Im österreichischen Rheintal liegen zahlreiche dicht besiedelte Gebiete. Emissionen von Industrie und Verkehr
beeinträchtigen die Luftqualität dieses Siedlungsraumes. Die Verdünnung und der Transport der freigesetzten
Schadstoffe werden wesentlich von den Wind- und Temperaturverhältnissen in der Talatmosphäre bestimmt. Hohe
Konzentrationen an Ozon, welches in den bodennächsten Luftschichten durch Umwandlung der anthropogenen
Luftbeimengungen unter Sonneneinstrahlung vermehrt gebildet wird, stellen hier eine besondere Belastung dar.
Werden Ozonspitzen üblicherweise an sonnigen Sommertagen erreicht, so werden im Rheintal auch bei Südföhn
häufig erhöhte Ozonkonzentrationen gemessen.
Föhnlagen haben allgemein eine deutliche Wirkung auf die Luftverschmutzung. Greift der Föhn bis zum Boden
durch, so kann das zu einer raschen Säuberung der Luft in einem Teil des Tales führen. In anderen Fällen stammt
die Föhnluft jedoch wiederum aus sehr ozonreichen Gebieten. Diese Wechselwirkung zwischen der Föhnluft und
der Luft im Tal variiert räumlich und zeitlich stark. MAP befaßt sich unter anderem mit dieser Instationarität des
Föhns. In dem Projekt ROM werden Ozonmessungen verwendet, um diese Luftmassen unterschiedlicher Herkunft
und Zusammensetzung zu unterscheiden. Hierfür werden bei Föhnlagen der Verlauf von Temperatur, Feuchte,
Wind und Ozon mit der Höhe mit einem Fesselballon, einem Akustikradar und einem Meßgerät an der Gondel
einer Seilbahn vermessen. Mit Computersimulationen mit dem mesoskaligen Prognosemodell MM5 werden die
beobachteten Strukturen nachgebildet und die aus den Messungen gewonnenen Erkenntnisse durch dynamische
Prozesse begründet.