Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (25%); Kunstwissenschaften (60%); Sprach- und Literaturwissenschaften (15%)
Keywords
MUSIKTHEORIE,
HANDSCHRIFTEN,
MITTELALTER,
DRUCKAUSGABEN,
ÖSTERREICH
Abstract
In österreichischen Bibliotheken und Archiven existieren etwa 120 Handschriften und Fragmente vom 10. bis zum
16. Jahrhundert, die - im weitesten Sinne - musiktheoretisches Gedankengut überliefern. Diese für unser
Verständnis der praktischen Musik des Mittelalters so wichtigen Quellen wurden für das Internationale
Quellenlexikon der Musik katalogisiert. Die Auswertung dieser Dokumentation in textkritischen und
kommentierten Editionen ist gerade für das Gebiet des heutigen Österreich ein Desideratum der Forschung. Zu
denken wäre dabei nicht nur an die Musiktraktate der Benediktineräbte Bern von Reichenau und Engelbert von
Admont, denen innerhalb der österreichischen Überlieferung erstrangige Bedeutung zukommt und die von den
Projektmitarbeitern bereits ediert wurden.
Ebenso grundlegend für das Verständnis der Musiklehre sind jene Texte, die über die Musikpflege bestimmter
Orden (wie der Zisterzienser oder der Kartauser) Aufschluß geben. Ferner besitzen wir neben zahlreichen
Choraltraktaten auch Schriften über regionale Praktiken im Bereich der mehrstimmigen Musik. Über die sonst
schwer zu fassende Musikästhetik des Mittelalters informiert uns eine bisher noch kaum bekannte Handschrift des
13. Jahrhunderts. Anhand dieser ausgewählten Texte können wir die Besonderheiten der Musikpflege und
Musiktheorie im mittelalterlichen Österreich genauer verstehen.