Invasion von Mycoplasma gallisepticum in Epithelzellen
Mycoplasma gallisepticum interactions with epithelial cells: A model to study the biology of mycoplasma cell invasion and intracellular parasitism
Wissenschaftsdisziplinen
Gesundheitswissenschaften (20%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (70%); Veterinärmedizin (10%)
Keywords
-
MYKOPLASMEN,
FAKULTATIV INTRAZELLULÄRE BAKTERIEN,
MYCOPLASMA GALLISEPTICUM,
BAKTERIELLE PATHOGENITÄT,
ZELLINVASION,
TRANSPOSONMUTAGENESE
Mykoplasmen der Gattung Mycoplasma repräsentieren eine Gruppe von inzwischen mehr als 100 Arten, von denen eine Vielzahl chronische Erkrankungen bei Mensch und Tier hervorrufen. Bis vor wenigen Jahren wurden sie als extrazellulär parasitierende Mikroorganismen beschrieben. Die kürzliche Entdeckung der intrazellulären Lokalisation der humanpathogenen Art M. penetrans war ein wichtiger Durchbruch, der das Grundlagenwissen über die Überlebensstrategien dieser kleinsten selbständig vermehrungsfähigen Prokaryonten in ihren immunkompetenten Wirten entscheidend verändern wird. Neben M. penetrans wurden kürzlich drei weitere Mykoplasmenarten, die beim Menschen den Respirationstrakt und/ oder Urogenitaltrakt kolonisieren, als zur Zellinvasion befähigte Mykoplasmen beschrieben. Während die meisten pathogenen Mykoplasmen. Schleimhautparasiten sind und zu lokal begrenzten chronischen Infektionen führen, gibt es einige Mykoplasmenarten, die die Barriere des Schleimhautepithels überwinden, in die Blutbahn eintreten und somit eine systemische Infektion verursachen können. Wie es zum Übergang von der lokalen zur systemischen Infektionsstufe kommt und welche Virulenzfaktoren der Mykoplasmen. daran beteiligt sind, ist noch völlig unklar. Die Zellinvasionsfähigkeit der Mykoplasmen. könnte jedoch eine potentielle Strategie, sein, die ihnen die Translokation des Schleimhautepithels ermöglicht und dann für ihre weitere Ausbreitung im Wirt sorgt. Über welche Mechanismen die Mykoplasmen verfügen, um in Epithelzellen einzudringen und in ihnen zu persistieren, und welche Signalübermittlungswege bei der Internalisierung eine Rolle spielen, ist derzeit noch völlig unverstanden. Um diese Wissenslücke zu schließen, soll im Rahmen dieses Projektes die Internalisierung der für das Geflügel pathogenen Mykoplasmenart M. gallisepticum in Epithelzellen, d.h. nicht-professionelle Phagozyten, untersucht werden. Das Forschungsvorhaben fokussiert dabei auf den Prototyp-Stamm R von M. gallisepticum und involviert im ersten Teil die Charakterisierung des Internalisierungsprozesses sowie den Vergleich der Invasionsfähigkeit einer virulenten und einer avirulenten Passage dieses Stammes sowie im zweiten Teil mittels Transposonmutagenese die Herstellung von isogenen Defektmutanten und die Identifizierung von Mykoplasmengenen und ihrer Produkte, die an dem Invasionsvorgang beteiligt sind. Diese Untersuchungen lassen nicht nur eine Vertiefung des Grundlagenwissens über die Virulenzmechanismen und molekularen Interaktionen zwischen M. gallisepticum und seinen Wirtszellen erwarten, sondern auch die Entwicklung neuer Präventions- und Therapiestrategien.
- Renate Rosengarten, Veterinärmedizinische Universität Wien , assoziierte:r Forschungspartner:in
Research Output
- 239 Zitationen
- 3 Publikationen
-
2002
Titel Mycoplasma gallisepticum: influence of cell invasiveness on the outcome of experimental infection in chickens DOI 10.1111/j.1574-695x.2002.tb00622.x Typ Journal Article Autor Much P Journal FEMS Immunology & Medical Microbiology Seiten 181-186 Link Publikation -
2000
Titel In Vitro Cell Invasion of Mycoplasma gallisepticum DOI 10.1128/iai.68.7.4238-4244.2000 Typ Journal Article Autor Winner F Journal Infection and Immunity Seiten 4238-4244 Link Publikation -
2003
Titel Phenotypic Switching in Mycoplasma gallisepticum Hemadsorption Is Governed by a High-Frequency, Reversible Point Mutation DOI 10.1128/iai.71.3.1265-1273.2003 Typ Journal Article Autor Winner F Journal Infection and Immunity Seiten 1265-1273 Link Publikation