Handschriftenkatalog der Universitätsbibliothek Innsbruck
Catalogue of the Manuscripts of the University Library of Innsbruck
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (25%); Kunstwissenschaften (10%); Medien- und Kommunikationswissenschaften (40%); Sprach- und Literaturwissenschaften (25%)
Keywords
-
HANDSCHRIFTEN,
BUCHGESCHICHTE,
BIBLIOTHEKSGESCHICHTE/TIROL,
INNSBRUCK/UNIVERSITÄTSBIBLIOTHEK,
GEISTESGESCHICHTE/QUELLEN,
THEOLOGIE
Der Erschließung mittelalterlicher und neuzeitlicher Handschriften kommt für die Geisteswissenschaften, insbesondere für die historisch orientierten Disziplinen, darüber hinaus für Theologie, Rechtswissenschaften, Geschichte der Naturwissenschaften usw., größte Bedeutung zu. Um einen besseren Zugang zu diesem Quellenmaterial zu ermöglichen, ist man um die Erschließung durch gedruckte Kataloge bemüht. Trotzdem ist erst ein Teil dieser umfangreichen Bestände erschlossen und als Grundlage für weitere Forschung zugänglich gemacht. An der Universitätsbibliothek Innsbruck besteht der Bedarf einer Bearbeitung des hier vorhandenen Bestandes von 1067 Handschriften, von denen etwa zwei Drittel dem Mittelalter zugehören. Bisher gab es nur zwei handschriftliche Kataloge aus dem 19. Jh., die in keiner Weise den heutigen Anforderungen entsprechen. Es fehlen entsprechende Angaben zum Äußeren der Handschriften (Schrift, künstlerische Ausstattung, Einband), zur Herkunft und Geschichte der Handschriften und eine genaue Erschließung des Inhalts: in den Handschriften anonym überlieferte Texte sind nicht identifiziert, falsche, inzwischen von der Forschung korrigierte Autorenzuweisungen wiedergegeben sowie viele Texte überhaupt übergangen usw. Eine neue Erfassung nach modernen, wissenschaftlichen Ansprüchen gerecht werdenden Kriterien war daher dringend notwendig. Mit einer solchen Bearbeitung wurde in den siebziger Jahren begonnen, und zwar im Rahmen der von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften herausgegebenen Handschriftenkataloge (z.B. Kremsmünster, Klosterneuburg, Salzburg) unter genauer Befolgung der von der Kommission für Schrift- und Buchwesen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften erstellten Katalogisierungsrichtlinien. Die Bearbeitung erfolgte anfangs durch den damaligen Leiter der Handschriftenabteilung unter Mithilfe zweier Mitarbeiterinnen dieser Abteilung, es konnten auf diese Weise 1987 und 1991 zwei Bände herausgebracht werden (für Cod. 1-100 bzw. für Cod. 101-200). Mit der 1991 erfolgten Bestellung des Bearbeiters zum Direktor der Universitätsbibliothek konnte die Katalogisierung in der bisherigen Form nicht weitergeführt werden. 1994 wurde daher beim FWF der Antrag auf Weiterführung der Handschriftenkatalogisierung im Rahmen eines vom FWF getragenen Projektes gestellt und auch bewilligt: (Projekt Nr. P10591-HIS). Projektleiter war der frühere Bearbeiter, Mitarbeiterin Frau Dr. Gabriela Kompatscher. Diese erstellte unter Einbeziehung bereits vorhandener Vorarbeiten das Manuskript des dritten Bandes (Sign. 201-300), im April 1998 wurde beim FWF der Antrag auf Drucklegung gestellt. Nunmehr soll im Rahmen eines neuen Projekts die Katalogisierungstätigkeit fortgesetzt werden, vorerst als vierter Band des Innsbrucker Handschriftenkataloges für die Handschriften Cod. 301-400. Die Beschreibungen werden wieder nach den oben erwähnten "Richtlinien" erfolgen. Wie in den bisherigen Banden wird wieder besonderes Gewicht auf die Darstellung der Geschichte jeder einzelnen Handschrift sowie auf die bibliotheksgeschichtlichen Zusammenhänge der Handschriften untereinander als Bausteine für eine künftige Tiroler Bibliotheksgeschichte gelegt werden. Ebenso werden wieder Tafeln für die datierten Handschriften als selbständige kumulierende Beilage beigegeben. Dazu kommen zwei Register, ein Register der Textanfänge und ein kombiniertes Personen-, Orts-, Titel- und Sachregister.
Die Universitätsbibliothek Innsbruck besitzt mit über 1000 Handschriften wertvolles Kulturgut, welches bislang nur zum Teil ausführlich dokumentiert worden ist. Das Projekt "Handschriftenkatalog der Universitätsbibliothek Innsbruck" hat zum Ziel die wissenschaftliche Erschließung des Handschriftenbestandes der UB Innsbruck. 1973 wurde, zunächst im Rahmen der Tätigkeit der Handschriftenabteilung der UB Innsbruck, nach den "Richtlinien für die Katalogisierung der Handschriften" der Österreichischen Akademie der Wissenschaften mit der Erschließung dieses Bestandes durch einen gedruckten, den heutigen Anforderungen entsprechenden Katalog begonnen. Die Publikation erfolgt(e) wie bei anderen österreichischen Handschriftenkatalogen im Rahmen der "Denkschriften" der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Auf diese Weise wurden 1987 bzw. 1991 für die Signaturen 1 200 zwei Bände herausgebracht. Die Drucklegung wurde vom FWF finanziert, Personalkosten fielen keine an. Da jedoch ab 1991 eine Bearbeitung durch Mitarbeiter der Universitätsbibliothek nicht mehr möglich war, wurden seither auch die Personalkosten vom FWF übernommen, so für den dritten Band (Signaturen 201 300) im Rahmen des Projektes P10591-HIS, Handschriftenkatalog der Universitätsbibliothek Innsbruck, bearbeitet von Dr. Gabriela Kompatscher unter der Projektleitung des damaligen Bibliotheksdirektors und früheren Leiters der Handschriftenabteilung Hofrat Dr. Walter Neuhauser. Das nunmehr abgeschlossene Projekt P13282-ARS beinhaltet die Erstellung des vierten Bandes des Handschriftenkataloges der Universitätsbibliothek Innsbruck (Signaturen 301 400). Die Projektleitung lag wieder bei Hofrat Dr. Walter Neuhauser. Die Bearbeitung der Handschriften und die Erstellung des Manuskriptes erfolgten durch Dr. Lav Subaric als vom FWF bezahlten Mitarbeiter und ehrenamtlich teilweise auch durch den Projektleiter selbst. Im Rahmen dieses Projektes wurden 93 Handschriften bearbeitet (sechs Handschriften befinden sich seit 1920 nicht mehr in Innsbruck, eine orientalische Handschrift wird im Rahmen des nächsten, seit Mai 2003 laufenden Projektes bearbeitet werden). Dabei wurde der Inhalt der Handschriften, auch kurze Texte und Fragmente, genau aufgeschlüsselt und bei anonym überlieferten Texten eine Zuweisung an die Autoren vorgenommen sowie auch das Äußere der Handschriften detailliert beschrieben (Aufbau der Handschrift, Angaben zu Schrift und Schreiber, künstlerische Ausgestaltung, Beschreibung und Klassifizierung des Einbandes). Besonderer Wert wird auch auf die Geschichte jeder Handschrift gelegt. Als Ergebnis liegt nunmehr ein druckreifes Manuskript vor, das in den nächsten Wochen der ÖAW zur Begutachtung vorgelegt wird. Insgesamt ist auf Grund der Vielfalt des beschriebenen Bestandes das Ergebnis für Mediävisten, Philologen, insbesondere Mittellateiner, Germanisten, Theologen, Philosophen, Kodikologen, Kunsthistoriker, aber auch für die Geschichte der Naturwissenschaft von hohem Interesse.
- Universität Innsbruck - 100%