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Wittgenstein Gesamtbriefwechsel

The complete correspondence of Wittgenstein

Walter Methlagl (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/P13352
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.12.1998
  • Projektende 30.11.2001
  • Bewilligungssumme 61.263 €

Wissenschaftsdisziplinen

Andere Geisteswissenschaften (60%); Philosophie, Ethik, Religion (40%)

Keywords

    WITTGENSTEIN-GESAMTBRIEFWECHSEL, BRIEFKOMMUNIKATION-PHILOSOPHIE, DATENBANK, WITTGENSTEIN-KULTURGESCHICHTE, BIOGRAPHISCHE DOKUMENTATION

Abstract Endbericht

I. Projektbeschreibung: Wie schon bei den Vorprojekten (P09391-HIS Wittgenstein Briefwechsel 1, P11220-HIS Wittgenstein Briefwechsel 1-3) ist der Gegenstand auch bei diesem Projekt die EDV-mäßige Erfassung des gesamten Briefwechsels Ludwig Wittgensteins, soweit er ausgeforscht werden kann, einschließlich der Transkription und Kommentierung sowohl der einzelnen Korrespondenzstücke als auch der Korrespondenz im großen Zusammenhang. II. Problemstellung/Stand der Forschung/Ergebnisbericht des Vorprojektes: Gegenüber dem Antrag des Vorprojekts hat sich die Anzahl der Briefe von und an Wittgenstein maßgeblich erhöht. Derzeit stehen 1923 Briefe als Materialbasis zur Verfügung. - Außerhalb des Projekts sind im Berichtszeitraum zwei Briefsammlungen erschienen, eine Auswahl aus der Familienkorrespondenz und ausgewählte "Cambridge-Letters". Von der im beantragten Projekt angestrebten und in den Vorprojekten etablierten Darstellung unterscheiden sich diese beiden Publikationen grundsätzlich im Darstellungskonzept und selbstverständlich auch im Umfang des zu bearbeitenden Materials. Technisch liegt der Hauptunterschied darin, daß für das beantragte Projekt eine Datenbank errichtet worden ist, welche sowohl die Aufschlüsselungen von Informationen aus den Briefen als auch den Betrieb eines Kommentierungssystems ermöglicht. Zu diesem Zwecke, vor allem aber auch zur zuverlässigen Datierung, wurde eine Lebenschronik Wittgensteins angelegt, die in dieser Hinsicht als die bisher ausführlichste Dokumentation angesehen werden kann. Zu den Ergebnissen des Vorprojektes und somit zum Stand der Forschung gehört auch die Vorbereitung von insgesamt fünf Einzelkorrespondenzen mit ausführlichen Erläuterungen, wobei zwei davon, und zwar jene mit Rudolf Koder und jene mit Paul Engelmann, schon so gut wie fertig sind. Zu den anderen Einzelpublikationen, insbesondere zum Briefwechsel um den "Tractatus", zu jenen um Wittgensteins norwegische Kontakte und zur Korrespondenz mit Rush Rhees, gibt es bereits ausführliche Vorarbeiten. III. Projektziele: Aus der gesamten Korrespondenz soll - so wie auch aus den Tagebüchern - Wittgensteins Leben und Werk in seiner Kontinuität aber auch in seiner Einbindung in kulturelle Zusammenhänge erkennbar gemacht werden. - Eine für den Briefschreiber Wittgenstein spezifische Denkweise soll - in Unterscheidung von seiner konkreten philosophischen Arbeit - aus der Erschließung dieses Briefnachlasses vorgestellt werden. IV. gewählte Methodik, Zeit- und Arbeitspläne: Für die Transkription und die Kommentierung der Korrespondenzen wird, so wie im Wittgenstein-Archiv Bergen, für den Aufbau der Datei das Programm "Folio Views" verwendet, mit dem große Datenmengen übersichtlich dargestellt werden können. - Für den weiteren Ausbau dieser Datei ist ein Zeitraum von drei Jahren absehbar, wobei eine Teilzeit-Arbeitskraft für Kollationierungstätigkeit eingerechnet ist. Von den fünf Bänden mit Einzelkorrespondenzen sollen zwei 1999, einer 2000, zwei weitere 2001 erscheinen. Im beantragten Projektzeitraum soll die gesamte Datenbank für eine CD-ROM-Veröffentlichung durch Oxford University-Press hergerichtet werden.

Ein wesentliches Forschungsziel dieses Projekts war, "Wittgensteins Leben und Werk aus dem Kontext seiner Korrespondenz in deren Kontinuität erkennbar zu machen". Mit der Erstellung des Gesamtbriefwechsels in elektronischer Form, der derzeit 2302 Briefe von und an Wittgenstein umfaßt, und der Vernetzung dieser Briefe mit unterschiedlichen Formen der Kommentierung wurde dieses Forschungsziel eingelöst. Der "Nachweis dieser Kontinuität", so die These dieses Projekts, ist somit gelungen, wenn auch der inzwischen sehr umfangreiche Kommentar noch nicht fertiggestellt ist. Es ist inzwischen auch klar, daß endlos kommentiert und immer wieder neue Zusammenhänge entdeckt werden können, wodurch auch diese Kontinuität immer besser erkennbar und bis in kleinste Details nachvollziehbar wird. Es wird aber ein - zumindest vorläufiger - Schlußstrich gezogen werden und die bereits vertraglich abgesicherte Publikation bei InteLex angestrebt, wenn auch ein endgültiger Schlußstrich bedingt durch das elektronische Medium nicht gezogen werden muß, und vielleicht noch im Jahr 2021 die 150 Briefe Wittgensteins an Ben Richards, die an der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien aufbewahrt werden und bis 2020 unter Verschluß sind, in die Datenbank eingearbeitet werden können. Die Datenbank mit dem Gesamtbriefwechsel wurde unter Verwendung des Programms "Folio Views" und den damit verbundenen technischen Möglichkeiten aufgebaut. Was die editionsphilologische Ebene, d.h. Transkription und Kommentierung betrifft, hat sich am Brenner-Archiv im Laufe der Jahre durch die Publikation von zahlreichen Briefeditionen viel "Know-How" angesammelt, von dem dieses Projekt profitiert hat, wenn auch - vor allem bedingt durch das elektronische Medium - neue Erfahrungen dazugewonnen und neue Lösungen gefunden wurden. Neben dem bereits erprobten Einzelstellenkommentar und Flächenkommentar liegt nun ein neuer Schwerpunkt der Kommentierung auf der Erstellung eines übergreifenden Kommentars in Form von Verzeichnissen (Wittgenstein- Chronik, Ortsverzeichnis, Biographienverzeichnis, Wittgensteins Lektüre) und Feldern. Hinter dieser mit sehr viel Aufwand betriebenen Kommentierung steht ein für das Brenner-Archiv typischer kulturgeschichtlicher Ansatz, der auf der Verbindung von Einzelfakten mit kulturgeschichtlichen Gegebenheiten basiert und in der Aufsatzsammlung von Walter Methlagl Kulturgeschichtliche Bodenproben (Innsbruck: Haymon 2002) exemplarisch dargestellt wird. Das Projekt basiert aber auch wesentlich auf mehreren internationalen Kooperationen. Als eine große Hilfe, insbesondere bei der Suche nach neuen Briefen, hat sich die Zusammenarbeit mit Brian McGuinness erwiesen. McGuinness hat im September 1999 dem Brenner-Archiv die Kopien von 350 neuen, völlig unbekannten Briefen übergeben. Wichtig ist auch - insbesondere in methodischer Hinsicht - die bereits langjährige Zusammenarbeit mit dem Wittgensteinarchiv in Bergen, wo die elektronische Edition aller philosophischen Schriften von Ludwig Wittgenstein erstellt wurde. Ein weiterer wichtiger Partner ist die Electronic-Publishing-Firma InteLex in Charlottesville, Va., USA, mit der es im August 2000 zum Vertragsabschluß kam. Mit Hilfe dieser Kooperationspartner konnte das Brenner-Archiv die "internationale Quasimonopolstellung in der Wittgenstein- Briefforschung" erlangen, wie dies kürzlich in einem Zeitungsartikel (Standard, 2.10.2001) formuliert wurde.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Innsbruck - 100%
Nationale Projektbeteiligte
  • Allan Janik, Universität Innsbruck , assoziierte:r Forschungspartner:in

Research Output

  • 85 Zitationen
  • 3 Publikationen
Publikationen
  • 2009
    Titel Tailor-made crystalline structures of truncated S-layer proteins on heteropolysaccharides
    DOI 10.1039/b810211b
    Typ Journal Article
    Autor Schuster B
    Journal Soft Matter
    Seiten 334-341
  • 2010
    Titel Prokaryotic Cell Wall Components: Structure and Biochemistry
    DOI 10.1007/978-3-642-05062-6_16
    Typ Book Chapter
    Autor Sleytr U
    Verlag Springer Nature
    Seiten 459-481
  • 2010
    Titel Occurrence, Structure, Chemistry, Genetics, Morphogenesis, and Functions of S-Layers
    DOI 10.1007/978-3-642-05062-6_2
    Typ Book Chapter
    Autor Messner P
    Verlag Springer Nature
    Seiten 53-109

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