wien - New York) werden durch dieses Projekt erstmals sämtliche (veröffentlichte und unveröffentlichte) Schriften inklusive Korrespondenz der Forschung und Öffentlichkeit zugänglich gemacht und parallel dazu die erste intellektuelle Biographie über Schlick realisiert. Zusammen genommen liefern diese kritische Gesamtausgabe und die Biographie von Moritz Schlick ein umfassendes und repräsentatives Bild einer der Leitfiguren des Wiener Kreises und prägenden Philosophen des 20. Jahrhunderts, womit eine detaillierte Auseinandersetzung und zukünftige systematische Forschungsarbeit gewährleistet wird.Das Projekt stellt zugleich einen wichtigen und bleibenden Beitrag zur lange Zeit vernachlässigten und vergessenen österreichischen Kultur- und Wissenschaftsgeschichte dar.
Die Entwicklung der Philosophie und Wissenschaftstheorie des 20. Jahrhunderts wurde nachhaltig vom Logischen Empirismus beeinflußt - einer Bewegung, für welche die Philosophen des Wiener Kreises in der Zwischenkriegszeit grundlegende Arbeiten verfaßten. Der Philosoph und Physiker Moritz Schlick (1882-1936) war Gründer und wesentlicher Mitgestalter des Kreises. Schlicks innovative Beiträge zur modernen Wissenschaftsphilosophie reichen von Naturphilosophie, Erkenntnistheorie und Sprachphilosophie bis zu ethischen und ästhetischen Fragestellungen im Kontext des Wiener Kreises sowie im Austausch mit Zeitgenossen wie Einstein, Russell und Wittgenstein. Das Ziel des Forschungsprojekts mit dem Titel "Kritische Gesamtausgabe der Schriften von Moritz Schlick & Intellektuelle Biographie" besteht in der Vorbereitung und Veröffentlichung der ersten Abteilung (Veröffentlichte Schriften) der kritischen Edition der Werke Schlicks. Vier der sechs Bände in Abteilung eins sind bereits für den Druck vorbereitet. Bd. I, Allgemeine Erkenntnislehre. (Hrsg. Hans Jürgen Wendel, Fynn Ole Engler); Bd. II, Über die Reflexion des Lichtes/Raum und Zeit in der gegenwärtigen Physik. (Hrsg. Matthias Neuber, Fynn Ole Engler); Bd. III, Lebensweisheit/Fragen der Ethik. (Hrsg. Mathias Iven); und Bd. VI, Die Wiener Zeit. Aufsätze, Beiträge, Rezensionen 1923-1936 (Hrsg. Heiner Rutte, Johannes Friedl). Die Bände werden bei Springer Wien-New York jeweils im April 2006 (Bde. II und III), November 2006 (Bd. VI), sowie April 2007 (Bd. I) erscheinen. Die übrigen Bände und die ersten Bände der zweiten Abteilung der Gesamtausgabe, welche den Nachlaß enthält, werden mit der Unterstützung des FWF in einer zweiten Projektphase (2006-2009) realisiert. Weiters sind die ersten Kapitel der Intellektuellen Biographie, die von Massimo Ferrari in enger Kooperation mit der Projektgruppe verfaßt wird, vollendet. Die Arbeit an der Biographie wird in der zweiten Projektphase fortgesetzt. Das Forschungsprojekt wird als Teil einer multilateralen Zusammenarbeit des Instituts Wiener Kreis an der Universität Wien, der Forschungsstelle und Dokumentationszentrum für österreichische Philosophie an der Universität Graz sowie des Instituts für Philosophie an der Universität Rostock auf deutscher Seite durchgeführt. Das Ziel dieser internationalen Zusammenarbeit ist es, das Gesamtwerk des Gründers und höchst einflußreichen Philosophen des Wiener Kreises einer großen Zahl von Studierenden und ForscherInnen zugänglich zu machen und so die Basis für differenzierte Studien zu schaffen sowie einen innovativen und nachhaltigen Beitrag zur systematischen Forschung zu leisten.
- Hans-Jürgen Wendel, Universität Rostock - Deutschland