Die Briefe des 9. Pontifikatsjahres Papst Innocenz´III. (1206/07) in der vatikanischen Registerüberlieferung: Inhaltliche Kommentierung; Verzeichnung der Überlieferung als Dekretalen
The Registers of Pope Innocent III - 9th year
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (70%); Philosophie, Ethik, Religion (30%)
Keywords
-
MITTELALTER,
INTERNATIONALE BEZIEHUNGEN,
PAPSTTUM,
KIRCHENGESCHICHTE,
RECHTSGESCHICHTE,
THEOLOGIE
Mit den Kanzleiregistern Papst Innocenz` III setzt die fortlaufende Serie der erhaltenen Papstregister im Vatikanischen Geheimarchiv ein, die (in Auswahl) Abschriften der von der Kurie ausgesandten Korrespondenzen, Mandate, Rechtsentscheidungen und theologischen Stellungnahmen der Päpste enthalten. Die Edition der bisher nur unzulänglich gedruckten Register Innocenz` III (1198-1216) wird unter der Leitung von Prof. O. Hageneder am Institut für Österreichische Geschichtsforschung betrieben und vom Historischen Institut beim österreichischen Kulturinstitut in Rom und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften betreut. Das FWF-Projekt soll Grundlagenarbeit für die Kommentierung der Briefe des 9. Registerjahrganges leisten bzw. diesen in Teilbereichen erstellen. Der Sachkommentar dient den Benützern der Edition als Schlüssel zum Gehalt der Texte und als Ausgangspunkt für eine künftige Auswertung durch die internationale historische Forschung. Im Projekt werden Erläuterungen zu den rechtlichen und theologischen Sachverhalten erarbeitet und die wörtlich oder im Anklang gebrachten Zitate aus Bibel, kanonischem und römischem Recht, theologischer und liturgischer Literatur und klassischen Schriftstellern identifiziert. Erst dies ermöglicht die Interpretation der Briefe und trägt zur Kenntnis der Persönlichkeit und des Handelns des Papstes, des geistigen und kulturellen Hintergrundes seiner Zeit und der sich entwickelnden Bürokratisierung der europäischen Herrschaftssysteme bei. Vergleiche mit theologischen Schriften Innocenz` III geben Anhaltspunkte für die Bestimmung des Ausmaßes der Mitwirkung des Papstes an der Abfassung der Briefe. Die Rechtszitate zeigen die Ausweitung, Übermittlung und Systematisierung des Kirchenrechts über die damals bekannte christliche Welt und die Integration und Fortentwicklung des römischen Erbes in der internationalen Rechtspraxis. Daneben erfolgt die Identifizierung der Orts- und Personennamen, die Bereitstellung der notwendigen Daten zu diesen sowie die Einordnung in die den Briefen zugrundeliegende historisch-politische Situation. Das zu bearbeitende Feld ist weit: räumlich das ganze Europa, sachlich verschiedenste Wissenschaftszweige und Disziplinen - neben der Geschichte und ihren Hilfswissenschaften v.a. Rechtsgeschichte bzw. Kanonistik und Theologie. Weiters werden verschiedene Hilfskarteien ausgebaut und das bibliographische Material unter Einsatz der EDV erschlossen und ergänzt.
Mit den Kanzleiregistern Papst Innocenz` III. setzt die fortlaufende Serie der erhaltenen Papstregister im Vatikanischen Geheimarchiv ein, die (in Auswahl) Abschriften der von der Kurie ausgesandten Korrespondenzen, Mandate und Rechtsentscheidungen der Päpste enthalten. Die Edition der bisher nur unzulänglich gedruckten Register Innocenz` III. (1198-1216) wird unter der Leitung von Prof. Othmar Hageneder und Univ.Doz. Andrea Sommerlechner am Institut für Österreichische Geschichtsforschung betrieben und vom Historischen Institut beim österreichischen Kulturforum (ehem. Kulturinstitut) in Rom und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften betreut. Das FWF-Projekt hatte Grundlagenarbeit für die Kommentierung der Briefe des 9. Registerjahrganges zu leisten bzw. diesen weitestmöglich zu erstellen. Der Sachkommentar dient den Benützern der Edition als Schlüssel zum Gehalt der Texte und als Ausgangspunkt für eine künftige Auswertung durch die internationale historische Forschung. Er gibt neben der Identifizierung der vorkommenden Orts- und Personennamen, der Bereitstellung der notwendigen Daten zu diesen sowie Hinweisen auf die den Briefen zugrundeliegende historisch-politische Situation auch Erläuterungen zu den rechtlichen und theologischen Sachverhalten und weist die wörtlich oder im Anklang gebrachten Zitate aus Bibel, kanonischem und römischem Recht, theologischer und liturgischer Literatur und klassischen Schriftstellern aus. Erst dies ermöglicht die Interpretation der Briefe und trägt zur Kenntnis der Persönlichkeit und des Handelns des Papstes, des geistigen und kulturellen Hintergrundes seiner Zeit und der sich entwickelnden Bürokratisierung der europäischen Herrschaftssysteme bei. Das zu bearbeitende Feld ist weit: räumlich das ganze Europa, sachlich verschiedenste Wissenschaftszweige und Disziplinen - neben der Geschichte und ihren Hilfswissenschaften v.a. Rechtsgeschichte bzw. Kanonistik und Theologie. Durch die Mitarbeiter des Projekts wurden das bereits vorhandene bibliographische Material unter Einsatz der EDV erfaßt, erschlossen und ergänzt, verschiedene Hilfskarteien aufgebaut, der einschlägige Kommentar zu den Briefen erstellt. Vor allem aber wurden die zahlreiche Zitate aus dem Kirchenrecht, dem römischen Recht und aus sonstigen, oft entlegenen, Quellen aufgespürt. Die Rechtszitate zeigen die Ausweitung, Übermittlung und Systematisierung des Kirchenrechts über die damals bekannte christliche Welt und die Integration und Fortentwicklung des römischen Erbes in der internationalen Rechtspraxis im Spannungsfeld von Rationalisierung und Repression. Die Edition der Briefe des 9. Jahrganges, die eine feste Basis für die weitere internationale Forschung bieten wird, steht unmittelbar vor dem Abschluß.
- Institut für Österreichische Geschichtsforschung (seit 01 Jan 2016 Univ Wien) - 100%