Die Quelle zur Geschichte der Grafen von Cilli (1341 - 1465)
Sources referring to the history of the Counts of Cilli
Wissenschaftsdisziplinen
Geschichte, Archäologie (100%)
Keywords
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GESCHICHTE DES MITTELALTERS,
QUELLENKUNDE,
MITTELALTERLICHE FÜHRUNGSSCHICHTEN
Die erstmals um 1130 urkundlich nachweisbaren Freien von Sannegg wurden 1341 in den Rang von Grafen (von Cilli) und 1436 durch enge Verbindungen zu Kaiser Sigmund von Luxemburg in den von gefürsteten Grafen erhoben. Diesem durch zielstrebige Macht- und kluge Heiratspolitik geförderten schnellen Aufstieg in die Hocharistokratie folgte nach kurzer Blüte des Geschlechtes ein abruptes Ende durch die Ermordung des letzten Grafen von Cilli, Ulrich II., im November 1456 durch Ladislaus, den Sohn des Jnos Hunyadi. Das Forschungskonzept sieht eine möglichst vollständige Erfassung, Ordnung und Analyse des weit verstreuten Quellenbestandes (Zeitraum 1341-1456) vor. Es sollen vor allem jene Urkunden berücksichtigt werden, die Mitglieder der Familie als Aussteller bzw. Empfänger verzeichnen. Das Projekt ist ein ausschließlich quellenorientiertes und die erste Phase eines umfassenden Forschungsvorhabens zur Geschichte der Grafen von Cilli 1341-1456. Gerade das verwandtschaftlich so weitverzweigte Geschlecht der Cillier kann Aufschlüsse über die Adelsstruktur des Südostens Europas und die multikulturellen Konnexe geben. Durch die Analyse der "Überreste" der Grafen von Cilli, deren Einflußbereich sich von Kärnten und Krain bis Kroatien und Ungarn und darüber hinaus erstreckte, werden Einsichten in kurz- wie längerfristige historische Prozesse möglich und damit auch ein Einblick in die "Welt des Spätmittelalters", vorrangig, aber nicht ausschließlich aus der Perspektive der Hocharistokratie.
Die primären Ziele des vom 1. Oktober 1999 bis 30. September 2001 am Institut für Geschichte der Universität Klagenfurt durchgeführten FWF-Projektes Die Quellen zur Geschichte der Grafen von Cilli (1341-1456) waren die möglichst vollständige Erfassung der Urkunden- und Briefmaterialien sowie der narrativen Quellen zum Geschlecht der Grafen von Cilli. Weiters sollten die sich weit verstreut in den verschiedenen Archiven Mittel- und Südosteuropas befindlichen Urkunden und Briefe in Reproduktion zur Bearbeitung beschafft, in eine eigens dafür zu konzipierende Datenbank eingegeben und an das Projekt anschließend eine Dissertation unter dem Titel Die Geschichte der Cillier Grafen im Lichte ihrer Urkunden (1341 - 1456) bzw. eine Monographie zu den Cilliern in den erzählenden Quellen verfaßt werden. Während sich die Recherchen zu den urkundlichen Quellen und Briefen überaus erfolgreich gestalteten und den Rahmen der bis dahin in der Literatur vorliegenden (wie sich gezeigt hat spekulativen) Archiv- und Zahlenangaben bei weitem sprengten, war die Suche nach neuen Chroniken entgegen ursprünglichen Hoffnungen nicht so erfolgreich. Allerdings konnten eine bisher unbekannte Handschrift der Cillier- Chronik aufgefunden und Berichte über die Cillier in einer spanischen Chronik - ein geographischer Bereich, der bisher für genauere Untersuchungen zum Cilliergeschlecht überhaupt nicht in Erwägung gezogen worden war - entdeckt werden. Ferner gibt es seit der vorbildlichen Studie durch Franz Krones eine Reihe von neu edierten bzw. neuedierten Chroniken, die jedoch die bisher vorliegenden Erkenntnisse nur wenig zu verändern bzw. zu korrigieren vermögen. Da die Cillier Privatkorrespondenz in den Archiven nicht in eigenen Corpora gesammelt, so wie die Urkunden und Geschäftsbriefe weit verstreut und sehr umfangreich ist, wurde diese Quellengattung bisher wohl erfaßt und registriert, nicht jedoch geordnet und bearbeitet.
- Universität Klagenfurt - 100%
Research Output
- 116 Zitationen
- 1 Publikationen
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2015
Titel Transcription dynamically patterns the meiotic chromosome-axis interface DOI 10.7554/elife.07424 Typ Journal Article Autor Sun X Journal eLife Link Publikation