Die Voraussage postoperativer Verwirrtheitszustände
Incidence, risk factors, prediction and long-term effects of cognitive impairment and/or confusional states after elective orthopedic surgery
Wissenschaftsdisziplinen
Klinische Medizin (100%)
Keywords
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DELIRIUM PREDICTION,
DELIRIUM EPIDEMIOLOGY,
CONFUSIONAL STATE,
HIP ARTHROPLASTY,
KNEE ARTHROPLASTY,
ALZHEIMER´S DISEASE
Forschungsprojekt P 13624Die Voraussage postoperativer VerwirrtheitszuständePeter FISCHER11.10.1999 Hintergrund: Verwirrtheitszustände (=Delirien) sind eine häufige postoperative Komplikation, verlängern den Krankenhausaufenthalt, erhöhen die Sterblichkeit und bedingen oft weitere postoperative Komplikationen. Dank verbesserter chirurgischer und anästhesiologischer Techniken werden vermehrt sehr alte und multimorbide Menschen operiert, weswegen trotz besserer Behandlungstechnik postoperative Defirien häufiger werden. Das Wissen über Risikofaktoren postoperativer Delirien als Grundlage ihrer Prädiktion bzw. Prävention ist gering. Trotz der großen klinischen und gesundheitsökonomischen Bedeutung dieser Komplikation wird das postoperative Delir wissenschaftlich vernachlässigt. Seine Erfoschung erfordert interdisziplinare Ansätze, da die Patienten mit dieser "psychiatrischen" Komplikation im Regelfall an internen oder chirurgischen Abteilungen stationär sind. Studienziele: Der Zweck des geplanten Projekts ist ein vierfacher: 1. Bestimmung der Auftretenswahrscheinlichkeit von Verwirrtheitszustdnden nach geplanten orthopädischem Knie- oder Hüftgelenksersatz an alten Patienten. 2. Nachweis der Langzeitfolgen dieser postoperativen Delirien. Nebenfrage: Beschleunigen oder induzieren Verwirrtheitszustände den altersbedingten kognitiven Abbau? 3. Nachweis der demographischen, klinischen und psychologischen Risikofaktoren postoperative Delirien, also der Risikofaktoren, die bereits präoperativ bekannt sind. Weiters Beschreibung der perioperativen (orthopddischen und anaesthesiologische) und postoperativen Risikofaktoren unserer speziellen Patienten. Nebenfrage: Sind es subklinische Alzheimer Patienten, die eher postoperative Verwirrtheitszutstände erleiden? 4. Erstellung eines Vorhersagemodells für postoperative Verwirrtheitszustände, das an einer zweiten Stichprobe validiert werden soll. Studiendesing: Prospektive Kohortenuntersuchung; diagnostische Kriterien des DSM-IV; Skalen zur Delirdiagnose; psychometrische Testbatterie zu Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Konzentration, Sprache, visuo- konstruktiven Leistungen und kognitiver Interferenzneigung. Untersucht werden 180 Patienten der Orthopädischen Universitätsklinik, die Hüft- oder Kniegelenksersatz; wegen Arthrosen erhalten. Das Vorhersagemodell wird an weiteren 60 Patienten validiert werden. Die Stichprobe ist so bemessen, um verlaßliche Aussagen zur Bedeutung dichotomer Variablen (z.B. Anästhesietechnik epidural vs Allgemein) für die Delirentstehung treffen zu können. Ausblick: Die Beschreibung des klinischen Verlaufs und der Risikofatoren des Delirs ist die notwendige Basis für Versuche postoperative Delirien zu verhindern bzw. frühzeitig zu behandeln.