Beschreibender Katalog aller Kartäuserklöster
Descriptive Catalogue of all Carthusian Monasteries
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (25%); Medien- und Kommunikationswissenschaften (25%); Philosophie, Ethik, Religion (50%)
Keywords
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MONASTICON CARTUSIENSE,
CARTHUSIAN ORDER,
RELIGIOUS ORDERS
Der erste gedruckte Katalog der Kartäuserklöster befindet sich in Johann Amorbachs Ausgabe der Kartäuserstatuten, herausgegeben in Basel 1510, wo die Häuser einfach nach Kartäuserprovinzzugehörigkeit ohne weitere Angaben aufgelistet sind. 1609 publizierte Albertus Miræus sein Origines Cartvsianorvm Monasteriorvm per orbem vniuersum in Köln, mit zusätzlicher Nennung des Gründers und gelegentlich mit einigen kurzen geschichtlichen Eintragungen. Im 18. Jh. schrieb Dom Georgius Schwengel in der Kartause Danzig zahlreiche Handschriften, die die Grundlage für ein Monasticon Cartusiense anbieten, aber seine Forschungen wurden erst 1981-84 in der Analecta Cartusiana in 22 Bänden von den Handschriften in der British Library London und der Diözesanbibliothek Peplin in Polen veröffentlicht. Keine weitere vergleichbare Arbeit wurde unternommen, bis die Kartäuser Ludolph Jacquemart, Pacome de Falconnet, Bernard-Marie Dubosquet und Gerard Hulsbosch ihre Maison de l`Ordre des Chartreux: Vues et Notices in vier Foliobänden veröffentlichten. Die Bände sind mit Stichen versehen, die ein Laienbruder auf Reisen skizziert hatte, laut Auskunft aus den Pfarreien, in den sich die Kartausen befanden. Der Text, etwa zwei Seiten für jede Kartause, kann als Erbauungsliteratur klassifiziert werden. Keine weitere Monasticon Cartusiense ist erschienen, obwohl eine Reihe wichtiger Abhandlungen über Kartäuserarchitektur in den letzten Jahren veröffentlicht worden sind, z.B. von Jean-Pierre Aniel, Giovanni Leoncini, Alain Girard, Marijan Zadnikar, Dom Augustin Devaux, Silvio Chiaberto, und James Hogg. Jan de Grauwe hat ein kleines Kartäusermonasticon für Belgien und Holland 1975 und Dom Hubertus Blüm ein wenig zufriedenstellendes 1983 für den deutschsprachigen Raum veröffentlicht. Das Monasticon Cartusiense, von einer Gruppe hochqualifizierter Fachkräfte verfaßt, sollte deshalb eine Lücke in den ordensgeschichtlichen Forschungen füllen.
Auf dem Kartäuserkongress 1999 in Ittingen (Schweiz) wurden erste Anregungen zur Erarbeitung eines Monasticons für den Kartäuserorden aufgenommen und 2000 in Aggsbach (Österreich) beschlossen. - Erreicht werden soll eine vergleichbare Übersicht zu Geschichte, Wirtschafts-, Rechts- und Sozialstatus der Kartausen. - Aufgezeigt werden soll der aktuelle Forschungsstand über Architektur, Kunst sowie Archiv-Quellen und die wichtigste Literatur. - Damit sollte beim Abschluss quasi ein Überblick zum Gesamtorden über die kurzgefasste Geschichte seiner Einzelkartausen geschaffen sein. Ein Blick auf das gesamte Monasticon Cartusiense ergibt folgende Zusammenstellung der einzelnen Bände mit den geplanten Erscheinungsjahren: Bd. 1: Frankreich sowie Teile Schweiz/Belgien - 7 Provinzen / 103 Kartausen, 2 Teile 2007/2008. (16 Kartausen bleiben bis heute ohne Mitarbeiter) Bd. 2: Deutschland, Schweiz, Österreich, Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Slowenien, Rumänien, Dänemark, Schweden, Niederlande - 4 Provinzen, 66 Kartausen, 2004 erschienen. (872 Seiten, 497 Abbildungen, Landkarten und Register). Bd. 3: Belgien, Holland, England, Schottland, Irland, (über 600 Seiten und 328 Abbildungen + Landkarten und Register) 2005 erschienen. Bd. 4: Spanien, Portugal, Italien, USA, Argentinien, Brasilien, Süd-Korea - 5 Provinzen, 71 Kartausen, wahrscheinlich 2 Teile 2006. (Für die italienischen Kartausen ist ein wichtiger Mitarbeiter krank) Die Besprechungen für Band 2 in Fachzeitschriften, wie Revue Bénédictine (2004) und Revue d`histoire ecclésiastique (Löwen) (2005) sind durchaus positiv ausgefallen.
- Bundesland Salzburg - 100%