Veränderung der Wirtsqualität durch Mikrosporidieninfektion
Changes in host suitability by microsporidia
Wissenschaftsdisziplinen
Biologie (60%); Land- und Forstwirtschaft, Fischerei (40%)
Keywords
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HOST-PARASITOID-PATHOGEN INTERACTIONS,
BRACONIDAE,
LYMANTRIA,
MICROSPORIDIA,
HOST SUITABILITY,
NUTRITION
Untersuchungen über Wechselwirkungen im Wirt - Parasitoid - Pathogen System Schwammspinner, Lymantria dispar- Schlupfwespe Glyptapanteles liparidis - Mikrosporidie Vairimorpha sp. im vorherigen Forschungsprojekt zeigten, daß eine Mikrosporidiose der Wirtsraupe einen negativen Einfluß auf die Entwicklung der endoparsitischen Wespe G. liparidis hat, ohne daß diese selbst infiziert wird. Ziel des beantragten Projektes ist es daher, die Ursachen dieser verschlechterten Entwicklungsbedingungen des Parasitoiden zu untersuchen. Dazu werden Schwammspinnerlarven vor bzw. nach der Parasitierung mit der Mikrosporidie infiziert. Hämolymph- und Ganzkörperproben der Versuchstiere werden in bestimmten Intervallen geworben und auf Änderungen im Kohlenhydrat-, Aminosäuren- und Fettgehalt untersucht, die, von der Parasitoid - Pathogen Wechselwirkung verursacht worden sind und die schließlich zu einer verminderten Nährstoffversorgung der Schlupfwespenlarven führen könnten. Darüber hinaus könnte die Studie neue Erkenntnisse über den Einfluß einer Mikrosporidiose auf die Ernährungsphysiologie des Wirtes bringen, einem nur wenig untersuchten Thema. Ebenso fehlen über die Auswirkung einer Parasitierung durch G. liparidis auf den Aminosäure- und Lipidhaushalt des Wirtes bislang die Daten.
Die blattfressenden Schmetterlingsraupen des Schwammspinners (Lymantria dispar) gehören weltweit zu den bedeutendsten Schädlingen von Eichen und anderen Laubbaumarten. Um die Regulation des Schadinsektes durch seine natürlichen Gegenspieler zu fördern, ist die Kenntnis über deren synergistische oder hemmende Wechselwirkungen von besonderem Interesse. Im vorliegenden Projekt wurden die Auswirkungen einer Infektion eines spezifischen, einzelligen Krankheitserregers (Mikrosporidie) des Schwammspinners auf die Entwicklung und die Mortalität einer parasitischen Schlupfwespe untersucht. Die Wespe gehört in unseren Eichenwäldern zu den bedeutendsten natürlichen Feinden des Schwammspinners. Wie die Ergebnisse der Untersuchung zeigten, werden die im Inneren der Raupe sich entwickelnden Parasitenlarven nicht direkt von der Mikrosporidie infiziert. Ihr Wachstum ist aufgrund von Änderungen der Nährstoffgehalte in ihrer Wirtsraupe jedoch deutlich beeinträchtigt. Ursache für das dramatische Absinken des Blutzuckerspiegels sowie des Fettsäuregehaltes ab dem 5. Tag nach der Infektion dürfte die in diesem Zeitraum beginnende Massenvermehrung der Mikrosporidie im Fettkörper sein, dem Organ, das für die Synthese dieser Stoffe von wesentlicher Bedeutung ist.
Research Output
- 37 Zitationen
- 1 Publikationen
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2002
Titel Alterations in carbohydrate and fatty acid levels of Lymantria dispar larvae caused by a microsporidian infection and potential adverse effects on a co-occurring endoparasitoid, Glyptapanteles liparidis DOI 10.1002/arch.10030 Typ Journal Article Autor Hoch G Journal Archives of Insect Biochemistry and Physiology Seiten 109-120