Die Marienkirche von Ephesos. Der Gesamtbefund
The Church of Mary at Ephesus
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (75%); Philosophie, Ethik, Religion (25%)
Keywords
-
MARIENKIRCHE,
KLEINFUNDE,
FRÜHCHRISTENTUM,
ARCHÄOLOGIE,
BAUGESCHICHTE,
3.KONZIL
Ziel des Projektes ist die abschließende Vorlage aller, seit der Wiederaufnahme der Untersuchung der ephesischen Marienkirche i.J. 1984 gewonnenen, neuen Resultate sowie eine kritische Sichtung der früheren Evidenzen und Interpretationen. Neben der Aufarbeitung des stratigraphisch-archäologischen Kontextes und dessen Koordination mit sämtlichen Funden soll auch eine Realien-bezogene Untersuchung der Konzilsakten von 431 vorgenommen werden. Die einzelnen Arbeitsschritte sehen dabei vor : 1. Kontextbezogene Komplettierung der Schichtenbefunde mit Einordnung und Bestimmung des gesamten relevanten Fundmaterials (dabei ist vorläufig nicht eine umfassende Bearbeitung und Vorlage aller Gattungen, sondern nur eine Generalbefundung angestrebt; allerdings werden die aussagekräftigen Gattungen Glas, Öllampen, Münzen, Terrasigillata, Bein und Bronzen, aber auch die bauspezifischen Architektur-Glieder [vor allem Schrankenplatten und Epistylien] eingehend behandelt : bei Glas, Lampen und TS in Form von Typenkatalogen [wie solche im Projekt schon vorher - exemplarisch für Ephesos - begonnen wurden], bei den übrigen in Form eines Gesamtkataloges). 2. Nach der auf diese Weise erlangten absoluten Datierung der Schichten und in Folge dessen der, aus diesen ableitbaren, Bauphasen, wird zusammen mit einer auch zeichnerischen Rekonstruktion der letzteren versucht, eine neue bauhistorische Sequenz der gesamten Anlage (also nicht nur für die Kirche und das angeschlossene Episkopeion, sondern auch den Vorgängerbau, die Südstoa des Olympieions) zu erarbeiten. 3. Im Verein damit wird - gemäß den vielversprechenden Ergebnissen aus eigenen Vorarbeiten - anhand der E. Schwarzt`schen Neu-Edition der Konzilsakten eine überlieferungskritische Untersuchung derselben vorgenommen, um einerseits die enthaltenen ortsbezogenen Hinweise richtig einordnen und andererseits die wahre Bedeutung des Baues im Rahmen dieses kontroversiellen Konzils besser verstehen zu können; damit werden weiters auch Rückschlüsse auf die bauliche Situation bzw. deren liturgische Nutzung möglich. 4. Der Gesamtkomplex wird schließlich nicht nur in seiner a) ursprünglichen Bedeutung als Teil des Olympieions und b) als das Zentrum der spätantiken Stadt Ephesos beleuchtet, sondern auch mit vergleichbaren Bauten konfrontiert. Außerdem wird die Zerstörungsgeschichte der Anlage, die in jedem Fall Teil einer solchen der ganzen Stadt ist, neu untersucht.
- Universität Wien - 100%