Untersuchung einer Zitadelle der frühen 18. Dynastie im Bereiche von Auaris/ ägyptisches Ostdelta.
Ahmose- Citadel II
Wissenschaftsdisziplinen
Sprach- und Literaturwissenschaften (100%)
Keywords
-
AUARIS,
RAMSESSTADT,
HANDELSBEZIEHUNGEN,
NUBIEN,
LEVANTE,
EXEKUTION
Im Laufe der Ausgrabungen des Österreichischen Archäologischen Instituts und des Instituts für Ägyptologie der Universität Wien bei Ezbet Helmi (bei Tell el-Dab`a) wurde eine gewaltige Zitadelle aus der frühen 18. Dynastie angeschnitten. Ihre Grundelemente erinnern sehr an die Palastanlage bei Deir ei-Ballas in Oberägypten. Vermutlich wurden sie von dem letzten Inhaber des Deir el-Ballas-Palastes nach der Eroberung von Auaris über der Residenz der letzten Hyksosherrscher errichtet. Diese Anlage nimmt etwa 50.000 M ein. Im Rahmen des Projektes P 10977SPR wurden bereits wichtige Teile dieses Palastbezirkes angeschnitten, vor allem Fundamente einer erhöhten Festung 70 x 45 m, eine Umfassungsmauer, Gartenanlagen und Überreste eines großen Wohnpalastes. Die reinen Ausgrabungsarbeiten werden durch Subventionen des Bundesministeriums für Wissenschaft und Verkehr bestritten. Teile der Analysen werden außerdem durch Angehörige des Österreichischen Archäologischen Instituts und des Instituts für Ägyptologie und von Partnerinstitutionen (Univ. Buenos Aires, Univ. Kopenhagen) durchgeführt. Eine Reihe weiterer wissenschaftlicher Analysen sowie die Kosten der Techniker, wie Photographen, Zeichner etc. sind durch auswärtige Finanzierung aufzubringen. Besonders wichtig wäre 1. die statistische Erfassung der Keramik-Konvolute, 2. Spezialuntersuchungen von Importen aus der Levante, aus Zypern sowie aus Oberägypten. Außerdem ergibt sich die Möglichkeit, in Zusammenarbeit mit der Egypt Exploration Society einen unmittelbaren Vergleich mit dem Fundmaterial des gleichzeitigen Memphis anzustellen. Für die zukünftigen Ausgrabungen erweist es sich jetzt als unumgänglich, einen Magnetometer-Survey durchführen zu lassen. Die ausgezeichneten Erfolge von Dr. H. Becker, Landesamt für Denkmalpflege Bayern, bei Quantir zeigen, daß sogar im Delta mit seiner starken Durchfeuchtung des Erdreiches Grundrisse von Häusern und großen Bauanlagen mit dieser Methode erfaßt werden können. Dies würde in Zukunft die Ausgrabungen in äußerst ökonomischer Weise beeinflussen. Von naturwissenschaftlicher Seite ist eine Analyse der zahlreichen menschlichen Skelettfunde unumgänglich. Dramatische Befunde von Erschlagenen und offenbar Exekutierten stammen aus dem Bereich zwischen der Hyksos-Zitadelle und der Zitadelle der frühen 18. Dynastie. Solche dramatischen Befunde wurden bisher In Ägypten selten gemacht. Insgesamt könnten die beantragten Untersuchungen dazu beitragen, die Geschichte des Endes der Hyksosherrschaft und des Beginns des Neuen Reiches neu zu schreiben. Aus dieser Schicht gibt es auch Pferdeskelette, deren Untersuchung bereits von A. von den Driesch, Universität München, begonnen wurde. Palynologische Untersuchungen durch die Universität Zagazig/Ägypten sind ebenfalls unterwegs. In diesen Antrag mußte als Subprojekt die Untersuchung der Bimssteine der diversen Stadien des Vulkanausbruchs von Thera hineingenommen werden, um gleich anschließend eine Prospektion nach der Asche, die bei der Eruption Im 17. oder 16. Jh. v.Chr. vertragen wurde, zielführend umzusetzen. Gelingt der Nachweis dieser Asche in fein stratifizierten archäologischen Aufschlüssen des ostmediterranen Bereiches, dann kann man eine Datumslinie für die Thera Eruption über die ganze Region hinweg aufbauen, was für den gegenseitigen Anschluß der regionalen Chronologien von größter Wichtigkeit wäre. Die Europäische Kommission hat die Mittel für die Hälfte der Kosten dieses Subprojektes in der Höhe von 48.288,- ECU = 670.000,- ATS bereits genehmigt. Um dieser Mittel nicht wieder verlustig zu werden, ist es erforderlich, die zweite Hälfte dieses Subprojektes innerhalb eines Jahres zu finanzieren. Ursprünglich war dies ein Teilprojekt des angestrebten Spezialforschungsbereiches "The Synchronization of Civilizations of the Eastern Mediterranean. Aus genannten Zeitgründen mußte dieser Bereich vorweggenommen und hier untergebracht werden.
- Universität Wien - 100%
- Josef Dorner, assoziierte:r Forschungspartner:in
- Helmut Becker, Bayrisches Landesamt für Denkmalpflege - Deutschland
- Angela Von Den Driesch, Freie Universität Berlin - Deutschland
- Edgar Pusch, Pelizaeus Museum Hildesheim - Deutschland
- Janine Bourriau, University of Cambridge - Vereinigtes Königreich