Jesuitenarchitektur in Italien 1540-1773. Die Baudenkmäler der Mailändischen Ordensprovinz
Jesuitic Architecture in Italy. Province Milan
Wissenschaftsdisziplinen
Bauwesen (100%)
Keywords
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ARCHITEKTURGESCHICHTE,
SAKRALBAUFORSCHUNG,
FRÜHE NEUZEIT,
JESUITEN,
ITALIENISCHE KUNSTTOPOGRAPHIE
Das Projekt versteht sich als Weiterführung des bereits begonnenen, die Mailändische Ordensprovinz umfassenden Bandes eines Corpuswerkes zur Jesuitenarchitektur in Italien, dessen 1. Band 1985 erschienen ist. Sämtliche Bauten bzw. Projekte der 37 Ordensniederlassungen in Ligurien, Piemont, Lombardei und auf Korsika sind dabei planungs- und baugeschichtlich zu dokumentieren - mit Hilfe des schriftlichen Quellenmaterials, das im Archivum Romanum und in anderen Archiven in Mailand, Turin und Genua aufbewahrt wird. Auf diesem Fundament erfolgt die kunsthistorische Interpretation der Objekte. In Folge - und das ist entscheidender methodischer Ansatz des Projektes - sind die erzielten Ergebnisse in das besondere historische Umfeld des Auftraggebers einzubinden. Denn die spezifischen Strukturen und Gesetzmäßigkeiten des Ordens bedeuten einen wesentlichen Faktor für die Ausbildung der ordenstypischen, architektonischen Themenstellungen. Dieser Weg, die verschiedenen Phänomene und Gestaltungslösungen auszuarbeiten, stellt einen höchst innovativen Weg dar, den der erste Corpusband erfolgreich vorgegeben hat.
Die in zwei vorangegangenen Fonds-Projekten durchgeführte Erarbeitung der Monographien aller wichtigen Bauten der Gesellschaft Jesu in der mailändischen Ordensprovinz wurde mit gegenständlichem Projekt zu Ende geführt. Die Provinz besaß in der Lombardei, im Piemont, in Ligurien sowie auf der zur Republik Genua gehörenden Insel Korsika insgesamt 36 Niederlassungen (Profeßhäuser, Kollegien, Noviziate und Residenzen). Von diesen wurden nun folgende, bei Beginn der dritten Projektlaufzeit noch ausständige Niederlassungen bearbeitet: in Genua das Kolleg in der Via Balbi, das Noviziatshaus S. Ignazio sowie die beiden kleinen Konvikte Del Bene und Soleri, weiters die korsischen Kollegien in Ajaccio und Bastia, das Collegio dei Nobili in Turin, die Kollegien in Saluzzo, Varese, Sarzana, Monza, Pavia und Alessandria; zuletzt wurden jene Niederlassungen in Angriff genommen, die sich in Mailand, also dem Zentrum der Ordensprovinz, befinden und damit besondere Bedeutung hatten: Das Collegio di Brera, das Profeßhaus von S. Fedele und das Noviziatshaus von S. Gerolamo. Die Ergebnisse, die dabei erzielt worden sind, erlauben es, auf direktem Weg die in den beiden Vorprojekten gewonnenen Erkenntnisse zu verbreitern und abzusichern. Die Forschungsarbeit folgte jenem methodischen Instrumentarium, das vom Projektleiter im ersten, 1985 publizierten Band (römische und neapolitanische Ordensprovinz) entwickelt worden ist. Die erstellten Texte sollen nun als zweiter Band des ganz Italien umspannenden Corpuswerkes zur Jesuitenarchitektur publiziert werden.
- Albertina - 100%