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Novum Testamentum Patristicum (NTP): Erforschung ausgewählter Kirchenväterkommentare zum Philipperbrief im Hinblick auf eine mehrbändige Ausgabe

Novum Testamentum Patristicum - Commentaries

Jacob Kremer (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/P13265
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 15.12.1999
  • Projektende 15.03.2002
  • Bewilligungssumme 35.755 €

Wissenschaftsdisziplinen

Philosophie, Ethik, Religion (100%)

Keywords

    KIRCHENVÄTERKOMMENTAR, EINFÜHRUNG, PHILIPPERBRIEF, ÜBERSETZUNG, EPHRÄM, ERKLÄRUNG

Abstract Endbericht

Das Projekt "Novum Testamentum Patristicum" (Phil) dient dem Ziel, eine Zusammenstellung, Übersetzung und Erklärung wichtiger Texte der Kirchenväter zu den einzelnen Stellen des NT zu schaffen, um Fachleuten, Studenten und Praktikern eine Hilfe zum besseren Verständnis des NT unter Berücksichtigung seiner Wirkungsgeschichte zu bieten (analog etwa zu dem "Kommentar zum Neuen Testament aus Talmud und Midrasch" von H. L. Strack und P. Billerbeck). Das kann nur in Zusammenarbeit mit vielen Fachgelehrten geschehen. Auf Anregung von Prof. Dr. K. Niederwimmer und unter Leitung von Prof. Dr. J. Kremer hat dessen Schüler Dr. A. Friedl dazu schon in einer vorläufigen Untersuchung griechischer A Kirchenväter Kommentar zum Phil einen ersten wertvollen, aber in mancher Hinsicht noch zu ergänzenden Vorschlag (z. B. Berücksichtigung der gesamten Theologie der einzelnen Kirchenväter) erstellt (dank FWF P10501-HIS, 1995/1996). Diese erste Vorarbeit wurde auf einer Konferenz der inzwischen gewonnenen anderen Teilnehmer anerkannt, gab aber auch Anlaß zu Verbesserungsvorschlägen. Dr. Friedl hat diese Arbeit während seines Aufenthalts in Pretoria, dank eines einjährigen Forschungsstipendiums (ab 1.10.1997) der dortigen Universität fortgeführt, in dem er erstmals den Kommentar zu Phil zu Ephräm den Syrer in die deutsche Sprache übersetzte, eine gründliche Einführung in die für Europäer sehr fremd anmutende Exegese Ephräms erarbeitete und die ersten beiden Kapitel katenenartig erklärte. Diesen überarbeitet er zur Zeit unter Berücksichtigung der Kritik seiner Kollegen in Pretoria im Hinblick auf ihre Brauchbarkeit für das NTP. Er hofft bald auch die Erklärung der Kap. 3+4 zu erstellen und dann nach seiner Rückkehr aus Pretoria in Wien diese Arbeiten zu Ephräm abzuschließen und u.U. als eine eigene Vorarbeit zu dem Projekt NTP zu veröffentlichen. In Absprache mit den Herausgebern und anderen inzwischen gewonnenen Mitarbeitern bzw. Mitarbeiterinnen an dem Projekt soll dann ein erster Band des geplanten NTP in etwa drei Jahren erstellt werden. Diese Arbeit kann Friedl nur leisten, wenn ihm diese durch eine dreijährige Unterstützung des FWF ermöglicht wird.

Seit geraumer Zeit wird in der evangelischen wie katholischen Bibelwissenschaft bei der Exe-gese neutestamentlicher Texte die Berücksichtigung ihrer Wirkungsgeschichte gefordert, um die ihnen innewohnende Dynamik sowie ihre geschichtsbedingte Interpretation darzulegen. Diese vom FWF geförderte Projektarbeit verstand sich als modifizierte Fortführung des eben-falls vom FWF geförderten zweijährigen Projektes P10501- HIS, in dessen Rahmen nach vorbe-reitenden Arbeiten zunächst exemplarische Kommentartexte griechischer und lateinischer Kir-chenväter zu Phil 1-2 übersetzt und nach Art eines Katenenkommentars erklärt wurden. Dabei zeigte sich, daß die Durchführung des Projektes noch weiterer Vorarbeiten bedarf. Denn für ein angemessenes Verstehen durch den heutigen Leser genügt es nicht, die aus einem anderen zeitlichen und kulturellen Kontext stammenden Väterkommentare einfach nur buchstäblich zu übersetzen, sondern darüber hinaus muß der Bearbeiter dieser Texte zu einem kritischen Ver-ständnis im Lichte des Gesamtwerkes der einzelnen Interpreten anleiten, indem etwa die jewei-ligen Erklärungen durch Hinweise zur Gesamttheologie der einzelnen Kommentatoren ergänzt werden. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, lag das Schwergewicht der Forschungsarbeit auf der Auslegungsgeschichte im Rahmen der Neutestamentlichen Wissenschaft sowie auf der exemplarischen Bearbeitung der Erklärung des Philipperbriefes durch Ephräm dem Syrer, die neben dem armenisch erhaltenen Text bislang nur in einer aus dem 19. Jh. stammenden latei-nischen Übersetzung zugänglich ist. (1) Zur Frage nach der Berechtigung der Beschäftigung mit der Auslegungsgeschichte im Rahmen der Neutestamentlichen Wissenschaft im allgemeinen sowie mit den Werken der Kirchenväter im besonderen wurde neueste Literatur gesichtet und ausgewertet. (2) Zum geistigen, historischen und literarischen Umfeld Ephräms wurde die Sekundärlitera-tur erschlossen, um ihn sowie sein uvre aus heutiger Sicht angemessen in den zeitgenös-sischen Kontext integrieren und verstehen zu können. (3) Die Primär- sowie Sekundärliteratur zur Person und den Werken von Ephräm dem Syrer wurde gesammelt und ausgewertet, um dessen Paulinenkommentar in das Gesamtwerk ein-ordnen zu können und aufgrund der nicht ganz gesicherten Autorschaft des syrischen Kir-chenvaters systematische und theologische Anhaltspunkte zu finden, die für resp. gegen die Authentizität des Kommentars sprechen. (4) Die systematische Erhellung und Kommentierung der für heutiges Verstehen schwierigen Sprach- und Gedankenwelt des Syrers im Kommentar zum Philipperbrief wurden weiterge-führt. (5) Die Kolophone der verschiedenen Besitzer der Handschrift wurden erstmals vom Arme-nischen ins Deutsche (und damit in eine andere Sprache überhaupt) übersetzt, um die Ge-schichte des Manuskriptes zu erhellen und Aufschlüsse über die Kopisten- und Übersetzer-tätigkeiten zu erlangen, die sich auch auf den Inhalt auswirken. (6) Die Bearbeitung eines bisher nicht bekannten armenischen Manuskriptes, das ebenfalls den Text des Kommentars zum Philipperbrief beinhaltet, wurde begonnen.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Wien - 100%
Nationale Projektbeteiligte
  • Kurt Niederwimmer, Universität Wien , assoziierte:r Forschungspartner:in

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