Südgrenze Alpidischer Metamorphose (SAM)
The petrologic appearance of SAM (Southern limit of Alpine Metamorpism) south of the Tauern Window
Wissenschaftsdisziplinen
Geowissenschaften (100%)
Keywords
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OSTALPINES KRISTALLIN,
TRANSALP,
ALPIDISCHE METAMORPHOSE,
EKLOGITFAZIES,
METAMORPHOSEGRADIENTEN,
PARAGONIT-AMPHIBOLITE,
KREUZECKGRUPPE
Entgegen früheren Vorstellungen hat die Alpidische Gebirgsbildung große Bereiche der pre-Mesozoischen Gesteine der Ostalpen metamorph verändert. Durch petrologische Untersuchungen der vergangenen Jahre im Ötztalkristallin westlich der Hohen Tauern und im Millstätter Kristallin östlich der Hohen Tauern wurde ein paarweises Auftreten von Paragonit-Amphiboliten und Eklogiten nachgewiesen, die einen zunehmenden Metamorphosegrad nach S von der Epidot-Amphibolit-Fazies in die Eklogitfazies anzeigen. Diese ansteigende alpidische Metamorphose wird im Süden an einer markanten tektonischen Linie abrupt beendet. Diese Südgrenze Alpidischer Metamorphose nennen wir SAM und sie folgt meist gut bekannten tektonischen Linien von W nach E vom südlichen Ötztal-Kristallin bis zum südlichen Koralpen-Kristallin und Bacher Gebirge (in Slowenien). Im ostalpinen Kristallin südlich der Hohen Tauern ist diese tektonische Grenze vor allem in der Kreuzeckgruppe sehr gut aufgeschlossen. Dort sollen die Metamorphosegradienten mit Annäherung an die SAM von N nach S genau bestimmt werden sowie über die Bildungsbedingungen der Mineralgesellschaften Aussagen über die Versenkungstiefen im Zuge der Alpidischen Gebirgsbildung getroffen werden. Da Erosion und Hebung nach dem Höhepunkt der Metamorphose zu signifikanten Veränderungen der Mineralgesellschaften bis hin zu einer kompletten Verschleierung der aussagekräftigen Mineralparagenesen am Höhepunkt der Bildungsbedingungen geführt hat, ist eine umfangreiche Probennahme und detaillierte texturelle Untersuchung der Gesteine mit rasterelektronen-mikroskopischen Methoden sehr wichtig für die Rekonstruktion des Metamorphosepfades. Die Bildungsbedingungen nördlich der SAM sollen mit jenen der Gesteine südlich der SAM, die keine alpidische Metamorphose erlebt haben, verglichen werden, um die Prozesse zu verstehen, die zur heutigen Situation an der Südgrenze der Ostalpen geführt hat, wo alpidisch hochmetamorphe Gesteine (nördlich der SAM) entlang einer tektonischen Zone direkt neben alpidisch unbeeinflußten Gesteinen zu liegen kommen. Die petrologischen Erkenntnisse von der Oberfläche können dazu beitragen, die im internationalen TRANSALP-Projekt erhaltenen tiefenseismischen Daten im SAM-Bereich strukturgeologisch zu interpretieren und die Fortsetzung der SAM in die Tiefe zu konstruieren.
- Universität Graz - 100%
Research Output
- 100 Zitationen
- 1 Publikationen
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2003
Titel The preservation of high-pressure rocks during exhumation: metagranites and metapelites DOI 10.1016/s0024-4937(03)00098-7 Typ Journal Article Autor Proyer A Journal Lithos Seiten 183-194