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Historiendrama auf Wiener Bühnen in der Zwischenkriegszeit. Ein Beitrag zur österreichischen Theatergeschichte der Ersten Republik

Historical dramas on Viennese stages 1918-1938

Edda Fuhrich (ORCID: )
  • Grant-DOI 10.55776/P12998
  • Förderprogramm Einzelprojekte
  • Status beendet
  • Projektbeginn 01.03.1999
  • Projektende 28.02.2002
  • Bewilligungssumme 26.017 €

Wissenschaftsdisziplinen

Bauwesen (10%); Geschichte, Archäologie (10%); Kunstwissenschaften (80%)

Keywords

    ÖSTERREICHISCHE THEATERGESCHICHTE, THEATER DER ZWISCHENKRIEGSZEIT, THEATER- UND KULTURPOLITIK, HISTORIENDRAMA AUF WIENER BÜHNEN, ERSTE REPUBLIK

Abstract Endbericht

Obwohl in den letzten Jahren zahlreiche Einzelstudien zum österreichischen Theater der Ersten Republik herauskamen, gilt die Forschungslage immer noch als zutiefst unbefriedigend, was vor allem mit der schlecht oder zum Teil gar nicht erschlossenen Quellenlage zusammenhängt. Vorliegendes Projekt versteht sich daher als Teil des Großprojekts zur Aufarbeitung der Theatergeschichte der Zwischenkriegszeit, dessen Durchführung durch die Finanzierung von Einzelprojekten (siehe Forschungsüberblick) durch den FWF ermöglicht wird. Verläßliche Grundlagenforschung ist die Voraussetzung für vorliegende Untersuchung, die sich mit der Darstellung historischer Persönlichkeiten der österreichischen Geschichte auf Wiener Bühnen der Zwischenkriegszeit beschäftigt. Ziel des Projektes ist es, alle an "förderungswürdiger" Wiener Bühnen aufgeführten Historiendramen aufzulisten (der Erfolg des historischen Dramas ist ein für die Theatergeschichtsschreibung relevantes Phänomen, das sich bei genauer Betrachtung auch für kulturpolitische Studien über jene Zeit als äußerst aufschlußreich erweist), deren Aufführungs- und Rezeptionsgeschichte zu untersuchen, wobei Faktoren wie historische Zäsuren bzw. der Umgang der Dramatiker mit jenen Ereignissen berücksichtigt werden. Die gesammelten Daten werden in einem elektronischen Datenbanksystem detailliert erfaßt werden - mit genauester Angabe der Aufführungszahlen, mit Angaben zur Besetzung sowie Verweisen auf die Aktenlage bzw. Zeitungs- und Zeitschriftenrezensionen. Es soll dabei eine Fachdatenbank erstellt werden, die gleichsam eine "virtuelle Dokumentationsstelle" darstellen wird. Als Begleitmaterial soll eine CD-ROM angefertigt werden, die eine multimediale Aufbereitung der Dokumente garantieren könnte. Die Sammlung und Auswertung der Quellen sollen nicht nur einem wissenschaftlichen Forschungsanspruch gerecht werden (der in diesem Fall nicht ausschließlich ein theaterwissenschaftlicher ist - das Datenmaterial kann auch die Grundlage für effiziente Forschungen anderer wissenschaftlicher Disziplinen darstellen), sondern es gilt auch, andere kulturelle Bereiche zu bedienen.

Im Hinblick auf die vorangestellte Frage nach der Position historischer Persönlichkeiten der österreichischen Geschichte bzw. deren "Inszenierung" am Theater der Zwischenkriegszeit wurden im Laufe der Projektzeit gezielt inhaltsreiche Materialien und Quellen recherchiert, die als Grundlage für eine Untersuchung von Historiendramen auf Wiener Bühnen in der Ersten Republik relevant sind. In den ersten 18 Monaten wurden Programme und Theaterzettel aller förderungswürdigen (Begriffsdefinition: siehe Antrag) Wiener Bühnen in den Jahren (November) 1918 - (März) 1938 gesichtet und die Premieren-, Dernierendaten, die Anzahl der Aufführungen und das Ensemble (nach DarstellerInnen) sowie das Leitungsteam (nach AutorIn, RegisseurIn, DramaturgIn, BühnenbildnerIn, KostümbildnerIn usw.) festgehalten und in der am Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft vorhandenen Datenbank M-Box erfasst. Diese Datenbank bietet einerseits die Möglichkeit, die Inszenierungen als Ausgangspunkt zu setzen, andererseits wurden sämtliche Materialien trotz ihrer Heterogenität bibliographisch erfasst, katalogisiert und können in Verbindung zur Inszenierung, aber auch selbständig gesucht werden. Bildmaterial - Szenen- und Rollenfotos zu den Inszenierungen - sind als Illustrationen beigefügt. In den folgenden Monaten wurden Zeitungsberichte und Rezensionen, die aus unter speziellen Kriterien ausgewählten Zeitungen stammen, recherchiert und erfasst - auch wenn sie keinen unmittelbaren Zusammenhang zu den behandelten Inszenierungen aufweisen, d. h. beispielsweise Veranstaltungen dokumentieren, die thematisch Bezug nehmen. (Bsp.: Prinz-Eugen-Ausstellung). Im letzten Projektjahr wurden die Daten bearbeitet und vom EDV-Mitarbeiter für die Erstellung einer CD-ROM aufbereitet. Die gesammelten Daten verstehen sich auch als "Auskunftsstelle", woraus beispielsweise Medienberichte ihre Informationen rekurrieren oder Lehrpersonal Anregungen und weiterführende Literatur findet. Der Datenbank wurde eine Zusammenfassung über die Ergebnisse, die aus der Untersuchung über die Produktions- und Wirkungsgeschichte des Historiendramas in der Zwischenkriegszeit gewonnen wurden, vorangestellt. Mit Blick auf einen weiterführenden Diskurs über die Literatur- und Theatergeschichte der Ersten Republik kann die "virtuellen Dokumentationsstelle" als Ausgangspunkt für weitere Forschungen zu diesem Themenkomplex dienen, der sich, über die behandelnde Epoche hinaus, mit weiteren historischen Zeitabschnitten der Vergangenheit bis in die Gegenwart befasst. In Hinblick auf das Interreg II-Small Project Fund "Geschichte des österreichisch- tschechischen Theaters im 19. und 20. Jahrhundert am Beispiel der Grenzregionen (Brünn, Znaim u.a.) mit besonderer Berücksichtigung der wechselseitigen Rezeption von österreichischer und tschechischer Dramatik in der Gegenwart", das ebenfalls am Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft durchgeführt wurde, kann es als zukünftiges Ziel gesehen werden, im Internet ein Portal zur Erforschung der österreichischen Theatergeschichte der Ersten Republik einzurichten. Damit könnte man die infrastrukturelle Ebene verbessern und differenzierte Recherchen erleichtern.

Forschungsstätte(n)
  • Universität Wien - 100%

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