Austauschprozesse zwischen Subströmungen und Mainstream
Local Substream and global Mainstream. An international enquiry on urban and virtual pop substreams with the aim of the development of a renewed theory of subcultures - a six cities-cooperation
Wissenschaftsdisziplinen
Andere Geisteswissenschaften (50%); Soziologie (50%)
Keywords
-
POPULAR CULTURE,
SUBCULTURES,
THEORY,
YOUTH RESEARCH,
MAINSTREAM,
CULTURAL STUDIES
Forschungsfeld der Untersuchung: Der Bereich der Populärkultur. Untersuchungsgegenstand: Urbane und virtuelle Pop-Substreams, welche dir "authentischen" Jugendsubkulturen die das Centre for Contemporary Cultural Studies in Birmingham beschrieben hat, ablösen. Projektziel: Die Entwicklung einer erweiterten Subkulturtheorie (Theory of Temporary Substream-Networks), die den geänderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen gerecht wird. Forschungsprämisse dieses Projekts ist die Ablösung der traditionellen scharfen Dichotomie zwischen Mainstream und Pop-Subkulturen durch eine neue Gesellschaftsformation, die keine starren Gegensatz zwischen Mainstream und Sukulturen aufweist. Wir nennen diese Formation in Anlehnung an Lawrence Grossberg "den neuen, radikal elektischen Mainstream". Forschungshypothese 1: Trotz des zunehmenden Interesse global operierender Konzerne und der Integration von Teilen des ehemaligen Pop-Undergrounds in die Unterhaltungsindustrie bleibt die ständige Neukonstitution von Subkultur-verwandtem symbolischen Kapitel für Pop konstitutiv. Forschungshypothese 2: Die neue Subkultur-verwandten Mikro-Formationen weisen andere Strukturen als sie "authentischen" Subkulturen auf: Sie operieren eher als temporäre Netzwerke, die sich selbstorganisierte Nischen außerhalb des Marktgeschehens suchen und stilistisch oft pluralistischer operieren als die historisch überlebten Subkultur-Formationen. Diese neuen temporary substream-networks sind kurzfristig eingegangene Zweck- Koalitionen ohne festgefügte Gruppenidentitäten, die nicht mehr für eine dauerhafte Identitätsstiftung taugen. Unser Forschungsansatz ist eine Kombination aus einem semiotischen Cultural Studies-Ansatz für den sekundäranalytischen Teil und einem ethnographischen soziologischen Ansatz für die teilnehmende Beobachtung und die Befragungen.
Das Hauptergebnis des Projektes ist die Erarbeitung einer theoretischen sowie empirischen Basis zur Formulierung eines neuen Theorieansatzes über Subkulturen bzw. Post-Subkulturen. Durch die gemeinsame Arbeit an diesem Projekt hat sich ein internationales Netzwerk von ExpertInnen gebildet, das an einer solchen Neuformulierung von (Post)-Subkultur-Theorien arbeitet. Das primäre Ziel dieser Forschungsarbeit war die Weiterentwicklung der bestehenden Subkulturtheorien, um mit dem erneuerten Theorieansatz sowohl den Änderungen innerhalb der (post)-subkulturellen Formationen als auch den geänderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen Rechnung tragen zu können. Der erweiterte Theorieansatz basiert auf den Ergebnissen ethnographischer Untersuchungen und semiotischer Analysen. Im Projekt bearbeitete Forschungsfragen Können unter den heutigen veränderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen post-subkulturelle Gruppierungen, die auf subkultur-verwandte Strategien der Identitätsgenerierung setzen, identifiziert werden? Welche Bestandteile der theoretischen Subkultur-Modelle des Center for Contemporary Cultural Studies (CCCS) sollen weitergeführt und welche verworfen werden? Falls post-subkulturelle Gruppierungen identifizieren werden können: Wie ist der Aufbau dieser neuen Formationen? Vor der Durchführung der Surveys wurden auf der Basis der Sekundäranalysen und der teilnehmenden Beobachtung 30 Hypothesen erarbeitet. Aus diesen 30 Hypothesen wurde für die Städte New York, Los Angeles, London, Manchester und Wien ein bis auf die Sprache identischer Fragebogen mit 16 Fragen entwickelt. Die Ergebnisse der Befragungen differierten in den einzelnen Städten, doch in den Schlüsselfragen für die Entwicklung eines neuen Theorieansatzes für subkulturelle bzw. post-subkulturelle Formationen gab es wichtige Parallelen im Antwortverhalten. In New York, Los Angeles, London, Manchester und Wien wurde die Bildung neuer subkulturähnlicher Formationen von einer breiten Mehrheit der RespondentInnen für wahrscheinlich gehalten. Auch über den Aufbau dieser Formationen herrschte unter jenen RespondentInnen, die solche Formierungen für wahrscheinlich hielten, Konsens: Die neuen Formationen werden als posttraditionale Formen der Vergemeinschaftung, in denen sich postmoderne Konzepte von Individualität und Gemeinschaft zu einem losen, nur im Augenblick verbindlichen Gefüge verbinden, interpretiert. Eine klare Mehrheit der RespondentInnen in allen Städten war auch davon überzeugt, dass sich diese post- subkulturellen Formationen wesentlich weniger strikt von anderen gesellschaftlichen Formationen abgrenzen als die historischen Subkulturen.
- Stadt Wien - 100%
- Ulf Wuggenig, Leuphana Universität Lüneburg - Deutschland
- Mark Poster, University of California at Irvine Medical Center - Vereinigte Staaten von Amerika
- Andrew Blake, King Alfred´s University College WInchester - Vereinigtes Königreich
- Derek Wynne, Manchester Metropolitan University - Vereinigtes Königreich
- Anahid Kassabian, University of Liverpool - Vereinigtes Königreich