Das Candida HIV-Protein: Molekulare Charakterisierung
Molecular Characterization of the HIV-1 gp41-/gp160-binding protein of candida albicans
Wissenschaftsdisziplinen
Gesundheitswissenschaften (80%); Medizinisch-theoretische Wissenschaften, Pharmazie (20%)
Keywords
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CANDIDA ALBICANS,
INTEGRINE,
VIRULENZFAKTOR,
HIV,
KOMPLEMENT,
EPITHELZELLEN
Im Zeitalter der Immunsuppression und AIDS wurde Candida zu einem der Hauptverursacher einer opportunischen Infektion in immungeschwächten Patienten. HIV-positive Personen erkranken gehäuft an rezidivierender oraler Candidose. Eine potentiell letale Candidasepsis entwickelt sich in der Regel aber höchstens im Präfinalstadium, wenn auch das Phagozytennetzwerk in Mitleidenschaft gezogen wird. Die mukokutane Candidose erscheint erschöpfend durch die Tatsache einer bestehenden T-Zell-lmmunitätsstörung erklärt. Es ist jedoch verwunderlich, daß nicht alle anderen Patienten mit T-Zelldefekten hieran erkranken. Zwei Beobachtungen veranlaßten uns nachzuprüfen, ob nicht auch ein direkter Kontakt zwischen Candida und HIV möglich sein könnte: Zum einen gibt es vier Regionen auf dem Oberflächenmolekül HIV-1 gp41, die eine partielle Sequenzhomologie zu humanem C3 aufweisen. Daher wurde postuliert, daß gp41 auch mit natürlichen C3- Rezeptoren, wie CR1, CR2, CR3 oder CR4, reagieren könnte. Letztere wurden auch schon unabhängig von dieser Homologie als heiße Kandidaten für einen Zweitrezeptor für HIV-1 gehandelt. Zum anderen wurden solche Komplementrezeptoranaloga auch schon auf C. albicans beschrieben. Detaillierte Untersuchungen zeigten nun, daß HIV tatsächlich an C albicans zu binden vermag. Diese Bindung wird auf der Virusseite von den C3-homologen Regionen, und auf der Pilzseite vom CR3-Analogon vermittelt. Sie steigert sowohl die Freisetzung als auch die Aktivität der fungalen sekretierten Aspartatprotease, eines wichtigen Virulenzfaktors, und inhibiert außerdem die Phagozytose von Candida durch Granulozyten. Da vorläufige Experimente zeigten, daß das von Hostetter und Mitarbeitern identifizierte CR3-Analogon nicht dem HIV-Bindemolekül entspricht, ist das Ziel dieser Studie die Charakterisierung dieses Moleküls auf molekularer Ebene. Hierzu soll eine Candida-Expressionsbibliothek angelegt werden, die dann primär mit Oligonukleotiden beschickt werden soll. Der Aufbau dieser noch herzustellenden Sonden soll aus der N-terminalen Sequenz des zu reinigenden Bindeproteins gewonnenen werden. Ein zweites Ziel besteht in der Aufklärung der Mitwirkung dieses Moleküls an der Epithelzelladhäsion, einem für die Festsetzung des Pilzes im Organismus wichtigen fungalen Virulenzfaktor.
Research Output
- 129 Zitationen
- 3 Publikationen
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2003
Titel HIV-1 and its transmembrane protein gp41 bind to different Candida species modulating adhesion DOI 10.1016/s0928-8244(03)00110-x Typ Journal Article Autor Gruber A Journal FEMS Immunology & Medical Microbiology Seiten 77-83 Link Publikation -
2002
Titel Impact of N-Chlorotaurine on Viability and Production of Secreted Aspartyl Proteinases of Candida spp DOI 10.1128/aac.46.6.1996-1999.2002 Typ Journal Article Autor Nagl M Journal Antimicrobial Agents and Chemotherapy Seiten 1996-1999 Link Publikation -
1999
Titel Evasion of pathogens by avoiding recognition or eradication by complement, in part via molecular mimicry DOI 10.1016/s0161-5890(99)00049-8 Typ Journal Article Autor Würzner R Journal Molecular Immunology Seiten 249-260