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L´aura dantesca. Die Dante-Rezeption in Petrarcas Canzoniere

Dante-Reception in Petrarch´s Canzoniere

Peter Kuon (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/P13524
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.06.1999
  • Projektende 31.05.2002
  • Bewilligungssumme 59.420 €
  • Projekt-Website

Wissenschaftsdisziplinen

Sprach- und Literaturwissenschaften (100%)

Keywords

    DANTE, INTERTEXTUALITÄT, PETRARCA, REZEPTIONSFORSCHUNG

Abstract Endbericht

Die Bedeutung, die Dante Alighieri für den Lyriker Petrarca hatte, ist in der internationalen Forschung lange Zeit verkannt worden. Das geplante Projekt wird das Problem der Dante-Rezeption in Petrarcas Canzoniere im Lichte der methodologischen Anregungen von Rezeptions- und Intertextualitätsforschung neu fokussieren. Auf der einen Seite soll durch die systematische Aufarbeitung der Quellenlage eine vollständigere Materialbasis geschaffen werden, auf der anderen Seite soll durch die Abkehr von rein quantitativen Quellenrepertorien und die Hinwendung zur qualitativen Interpretation, d.h. durch die einzelfallbezogene Abwägung der sinnkonstitutiven Funktion der Danteschen Intertextualität in den einzelnen Gedichten des Canzoniere, ein wissenschaftlicher Fortschritt erzielt werden. Das antagonistische Verhältnis Petrarcas zu seinem großen Vorgänger läßt sich, so die These des Projekts, in der Textur seiner Gedichte, die Dantes Dichtung dekonstruieren müssen, um ihren Eigen-Sinn entfalten zu können, aufspüren.

Dante und Petrarca sind als große italienische Klassiker` Basis für das Selbstverständnis der italienischen Literatur und Kultur. Das Verhältnis zwischen diesen beiden großen Dichtern am Ausgang des Mittelalters ist nach wie vor ungeklärt. Petrarca schließt zwar jeden Einfluß Dantes auf sein dichterisches Werk explizit aus. Für einen Dichter, der, um in der Metapher des berühmten Bienengleichnisses zu bleiben, seinen Honig aus dem Pollen ganz verschiedener Blumen hervorbringt, ist es aber gänzlich unwahrscheinlich, daß er die Texte seines berühmten Vorläufers nicht in eigene Dichtungen transformiert hätte. Umfang und Intensität von Petrarcas Dante-Rezeption im Canzoniere, dem Gedichtband der die moderne europäische Liebeslyrik begründet und bis weit ins 18. Jahrhundert hinein bestimmt, sollen durch das Projekt L`aura dantesca genauer bestimmt werden. Der Titel greift Petrarcas Spiel mit dem Namen der geliebten Frau auf: Ein Dantesche Brise (aura) zieht durch den Canzoniere und läßt Laura als Wiedergängerin von Dantes Francesca und Beatrice, ja der Jungfrau Maria im letzten Gesang der Göttlichen Komödie, erscheinen. Ziel des Projektes ist nicht allein die quantitative Erfassung aller Dante- Anspielungen in den Gedichten des Canzoniere, sondern vor allem ihre qualitative Untersuchung. Wie verändern sich Wahrnehmung und Interpretation eines Gedichts, wenn es zahlreiche Entsprechungen zu Danteschen Vorlagen zu erkennen gibt? Die in Arbeit befindliche Monographie schließt eine wichtige Forschungslücke in der Petrarca- wie auch in der Dante-Forschung und hebt einmal mehr die oft unterschätzte Komplexität der spätmittelalterlich- frühhumanistischer Nachahmungspoetik hervor. Die Monographie wird in italienischer Sprache rechtzeitig zum großen Petrarca-Jahr 2004, in dem sich der Geburtstag des Dichters zum 700. Mal jährt, veröffentlich werden und im Rahmen der weltweiten Jubiläumsfeiern und internationalen Kongresse die gebührende Aufmerksamkeit finden.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Salzburg - 100%

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